Bei seinem Vortrag „Hanna Solf: Widerstandskämpferin, Angeklagte und Zeugin der Anklage“ gibt Eugen Solf Einblicke in das bewegte Leben seiner Großmutter. Vorab erläutert Lokalhistoriker Thomas Auburger die Tätigkeiten des Volksgerichtshofs im Nürnberger Justizgebäude und stellt einzelne Prozesse vor. Die Veranstaltung läuft am Dienstag, 22. September 2026, um 19 Uhr im Saal 600 des Memoriums Nürnberger Prozesse, Bärenschanzstraße 72.
Als engagierte Widerstandskämpferin im Umfeld des sogenannten Solf-Kreises stellte sich Hanna Solf mutig gegen das NS-Regime und geriet dadurch selbst ins Visier der Verfolgungsbehörden. Ihre Verhaftung und Anklage vor dem Volksgerichtshof markierten einen dramatischen Wendepunkt, den sie nur knapp überlebte. Nach Kriegsende wurde sie zu einer wichtigen Zeugin in Verfahren gegen NS-Täter und trug zur juristischen Aufarbeitung bei. Der Vortrag zeichnet ihren Weg zwischen Mut, Gefahr und Verantwortung nach und eröffnet einen persönlichen Blick auf eine außergewöhnliche Frau der Zeitgeschichte.
Der Volksgerichtshof diente während der nationalsozialistischen Unrechtsherrschaft der Bekämpfung sogenannter Staatsfeinde. Vor diesem obersten politischen Gericht wurden über 16 700 Menschen angeklagt. Ab 1942 endete etwa jedes zweite Verfahren mit der Todesstrafe. Noch bis Sonntag, 27. September, informiert die Ausstellung „Der Volksgerichtshof 1934-1945. Terror durch Recht“ im Cube 600 des Memoriums, Fürther Straße 104, über Funktion, Personal und Urteile des Gerichts sowie die Folgen seiner rechtlosen Praxis für die Opfer.
Der Eintritt in die Ausstellung sowie zum Vortrag ist frei. Um Anmeldung zum Vortrag per E-Mail an memorium@stadt.nuernberg.de wird gebeten. ja