Markenzeichen der Stadt Nürnberg

Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 920 / 28.08.2026

shift/walls – Urbane Kunst entsteht live

Von Freitag bis Sonntag, 11. bis 27. September 2026, wird das Kunsthaus gemeinsam mit dem Festsaal des Künstlerhauses zum offenen Atelier: Mit shift/walls arbeiten acht Kunstschaffende zeitgleich vor Publikum und machen urbane Kunst als lebendigen Entstehungsprozess erlebbar. Die Ausstellung verlagert den Fokus vom präsentierten Werk auf dessen Entstehung – und eröffnet den Besucherinnen und Besuchern seltene Einblicke in einen kreativen Prozess, der im Ausstellungskontext meist im Verborgenen bleibt.

Graffiti, Installation, Performance, Klang, Zeichnung und konzeptuelle Kunst: zwei Wochen lang wird parallel in einem gemeinsamen Atelier gearbeitet. Unterschiedliche künstlerische Arbeitsweisen treffen aufeinander, reagieren auf den Raum und entwickeln sich im Austausch miteinander weiter. Was sonst hinter Atelierwänden geschieht, wird Teil der Ausstellung: Entscheidungen, Zweifel, spontane Eingriffe und neue Ideen bleiben sichtbar und prägen den fortlaufenden Prozess.

Dabei verändert sich nicht nur die Kunst, sondern auch der Ausstellungsraum selbst. Wände werden bemalt, Räume neu gelesen, Klang breitet sich aus und performative Momente entstehen zwischen den Arbeiten. Selbst der Außenraum wird Teil des Projekts, wenn dort großformatige Arbeiten Schritt für Schritt wachsen. Jeder Tag hinterlässt neue Spuren – wer mehrmals kommt, erlebt shift/walls immer wieder anders.

Während des Projekts laden Kunsthaus und Künstlerhaus dazu ein, den Kunstschaffenden bei ihrer Arbeit zu begegnen und den Entstehungsprozess unmittelbar mitzuerleben. An den Wochenenden erweitert der Festsaal das Atelier um einen Community Space – eine Möglichkeit für eigenes Ausprobieren, Rundgänge und gemeinsames Verweilen, bei dem Besuchende und Kunstschaffende miteinander ins Gespräch kommen können.

Den Abschluss bildet ein Präsentationswochenende mit kulinarischer Begleitung. Dann verdichten sich zwei intensive Wochen gemeinsamer Arbeit zu einem vielschichtigen Gesamtbild und zeigen, was nur in dieser besonderen Konstellation, in dieser begrenzten Zeit und durch den offenen Prozess vor Ort entstehen konnte. shift/walls ist eine Kooperation von Kunsthaus und Künstlerhaus Nürnberg und wird von der Sparkasse Nürnberg unterstützt.

Weitere Einblicke in das Projekt gibt es fortlaufend auf den Instagramkanälen @kunsthausnuernberg und @kuenstlerhaus_nbg #shiftwalls.

Die Kunstschaffenden der vierten Ausgabe
shift/walls bringt folgende acht interdisziplinär arbeitende Personen und Gruppen zusammen, deren Arbeitsweisen unterschiedlicher kaum sein könnten, und die doch eine gemeinsame Haltung verbindet: die Offenheit für Prozess, Austausch und Experiment.

ATE Crew
ATE ist ein Künstlerduo aus Nürnberg und Würzburg, das seine Wurzeln in der Graffiti-Kultur hat. Chris Schlosser und Simon van Riel entwickeln daraus eine eigenständige, farbintensive Bildsprache, die sich zwischen großformatigen Murals, Illustration und zeitgenössischer urbaner Kunst bewegt. Charakteristisch ist ihr gemeinsamer Arbeitsprozess, bei dem zwei individuelle Handschriften zu einer visuellen Sprache verschmelzen und sich im Dialog kontinuierlich weiterentwickeln. Bei shift/walls werden sie den Außenraum des Künstlerhauses bespielen und den offenen Entstehungsprozess ihrer großformatigen Arbeiten unmittelbar erlebbar machen.


Paul Biessmann
Paul Biessmann arbeitet mit Klangkunst, Medienkunst und interaktiven Technologien. Mit Live-Elektronik, generativen Visuals, Sensorik und installativen Formaten schafft er Situationen, in denen Klang, Raum und Bewegung unmittelbar aufeinander reagieren. Seine Arbeiten laden das Publikum dazu ein, Räume nicht nur visuell, sondern auch akustisch und körperlich wahrzunehmen, wobei digitale Technologien nie Selbstzweck, sondern Mittel für neue Erfahrungsräume sind. Für shift/walls eröffnet seine Position eine weitere Dimension des urbanen Raums und erweitert den sichtbaren Prozess um eine vielschichtige klangliche Ebene.

Serena Landriel
Serena Landriel arbeitet als Tänzer*in und Choreograf*in an der Schnittstelle von Bewegung, Performance und bildender Kunst. Im Zentrum steht der Körper als Medium – als Träger von Erinnerung, Beziehung und räumlicher Erfahrung. In kollaborativen Arbeiten entstehen Choreografien, die den Dialog mit Architektur, Klang und anderen künstlerischen Positionen suchen. Bei shift/walls erweitert diese performative Praxis den gemeinsamen Arbeitsprozess um eine körperliche Ebene und eröffnet neue Perspektiven auf den Raum.

Alessia Pennavaria & Joseph Lanzinger
Als Duo entwickeln Alessia Pennavaria und Joseph Lanzinger ortsspezifische Arbeiten an der Schnittstelle von Installation, digitalem Bild und Performance. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die Frage, wie Architektur, Erinnerung und digitale Bildwelten unsere Wahrnehmung von Räumen prägen. Mit präzisen Eingriffen schaffen sie Situationen, die vertraute Orte neu lesbar machen und den Ausstellungsraum selbst zum aktiven Teil ihrer Arbeiten werden lassen. Für shift/walls bringen sie eine Position ein, die den Prozess des gemeinsamen Arbeitens räumlich erweitert und den White Cube als wandelbaren Erfahrungsraum herausfordert.

Nora Lösel
Nora Lösel verbindet Installation, Objekt, Malerei und zunehmend auch Text zu vielschichtigen Arbeiten, in denen Material, Sprache und Körper miteinander in Beziehung treten. Künstliche Materialien, Fundstücke und skulpturale Elemente schaffen Situationen zwischen Vertrautem und Irritation. Ihre Projekte entstehen häufig ortsbezogen und entwickeln ihre Wirkung im Zusammenspiel mit Architektur und Publikum. Bei shift/walls trifft diese offene Arbeitsweise auf einen Prozess, in dem Material, Sprache und Raum fortwährend neu verhandelt werden.

Lola Vorläufer
Lola Vorläufer bedient sich der Konzeptkunst, Installation und Performance. Ihre Projekte entstehen häufig aus konkreten Orten und Begegnungen und untersuchen, wie gesellschaftliche Strukturen, feministische Fragestellungen und kollektive Erfahrungen Räume prägen. Mit dem feministischen Kollektiv who___we___are entwickelte sie Formate, in denen Austausch und gemeinsames Handeln selbst zum künstlerischen Material werden. Bei shift/walls erweitert sie den offenen Arbeitsprozess um eine Praxis, die den Dialog als Ausgangspunkt künstlerischen Handelns versteht.    tom

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