Nr. 880 / 04.08.2026
Das städtische Hochbauamt beginnt mit den Arbeiten für die Neubauten des Kinder- und Jugendnotdienstes (KJND) sowie des Kinder- und Jugendhilfezentrums (KJHZ). Das Bauprojekt in der Reutersbrunnenstraße 34 umfasst zwei neue Gebäude für die Wohngruppen beider Einrichtungen. Zudem erfolgt eine Generalsanierung des Bestandsgebäudes samt Teilabriss des Ostflügels für die Verwaltungseinheiten mit Fachbereichen und Beratungseinrichtungen sowie Wohnbereichen für inklusives Wohnen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 50,16 Millionen Euro. Eine Fertigstellung ist für 2032 geplant.
„Die Maßnahme ist eines der besonders wichtigen und drängenden Projekte der Stadt Nürnberg. Die Einrichtung ist seit Jahren umfassend sanierungsbedürftig. Mit der Realisierung des Projekts werden die baulichen Voraussetzungen geschaffen, um den heutigen Anforderungen an eine moderne Kinder- und Jugendhilfe gerecht zu werden“, so Nürnbergs Bürgermeister für Wohnen, Bauen, Stadtentwicklung und die Feuerwehr, Dr. Nasser Ahmed. Das Gebäude in der Reutersbrunnenstraße wird seit dem Wiederaufbau im Jahr 1957 für mehrere Wohngruppen für Kinder und Jugendliche genutzt. Es entspricht nicht mehr den heutigen Erfordernissen. Hauptnutzer sind die städtischen Abteilungen KJND und KJHZ mit Angeboten an stationären Hilfen zur Erziehung in heilpädagogischen Wohngruppen und den stationären Inobhutnahmegruppen. Um eine Wohnsituation nach moderner Pädagogik und den gesetzlichen Vorgaben zu bieten, ist es notwendig, das Areal neu strukturieren, zusätzliche Gebäude zu errichten und das Bestandsgebäude umfassend zu sanieren.
„Der Kinder- und Jugendnotdienst und das Kinder- und Jugendhilfezentrum gehören zu den wichtigsten Einrichtungen der Jugendhilfe in Nürnberg. Kinder und Jugendliche, die vorübergehend oder dauerhaft nicht in ihren Familien leben können, brauchen einen sicheren Ort, der Schutz, Stabilität und neue Perspektiven bietet. Mit dem Neubau investieren wir deshalb in die Zukunft der Jugendhilfe und schaffen moderne, bedarfsgerechte Räumlichkeiten, die den heutigen pädagogischen Anforderungen gerecht werden. Hervorzuheben ist dabei auch der Erhalt des Standorts in Kleinweidenmühle: zentral gelegen und zugleich fest im Stadtteil verankert. So bleiben die Einrichtungen gut erreichbar“, ergänzt Elisabeth Ries, Referentin für Jugend, Familie, Senioren und Soziales.
Bereits im Frühjahr 2026 wurden einige Bestandsbäume sowie Hecken- und Gehölzflächen gerodet. Nach Erteilung der Baugenehmigung beginnen nun die Arbeiten zum Baumschutz und zur sogenannten Freimachung des Baufelds. Hierbei werden Wurzelstöcke und kleine Nebengebäude entfernt und somit das Baufeld vorbereitet für Baustelleneinrichtungs- und Erdbauarbeiten, die voraussichtlich ab September 2026 starten. Die Bauarbeiten erfolgen in zwei Abschnitten: Von 2026 bis 2029 entstehen die beiden Neubauten, während das Bestandsgebäude in Betrieb bleibt. Nach Fertigstellung der Neubauten ziehen die Kinder in die beiden Einrichtungen an den Rändern des Areals. Von 2029 bis 2032 werden das Bestandsgebäude generalsaniert sowie der Ostflügel teilweise abgebrochen.
Es wird eine Förderung des Bundes von circa 3,19 Millionen Euro erwartet. Diese setzt sich aus den Programmen Klimafreundlicher Neubau (KFN) mit dem Effizienzgebäudestandard 40 und dem Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) für die Neubauten sowie der Bundesförderung für effiziente Gebäude für die Generalsanierung zusammen. maj
• Bruttogrundfläche: 12 460 Quadratmeter
• Bruttorauminhalt: 42 166 Kubikmeter
• Bauzeit: 2026-2032
• Projektleitung: Stadt Nürnberg, Hochbauamt
• Objektplanung: Diezinger Architekten GmbH, Regensburg
• Bauleitung: Diezinger Architekten GmbH, Regensburg
• Freianlagen: EGL GmbH, Erlangen
• Planung Technische Gebäudeausrüstung: Hubert+Freihart Ingenieure, Eichstätt
• Elektro-Planung: ETPB Schön GmbH, Emskirchen
• Tragwerksplanung: TRAGRAUM Ingenieure PartmbB, Regensburg
• Brandschutzplanung: ISN BRANDSCHUTZPRÜFUNG, Nürnberg