Markenzeichen der Stadt Nürnberg

Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 802 / 17.07.2026

Aktueller Sachstand zum Volksbad: neue Termin- und Kostenplanung

Das Volksbad zählt zu den bedeutendsten Jugenstilbädern Europas. Seit dem Jahr 2022 wird es aufwendig saniert. Entgegen der ursprünglich Kosten- und Zeitplanung gibt es nun erhebliche Verzögerungen. Nach aktueller Prognose belaufen sich die Gesamtkosten auf rund 90 bis 100 Millionen Euro. Darin ist bereits ein Risikoaufschlag für noch ausstehende Nachträge und mögliche Kostenentwicklungen bis zum Abschluss der Baumaßnahme enthalten. Die Inbetriebnahme des denkmalgeschützten Gebäudes ist nicht vor der zweiten Jahreshälfte 2027 vorgesehen.

Die extreme Kostenentwicklung von anfangs veranschlagten 56 Millionen Euro (Stand 2022) auf etwa 90 bis 100 Millionen Euro (Stand 2026) ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Zum einen handelt es sich beim Volksbad um eines der anspruchsvollsten Sanierungsprojekte der Stadt. Bei der Instandsetzung des mehr als 100 Jahre alten Baudenkmals mit acht Gebäudeteilen wurden viele Schäden und konstruktive Besonderheiten erst sichtbar, als Bauteile geöffnet wurden. Hinzu kamen umfangreiche Anforderungen des Denkmalschutzes, die während der Bauausführung zusätzliche Restaurierungs- und Planungsleistungen erforderlich machten.

Ein weiterer Faktor sind die Baupreise, die seit der ursprünglichen Kostenberechnung im Jahr 2020 außergewöhnlich stark gestiegen sind. Die Entwicklung der vergangenen Jahre mit Energiekrise, Materialpreissteigerungen und höheren Lohnkosten hat sich auch auf dieses Projekt deutlich ausgewirkt. Dies führt nun dazu, dass die Stadt Nürnberg einen deutlich höheren Eigenanteil tragen muss als ursprünglich vorgesehen, da die Fördermittel nicht im gleichen Umfang mit den Baukosten steigen, was einen Zuschuss durch die Stadt Nürnberg von 56 bis 66 Millionen Euro notwendig macht.

„Ich bin seit Anfang Mai 2026 Bürgermeister. Das Projekt Volksbad ist seitdem in meinem Zuständigkeits- und Verantwortungsbereich. Ich habe mir einen ersten Überblick verschafft und mit dem Team eine Bestandsaufnahme vorgenommen. Wir bewegen uns hier in einem Labyrinth. Offensichtlich ist das Projekt schon seit längerem aus dem Ruder gelaufen. Die Gründe hierfür sind vielschichtig“, sagt Andreas Krieglstein, Bürgermeister und Erster Werkleiter des Städtischen Eigenbetriebs NürnbergBad.

Zur Stabilisierung des Projekts wurden und werden auf der Baustelle umfangreiche Maßnahmen ergriffen, um Kosten und Termine zu stabilisieren. Das Kosten- und Termincontrolling wurde intensiviert, die Koordination zwischen den beteiligten Gewerken verbessert und die personellen Kapazitäten auf der Baustelle verstärkt. Parallel dazu werden mögliche Regressansprüche gegenüber Planern und Fachfirmen geprüft sowie Gespräche mit den Fördermittelgebern geführt, um die außergewöhnlichen Baupreissteigerungen angemessen zu berücksichtigen.

„Ich bin den Kolleginnen und Kollegen im Nürnberger Stadtrat dankbar, dass wir das Projekt trotz der großen Probleme zum Abschluss bringen wollen. Unser Ziel ist es, mit dem Volksbad die Situation für die Nürnberger Bevölkerung mit Schwimm- und Bademöglichkeiten zu verbessern. Ich setzte mich auch angesichts der enormen Herausforderungen dafür ein, dass das Projekt transparent zu Ende geführt wird“, ergänzt Bürgermeister Andreas Krieglstein.

Der Werkausschuss NürnbergBad hat am heutigen Freitag, 17. Juli 2026, beschlossen, das Projekt fertigzustellen. Ziel bleibt es, das Nürnberger Volksbad frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2027 für die Bürgerinnen und Bürger zu eröffnen und damit das Volksbad für die Nürnbergerinnen und Nürnberger wieder erlebbar zu machen.    fra