Als einer der größten Energieverbraucher der Nürnberger Stadtverwaltung arbeitet die Stadtentwässerung und Umweltanalytik Nürnberg (Sun) konsequent daran, bis 2035 klimaneutral zu werden. Das Ziel ist fest im Qualitätsmanagement des Eigenbetriebs verankert und wird durch ein umfassendes Monitoring sowie zahlreiche technische und organisatorische Maßnahmen verfolgt. Über den aktuellen Stand der Umsetzung informierte die Werkleitung den Werkausschuss des Stadtrats am Freitag, 24. Juli 2026, in einem Sachstandsbericht.
„Klimaschutz und eine sichere Abwasserentsorgung gehen bei Sun Hand in Hand. Unsere Investitionen zahlen sich mehrfach aus: Sie reduzieren den Energieverbrauch, stärken unsere Versorgungssicherheit und machen uns unabhängiger von externen Energiequellen. Gleichzeitig schaffen wir die Voraussetzungen, um auch zukünftige gesetzliche Anforderungen wirtschaftlich und verlässlich zu erfüllen. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass wir auf einem guten und zukunftsfähigen Weg zur Klimaneutralität bis 2035 sind“, betont Britta Walthelm, Referentin für Umwelt und Gesundheit und Erste Werkleiterin Sun.
Die aktuelle Treibhausgasbilanz zeigt, dass die Gesamtemissionen von Sun im Jahr 2025 bei rund 39 000 Tonnen CO₂-Äquivalenten lagen. Gleichzeitig wurden bereits erhebliche Fortschritte erzielt: Durch Investitionen in moderne Anlagentechnik konnten Energieverbrauch und Emissionen spürbar reduziert werden. So senkten allein die zwischen 2023 und 2026 erneuerten Verdichteranlagen auf den beiden Klärwerken den Strombedarf von Sun um rund sechs Prozent.
Schwerpunkt Energieversorgung
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau der Eigenenergieerzeugung. Derzeit entstehen zahlreiche Photovoltaikanlagen, mit denen die installierte Leistung innerhalb weniger Jahre von derzeit rund 70 Kilowatt-Peak auf etwa 1,5 Megawatt-Peak steigen soll. Ergänzt wird dies durch den Ausbau der Klärgasnutzung, die Planung einer neuen Energiezentrale sowie eine Kooperation mit dem regionalen Energieversorger, um die im Abwasser enthaltene Wärme für die Fernwärmeversorgung nutzbar zu machen. Parallel dazu elektrifiziert Sun schrittweise den Fuhrpark und steigert kontinuierlich die Energieeffizienz ihrer Anlagen.
Auch bei großen Investitionsvorhaben wie der Modernisierung der Klärwerke spielen Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit eine zentrale Rolle. Dabei werden unter anderem nachhaltige Baustandards, Lebenszykluskosten sowie eine langfristig resiliente Infrastruktur berücksichtigt.
Die Maßnahmen dienen nicht nur dem Klimaschutz, sondern erhöhen zugleich die Versorgungssicherheit, reduzieren die Abhängigkeit von externer Energieversorgung und senken langfristig Betriebs- und Energiekosten. Bereits heute erreicht Sun einen Eigenversorgungsgrad von rund 62 Prozent bei Strom und 100 Prozent bei Wärme und erfüllt damit frühzeitig Zwischenziele der neuen EU-Kommunalabwasserrichtlinie.
Herausforderungen
Trotz der bereits erzielten Erfolge bestehen weiterhin Herausforderungen. Ein Teil der Treibhausgasemissionen entsteht unvermeidbar im biologischen Reinigungsprozess oder entlang der Lieferketten und kann derzeit technisch nur begrenzt beeinflusst werden. Deshalb setzt Sun neben Energieeffizienz und dem Ausbau erneuerbarer Energien verstärkt auf Forschung und Entwicklung – unter anderem zur Reduzierung von Prozessgasen, zur Sektorenkopplung sowie zur Weiterentwicklung digitaler Modelle für den Klärwerksbetrieb.
Mit den bereits umgesetzten und den geplanten Maßnahmen sieht sich Sun insgesamt gut aufgestellt, um den Anforderungen einer klimafreundlichen, resilienten und wirtschaftlichen Abwasserentsorgung auch in Zukunft gerecht zu werden. jos