Markenzeichen der Stadt Nürnberg

Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 831 / 24.07.2026

Gewässerschutzbericht 2025 im Werkausschuss vorgestellt

Der Werkausschuss des Stadtrats hat in seiner Sitzung am heutigen Freitag, 24. Juli 2026, den Gewässerschutzbericht 2025 der Stadtentwässerung und Umweltanalytik Nürnberg (Sun) behandelt. Der Bericht zeigt, dass die Abwasserableitung und Abwasserreinigung im vergangenen Jahr erneut auf einem hohen Niveau sichergestellt werden konnten.

Britta Walthelm, Erste Werkleiterin von Sun, sagt: „Die Ergebnisse des Gewässerschutzberichts bestätigen die hohe Leistungsfähigkeit unserer Stadtentwässerung. Gleichzeitig machen sie deutlich, dass wir unsere Infrastruktur konsequent modernisieren müssen. Nur mit leistungsfähigen und zukunftssicheren Anlagen können wir den Gewässerschutz auch unter den Bedingungen des Klimawandels und angesichts neuer europäischer Vorgaben dauerhaft auf hohem Niveau gewährleisten.“ Die beiden Nürnberger Klärwerke reinigten im Jahr 2025 rund 64 Millionen Kubikmeter Abwasser. Dabei wurden bis zu 97 Prozent der Schadstofffracht entfernt. Insgesamt sind rund 603 000 Einwohnerinnen und Einwohner, darunter etwa 60 000 Menschen aus Umlandgemeinden, an das rund 1 470 Kilometer lange Kanalnetz angeschlossen.

Die Reinigungsleistung der Klärwerke wurde insbesondere bei den Parametern chemischer Sauerstoffbedarf und Phosphor mit Abbaugraden von über 96 Prozent als hervorragend bewertet. Auch bei der Stickstoffelimination wurden gute beziehungsweise hervorragende Werte erreicht.

Mit rund 576 Litern Niederschlag pro Quadratmeter war das Jahr 2025 trockener als der langjährige Durchschnitt. Rund ein Viertel des Jahresniederschlags entfielen auf drei Starkregenereignisse. Diese waren für den überwiegenden Anteil der aus den Speicherbauwerken des Kanalnetzes entlasteten Mischwassermengen verantwortlich. Die Gewässerqualität hat sich erneut leicht verbessert: Die Jahresmittelwerte für Orthophosphat und Nitratstickstoff gingen weiter zurück. Zwar stiegen die Gewässertemperaturen auch 2025 an, sie lagen jedoch weiterhin im tolerierbaren Bereich.

Herausforderungen ergeben sich weiterhin durch die Folgen von Extremwetterereignissen sowie durch Biberdämme, die lokal zu Rückstau- und Entwässerungsproblemen an Auslaufbauwerken führen. Darüber hinaus bringt die neue europäische Kommunalabwasserrichtlinie zusätzliche Vorgaben für die kommunale Abwasserreinigung mit sich. Sie sieht unter anderem eine weitergehende Entfernung von Spurenstoffen in größeren Kläranlagen, höhere Anforderungen an die Energieeffizienz und Klimaneutralität sowie eine erweiterte Überwachung der Abwasserqualität vor. Auch künftige Regelungen zum Umgang mit den Ewigkeitschemikalien per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen werden den Aufwand für die Abwasserreinigung weiter erhöhen.

Der Gewässerschutzbericht bewertet die Abwasserreinigung und die Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte insgesamt als „sehr gut“. Die Gewässerqualität wird als „gut“ eingestuft. Handlungsbedarf besteht insbesondere bei der Vorbereitung auf die künftigen europäischen Anforderungen an die kommunale Abwasserreinigung.    boe