Markenzeichen der Stadt Nürnberg

Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 1002 / 18.09.2026

Schreiblabs für junge Menschen und ihre Perspektiven im BZ

Für junge Menschen zwischen 18 und 26 Jahren bietet das Bildungszentrum Nürnberg (BZ) von Freitag bis Sonntag, 6. bis 8. November 2026, zwei Schreiblabs unter dem Titel „Vielfalt wird zusammen geschrieben“ an. Die Workshops richten sich speziell an alle, die sonst wenig Raum finden, um ihre Perspektiven auszudrücken. Ein Schreiblab findet mit dem Autor Ozan Zakariya Keskinkılıç zum Thema „Liebe für Alle! Queersein erzählen“ statt, das zweite wird von der Autorin Alice Hasters begleitet und steht unter dem Motto „Ich und mein Dazwischen. Schreiben über Zugehörigkeit & Herkunft“. Junge Menschen mit Migrationserfahrung, queere oder LSBTIQ*-Personen sowie junge Erwachsene, die mit finanziellen oder sozialen Hürden zu tun haben, können hier mit Unterstützung der beiden bekannten Literaturschaffenden passende Textformen und ihren eigenen Stil finden. Die Teilnahme kostet 20 Euro. Weitere Informationen und die Möglichkeit, sich bis Ende September zu bewerben, gibt es auf bz.nuernberg.de und go.nuernberg.de/schreiblabs. 

In den Schreiblabs können sich die jungen Menschen mit den Fragen auseinandersetzen, die sie wirklich bewegen: Wo gehöre ich hin? Wer bin ich? Wie werde ich gesehen – und wie will ich gesehen werden? Die Workshops bieten einen geschützten Raum, um sich selbst beim Schreiben auszuprobieren, Schritt für Schritt die eigene Sprache zu entwickeln und sich mit anderen jungen Menschen auszutauschen. Am Sonntag, 15. November, um 19 Uhr werden ausgewählte Texte, die bei den Schreiblabs entstanden sind, bei einer Abschlussfeier im Staatstheater Nürnberg vorgelesen.

Über die Kursleitenden
Die Autorin Alice Hasters arbeitete unter anderem für die Tagesschau und moderierte bei Deutschlandfunk Nova sowie dem RBB. Gemeinsam mit Maxi Häcke spricht sie im Podcast „Feuer & Brot“ über Feminismus und Popkultur. Ihr Bestseller „Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten“ belegte 2020 Platz 5 der Jahresbestsellerliste Sachbuch im Paperback. 2023 erschien „Identitätskrise“, zuletzt „Anti Opfer. Warum wir Verletzlichkeit verachten“.

Ozan Zakariya Keskinkılıç studierte Politikwissenschaften in Wien, Berlin und Cambridge. 2022 erschien sein Lyrikdebüt „Prinzenbad“, 2023 das Sachbuch „Muslimaniac. Die Karriere eines Feindbildes“. Seine Texte wurden in Zeitschriften und Anthologien veröffentlicht und in mehrere Sprachen übersetzt. 2025 wurde er unter anderem mit dem „aspekte“-Literaturpreis des ZDF und dem Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis ausgezeichnet, 2026 mit dem Max Frisch-Förderpreis. Bei den 50. Tagen der deutschsprachigen Literatur im Juni 2026 in Klagenfurt gewann er den Deutschlandfunk-Preis. „Hundesohn“ ist sein erster Roman.

Das Projekt findet in Zusammenarbeit mit der Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland (isd) – Nürnberg e. V. statt und wird vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Kinder- und Jugendplans des Bundes gefördert.

Alice Hasters und Ozan Zakariya Keskinkılıç sind auch bei einer Gesprächsrunde am BZ zu Gast: Am Samstag, 7. November, um 18 Uhr diskutieren sie in der Veranstaltung „Die neue Härte. Warum Empathie plötzlich unter Verdacht steht“ über den Wandel öffentlicher Diskurse, über gesellschaftliche Verhärtungen, neue Feindbilder und die Frage, wie solidarisches Zusammenleben trotzdem gelingen kann. Tickets sind für 12 Euro über bz.nuernberg.de erhältlich (Kursnummer 30804).    jos