Nürnberg befindet sich weiterhin auf einem guten Weg zu einer nachhaltigen Mobilität. Die Nürnberger VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft und die Verwaltung haben am Donnerstag, 30. Juli 2026, dem neu gewählten Stadtrat im Verkehrsausschuss über den Fortschritt der Straßenbahnprojekte im Zuge des geplanten Ausbaus des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) berichtet.
„Wir investieren mit dem geplanten umfassenden Ausbau der Straßenbahn in eine klimataugliche und lebenswerte Zukunft unserer Stadt. Die Schaffung von leistungsfähigen Angeboten auf der Schiene ist immer auch ein Generationenprojekt, das sich aufgrund seiner positiven Eigenschaften und Potenziale künftig um ein Vielfaches bezahlt machen wird. Die leistungsfähige Straßenbahn ergänzt sich dabei optimal mit dem hocheffektiven U-Bahn-Netz. Gemeinsam bilden sie das Rückgrat der Mobilität im kommunalen Nahverkehr. Die Straßenbahn ist neben der U-Bahn ein unverzichtbarer Bestandteil einer Mobilitätswende, um die umweltpolitischen und verkehrspolitischen Ziele der Stadt Nürnberg Wirklichkeit werden lassen zu können“, erklärt Bürgermeister Andreas Krieglstein.
Im Dezember 2024 hat der Stadtrat das „ÖPNV-Maßnahmenprogramm 2035 – Gesamtkonzept Ausbau und Angebotsanpassungen“ beschlossen. Hierbei haben die VAG und die Verwaltung alle Straßenbahnprojekte anhand zentraler Kriterien wie Kundennutzen, Förderfähigkeit, Netzdienlichkeit, personellen Ressourcen, Finanzierbarkeit und Dringlichkeit priorisiert. So wurde sichergestellt, dass der weitere Straßenbahnausbau trotz begrenzter personeller und finanzieller Kapazitäten effizient und zielgerichtet vorangetrieben werden kann.
Tim Dahlmann-Resing, Sprecher des VAG-Vorstands, sieht im ÖPNV-Maßnahmenprogramm 2035 für die Menschen in Nürnberg, aber auch darüber hinaus, eine Chance: „Unsere Erfahrungen zeigen, dass die Menschen ein gutes ÖPNV-Angebot zu schätzen wissen und dann auch nutzen. Die Einführung der Straßenbahnlinien 10 und 11 hat uns beispielsweise im Straßenbahnbereich einen deutlichen Zuwachs an Fahrgästen gebracht.“ Dahlmann-Resing ergänzt: „Unsere Studie über den Wirtschaftsfaktor ÖPNV am Beispiel der VAG zeigt zudem, dass der ÖPNV einen hohen Nutzen auf verschiedenen Ebenen hat. Die Ergebnisse belegen eindrucksvoll, dass sich Investitionen in den ÖPNV lohnen. Sie ermöglichen Einkommen, die Investitionen kommen überwiegend der regionalen Wirtschaft zugute und die öffentliche Hand hat Steuereinnahmen. Und das Wichtigste darüber hinaus: Der öffentliche Nahverkehr ist das Rückgrat der umwelt- und klimafreundlichen Mobilität.“
Straßenbahnprojekte 2026-2035
Der erste Meilenstein ist im Dezember betriebsbereit: Der Stadtpark wird wieder mit einer Straßenbahnlinie angebunden sein. Mit Inbetriebnahme der Verlängerung der Linie 7 vom Hauptbahnhof zur Haltestelle Stadtpark können der sehr stark ausgelastete Streckenabschnitt der U-Bahnlinien U2 und U3 Hauptbahnhof-Wöhrder Wiese-Rathenauplatz entlastet werden und neue Ziele umsteigefrei erreicht werden. Weiterhin laufen die Bauvorbereitungen für den Straßenbahnlückenschluss in der Minervastraße im Nürnberger Süden. Damit werden neue Direktverbindungen geschaffen und die Betriebsstabilität verbessert. Das umfassende Grunderneuerungspaket der Straßenbahninfrastruktur in der Südstadtachse wird in mehreren Abschnitten erfolgen. Dabei werden dringend notwendige Sanierungsarbeiten gemeinsam mit dem barrierefreien Neu- und Umbau von Haltestellen und Gleisanlagen ausgeführt. So zum Beispiel die Haltestelle Landgrabenstraße und der Neubau der Haltestelle Melanchthonplatz. Auch hierfür laufen die Bauvorbereitungen bereits. Die Umgestaltung des Plärrers und die Straßenbahnverlängerung in den neuen Stadtteil Lichtenreuth mit der neuen Technischen Universität Nürnberg befinden sich derzeit im Planfeststellungsverfahren. Für den ersten Bauabschnitt der gemeinsamen Stadt-Umland-Bahn Nürnberg-Erlangen-Herzogenaurach, nämlich die Verlängerung der Straßenbahn von der bisherigen Endhaltestelle Am Wegfeld bis zur Stadtgrenze bei Reutles, wird derzeit der Antrag auf Planfeststellung fertiggestellt.
Aufgrund der angespannten Haushaltslage der Stadt Nürnberg ist es zwingend notwendig, auf Förderprogramme von Bund und Land zurückzugreifen und damit Fördermittel im erheblichen Umfang abzurufen. Dadurch kann der Stadtanteil auf voraussichtlich 150 Millionen Euro reduziert werden. In einer Gesamtbetrachtung auf zehn Jahre sind deshalb diese Vorhaben für den Gesamthaushalt der Stadt Nürnberg weniger belastend.
„Das ÖPNV-Angebot in Nürnberg ist bereits heute sehr attraktiv. Mit dem neuen Mobilitätsreferat wollen wir vor allem die verwaltungsinternen Abläufe optimieren und Planungs- und Umsetzungsphasen verkürzen“, erklärt Bürgermeister Andreas Krieglstein. „Dadurch soll der Ressourceneinsatz, also Personal- und Finanzmittel, auch in schwierigen Haushaltslagen in noch vertretbarem Umfang erfolgen." tom