Markenzeichen der Stadt Nürnberg

Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 885 / 06.08.2026

Ein gehörloser Vater als Ursprung einer besonderen Stiftung: 25 Jahre Heinz und Inge Tschech Stiftung

Ein gehörloser Vater, ein Brauerei-Vorstand und eine engagierte Lehrerin: Aus dieser Familiengeschichte ist eine Nürnberger Stiftung entstanden, die seit 25 Jahren Menschen mit Hörbehinderung fördert. Die gemeinnützige Heinz und Inge Tschech Stiftung, verwaltet von der Stadt Nürnberg, begeht 2026 ihr Jubiläum – und startet gleichzeitig mit erweitertem Auftrag in die Zukunft: Seit 2025 fördert sie neben Ausbildungsprojekten auch Vorhaben im gesundheitlichen und wissenschaftlichen Bereich. Gefeiert wird zugleich das Andenken an Gründerin Inge Tschech, die in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag begangen hätte.

Eine Geschichte mit biografischen Wurzeln
Der Ursprung der Stiftung reicht weiter zurück als bis ins Gründungsjahr 2001. Heinz Tschech, langjähriger Vorstandsvorsitzender der Tucher Bräu AG in Nürnberg, wuchs mit einem gehörlosen Vater auf. Nach den damaligen gesetzlichen Vorgaben durfte dieser ausschließlich gehörlose Lehrlinge ausbilden. Diese Erfahrung begleitete Heinz Tschech sein Leben lang und weckte in ihm den tiefen Wunsch, Menschen mit Hörbehinderung bessere Bildungs- und Ausbildungschancen zu eröffnen.

Nach dem Tod ihres Mannes machte Inge Tschech diesen Wunsch zur Wirklichkeit: 2001 gründete sie die gemeinnützige Stiftung, die heute von der Stadt Nürnberg verwaltet wird. Als jahrelange Lehrerin an Nürnberger Volksschulen brachte sie pädagogische Erfahrung und soziales Verantwortungsbewusstsein in die Stiftungsarbeit ein und setzte sich mit großem persönlichem Einsatz für hörbehinderte Menschen in Nürnberg ein. 2019 verstarb Inge Tschech – ihr Engagement wirkt in der Stiftung bis heute fort.

25 Jahre Förderung – und ein erweiterter Auftrag
Seit ihrer Gründung konzentriert sich die Stiftung auf die Förderung von Ausbildungsmöglichkeiten für Menschen mit Hörbehinderung. Zu den geförderten Institutionen zählen unter anderem das Berufsbildungswerk Bezirk Mittelfranken Hören.Sprache.Lernen, die Gesellschaft Inklusion Bildung, die Paul-Ritter-Schule sowie Regens Wagner Zell – Offene Hilfen Nürnberg (Zentrum für Hörgeschädigte) sowie die Heilpädagogische Tagesstätte. Die jährliche Fördersumme beträgt rund 35 000 Euro, das Stiftungsvermögen liegt bei 3,3 Millionen Euro.

Ab 2025 wurde der Förderrahmen bewusst erweitert: Künftig können auch Projekte im gesundheitlichen und wissenschaftlichen Bereich unterstützt werden, mit dem Ziel, nicht nur Folgen, sondern bereits die Ursachen von Hörbehinderungen zu bekämpfen.

Mitmachen und unterstützen
Um diese Arbeit langfristig zu sichern und noch mehr Menschen erreichen zu können, freut sich die Stiftung über Spenden und Zustiftungen. Überweisungen sind möglich unter IBAN: DE51 7605 0101 0014 5518 32, Verwendungszweck „Tschech Stiftung ‚Zustiftung'“ oder „Spende“ sowie Name und Adresse des Absenders.    jos

Weitere Informationen unter stiftungsverwaltung.nuernberg.de oder telefonisch unter 09 11 / 2 31-26 31.