Nr. 820 / 22.07.2026
Die Stadt Nürnberg bringt die Generalsanierung der Grundschule Ketteler-Schule in der Leerstetter Straße auf den Weg. Mit einem einstimmigen Stadtratsbeschluss vom Mittwoch, 22. Juli 2026, zur Finanzierung der Baumaßnahme werden die Voraussetzungen geschaffen, um das dringend notwendige Bauprojekt auf den Weg zu bringen und die Schule zukunftsfähig weiterzuentwickeln.
Die Ketteler-Schule ist eine dreizügige Grundschule in der Nürnberger Gartenstadt. Rund 260 Schülerinnen und Schüler lernen derzeit in zwölf Klassen. Aufgrund der sozialen und kulturellen Vielfalt im Schulsprengel kommt der Sprachförderung und individuellen Unterstützung der Kinder eine besondere Bedeutung zu. Angebote wie DeutschPLUS und Vorkurse sind fester Bestandteil der pädagogischen Arbeit.
Das Schulgebäude entspricht jedoch in vielen Bereichen nicht mehr den heutigen Anforderungen an zeitgemäßen Unterricht. Neben dem hohen baulichen Sanierungsbedarf fehlen zahlreiche Räume, die für modernes Lernen und die pädagogische Arbeit unverzichtbar sind. So gibt es bislang unter anderem keine barrierefreie Erschließung, keine Lernwerkstätten oder offenen Lernbereiche, keine geeigneten Räume für Jugendsozialarbeit, Beratung oder vertrauliche Elterngespräche sowie keine ausreichenden Arbeitsmöglichkeiten für Lehrkräfte.
„Kinder brauchen Lernorte, die sie bestmöglich fördern und ihnen gleiche Bildungschancen eröffnen. Mit der Generalsanierung der Ketteler-Schule investieren wir deshalb nicht nur in ein Gebäude, sondern in die Zukunft unserer Schülerinnen und Schüler. Gerade an einem Schulstandort mit einer vielfältigen Schülerschaft sind gute räumliche Bedingungen entscheidend, damit individuelle Förderung, Sprachbildung und moderne Unterrichtskonzepte gelingen können“, sagt Bildungsreferentin Cornelia Trinkl.
Nach einer umfassenden Prüfung hatte das Hochbauamt eine Generalsanierung empfohlen, da Einzelmaßnahmen wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll gewesen wären. Im weiteren Planungsverlauf wurde zusätzlich eine Fluraufstockung entwickelt, die einen erheblichen pädagogischen Mehrwert bietet und zusätzliche dringend benötigte Räume schafft.
Vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage wurden das Hochbauamt und das Referat für Bildung beauftragt, Einsparpotenziale zu erarbeiten, ohne die wesentlichen pädagogischen Ziele der Maßnahme zu gefährden. Die Sanierung der Turnhalle, die sich in einem vergleichsweise besseren baulichen Zustand befindet, wird im zweiten Schritt durchgeführt.
Dadurch reduzieren sich die Gesamtkosten der Maßnahme auf rund 16,2 Millionen Euro. Für das Projekt werden Fördermittel nach dem Bayerischen Finanzausgleichsgesetz in Höhe von rund 7,6 Millionen Euro sowie ein Tilgungszuschuss aus der Bundesförderung für effiziente Gebäude erwartet.
Mit dem Stadtratsbeschluss kann die schulaufsichtliche Genehmigung nun bereits vor den Etatberatungen beantragt werden. Die Regierung von Mittelfranken hat der Stadt Nürnberg aufgrund der besonderen Dringlichkeit hierfür ausnahmsweise den vorzeitigen Weg eröffnet. tom