Markenzeichen der Stadt Nürnberg

Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 953 / 08.09.2026

„Tag des offenen Denkmals“ 2026 in Nürnberg

Besondere Einblicke bietet der „Tag des offenen Denkmals“ am Sonntag, 13. September 2026. Auch in Nürnberg öffnen unter dem Motto „NetzWERKE – Denkmale und Infrastruktur“ zahlreiche Denkmale ihre Pforten. Dieses Jahr findet die offizielle Auftaktveranstaltung um 10 Uhr auf dem Unschlittplatz, umrahmt vom mächtigen Unschlitthaus, dem Dudelsackpfeiferbrunnen und bedeutenden Bürgerhäusern, statt. Grußworte sprechen Bürgermeister Dr. Nasser Ahmed, Dr. Andrea Kluxen als Ortskuratorin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sowie Karl-Heinz Enderle, 1. Vorsitzender der Altstadtfreunde Nürnberg e. V.

Im Anschluss an die Auftaktveranstaltung laden zahlreiche Führungen und Besichtigungen dazu ein, Nürnberg und seine Denkmale aus neuen Perspektiven zu entdecken. Neben bekannten historischen Orten öffnen auch sonst nicht zugängliche Gebäude und Bereiche ihre Türen. Das diesjährige Motto „NetzWERKE – Denkmale und Infrastruktur“ macht dabei sichtbar, wie eng historische Gebäude mit Verkehrswegen, Versorgung, Handel und gesellschaftlichem Leben verbunden sind – und wie sie die Entwicklung Nürnbergs bis heute prägen.

Das vollständige Programm in Nürnberg mit allen teilnehmenden Denkmalen, Führungen und Veranstaltungen ist abrufbar unter www.tag-des-offenen-denkmals.de. 

Ein Bürgerhaus mit bewegter Geschichte
Gleich neben dem Ort der Auftaktveranstaltung führen halbstündlich Rundgänge durch das Haus Obere Wörthstraße 19. Das 1448 errichtete Fachwerkhaus wurde im 17. Jahrhundert unter anderem um die heutige Steinfassade, einen Seitenflügel und den markanten Aufzugserker ergänzt. Nach schweren Schäden im Zweiten Weltkrieg wird das Gebäude heute von seinen Eigentümern mit großem Engagement instandgesetzt. Es zeigt beispielhaft, wie private Eigentümerinnen und Eigentümer zum Erhalt des Nürnberger Bauerbes beitragen. Eine Voranmeldung ist hier nicht erforderlich.

Auf Spurensuche im ehemaligen Kaufhof
Ein ungewöhnlicher Einblick erwartet angemeldete Besucherinnen und Besucher im ehemaligen Kaufhof an der Königstraße. Das erst 2023 als Kulturdenkmal erfasste Warenhaus steht exemplarisch für den Wirtschaftsboom der Nachkriegszeit und den Wandel der Nürnberger Innenstadt. Bei zwei Führungen um 11 Uhr und um 14 Uhr geht es mit Fachleuten aus Hochbauamt und Unterer Denkmalschutzbehörde der Stadt Nürnberg unter anderem in Technikräume, leerstehende Obergeschosse und auf verschiedene Terrassenbereiche. Dabei stehen sowohl die Baugeschichte als auch die Zukunft des Gebäudes im Mittelpunkt. Wenige Plätze sind noch für die Führung um 14 Uhr frei. Eine Anmeldung ist möglich unter der Mailadresse BoB_2-2@stadt.nuernberg.de.

Denkmalgerechte Zukunft für eine historische Scheune
Im ehemaligen Hofanwesen „Beim Deutschherrn“ an der Großreuther Straße 84 in Großreuth hinter der Veste steht eine historische Scheune aus dem Jahr 1579 im Mittelpunkt. Bei vier Führungen um 11 Uhr, 12 Uhr, 13 Uhr und 15 Uhr zeigt der Verein Bauernhausfreunde e. V., wie sich die wertvolle Bausubstanz erhalten und zugleich zukunftsfähig nutzen lässt. Pläne und die mächtige Holzkonstruktion geben Einblicke in mögliche Lösungen. Mit festem Schuhwerk und unter Begleitung können Schwindelfreie zudem die Reste des Halbwalms der ehemaligen „Schwedenscheune“ erkunden. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Denkmalschutz braucht Netzwerke
Denkmalschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Eigentümerinnen und Eigentümer, Fachleute, Behörden, Vereine, Stiftungen, Handwerksbetriebe und engagierte Bürgerinnen und Bürger tragen gemeinsam dazu bei, historische Bausubstanz zu erhalten und weiterzuentwickeln. Das diesjährige Motto rückt diese Verbindungen zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in den Mittelpunkt.     jos