Nr. 818 / 22.07.2026
Der Stadtrat hat in seiner heutigen Sitzung am Mittwoch, 22. Juli 2026, einstimmig beschlossen, welche Anforderungen das neue Stadion erfüllen soll. Auf dieser Grundlage wird die Vorzugsvariante bis Ende des Jahres weiter ausgearbeitet und die europaweite Vergabe der Planungs- und Bauleistungen vorbereitet. Parallel dazu wird ebenfalls bis Ende des Jahres ein Businessplan entwickelt, aus dem gemeinsam mit dem 1. FC Nürnberg und dem Freistaat Bayern ein tragfähiges Finanzierungskonzept entwickelt werden soll.
Die Vorzugsvariante sieht ein modernes und zukunftsfähiges Fußballstadion mit rund 50 000 Zuschauerplätzen vor. Die Laufbahn entfällt, die Tribünen rücken näher an das Spielfeld und sorgen künftig für eine deutlich intensivere Atmosphäre. Gleichzeitig entstehen größere und modernere Flächen für Kioske, sanitäre Einrichtungen, Einsatzkräfte und den Hospitality-Bereich (VIP- und Businessbereich für Gäste, Sponsoren und Unternehmen). Auch die Barrierefreiheit wird deutlich verbessert. Mit mehr als 40 000 Sitzplätzen bei internationalen Spielen erfüllt das Stadion zudem die Voraussetzungen für große internationale Fußballturniere und ist bestens geeignet für Konzerte und andere Großveranstaltungen. Die denkmalgeschützte Stadionwand bleibt als prägendes Element erhalten.
„Ich freue mich, dass wir heute durch den Stadtrat den Auftrag erhalten haben, die Planung für den Umbau weiter voranzutreiben. Das neue Achteck soll den Fußballfans und Konzertbesuchern ein besseres Stadionerlebnis bieten, gleichzeitig aber auch wirtschaftlich funktionieren und sich langfristig selbst tragen. Dann profitieren alle: Die Stadtgesellschaft hat einen modernen Standort für Veranstaltungen aller Art, die Clubfans haben eine neue Heimat, der Freistaat hat einen Trumpf bei der Bewerbung um Großveranstaltungen wie Olympia oder Weltmeisterschaft und die Stadt muss keinen Verlustausgleich mehr stemmen. Genau dafür schaffen wir jetzt die Grundlage“, sagt Sportbürgermeister Andreas Krieglstein.
Der Stadtrat hat sich in seiner Entscheidung bewusst auf den Stadionbau konzentriert. Zusätzliche Bausteine wie einen Discounter, eine Kindertagesstätte oder eine Parkpalette (ein offenes, mehrgeschossiges Parkdeck) werden nicht weiterverfolgt. Ziel ist es, die Investitionen auf die Funktionen zu konzentrieren, die für einen modernen und wirtschaftlichen Stadionbetrieb entscheidend sind, damit sich das Stadion dauerhaft wirtschaftlich tragen könnte.
Mit dem Stadtratsbeschluss beginnt nun die nächste Phase der Vorplanung. In den kommenden Monaten wird die Vorzugsvariante planerisch vertieft. Parallel dazu erstellt die Stadt einen Businessplan, der die wirtschaftlichen Perspektiven des neuen Stadions untersucht. Gemeinsam mit dem 1. FC Nürnberg und dem Freistaat Bayern soll darauf aufbauend ein tragfähiges Finanzierungskonzept entwickelt werden. Anschließend wird die europaweite Ausschreibung für einen Totalunternehmer beziehungsweise Totalübernehmer vorbereitet, der das Stadion fertig plant und anschließend realisiert.
Auch die Planungen für die Bauphase werden fortgesetzt. Grundsätzlich bleibt der Umbau im laufenden Betrieb das übliche Vorgehen bei Stadionprojekten. Die Untersuchung eines temporären Interimsstadions im Nürnberger Stadtgebiet hat bisher noch keinen vielversprechenden Standort hervorgebracht. Bis Ende des Jahres soll die Prüfung abgeschlossen werden, wobei das Zeppelinfeld nicht mehr Teil der Betrachtung sein wird. Der historisch bedeutende Lern- und Begegnungsort lässt sich nicht mit einer Nutzung vereinbaren, die die Fläche über Jahre hinweg belegen und ihrem eigentlichen Zweck entziehen.
Investitionen der Stadt Nürnberg in ein Interimsstadion außerhalb des Stadtgebiets werden durch den Stadtrat ausgeschlossen. Die Stadt prüft aber gemeinsam mit dem 1. FC Nürnberg weiterhin die Möglichkeit, während der Bauzeit ein bestehendes Stadion außerhalb Nürnbergs zu nutzen. jos