Markenzeichen der Stadt Nürnberg

Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 1026 / 23.09.2026

Fachkongress in Nürnberg: Kommunale Gebäude als Vorbilder für die Energiewende 

Wie können Kommunen Gebäude nachhaltig und klimaneutral gestalten, gleichzeitig wirtschaftlich bauen und die Kosten für Betrieb sowie Sanierung im Blick behalten? Dieser Frage hat sich der 28. Deutsche Fachkongress für kommunales Energiemanagement am Dienstag und Mittwoch, 22. und 23. September 2026, in Nürnberg gewidmet. Unter dem Motto „Vorbild kommunale Gebäude: einfach, nachhaltig, klimaneutral“ waren mehr als 200 Fachleute aus dem gesamten Bundesgebiet in der Kulturwerkstatt Auf AEG zu Gast. Veranstalter des jährlich stattfindenden Kongresses ist das Deutsche Institut für Urbanistik (DIfU) in Kooperation mit der jeweils ausrichtenden Kommune – in diesem Jahr die Stadt Nürnberg.

„Kommunale Gebäude sind mehr als nur Bauwerke. Sie sind Teil unserer Infrastruktur und damit ein wichtiger Baustein für Klimaschutz, Versorgungssicherheit und die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt“, sagt Oberbürgermeister Marcus König. „Nürnberg zeigt mit zahlreichen Projekten, dass sich Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Wirtschaftlichkeit miteinander verbinden lassen. Gerade beim Bauen und Sanieren können digitale Lösungen helfen, Gebäude effizienter zu planen, zu betreiben und zu modernisieren. Gleichzeitig müssen wir unsere städtischen Strukturen resilient für die Herausforderungen der kommenden Jahre machen – vom Klimawandel bis zur Sicherung unserer Energieversorgung.“

Zum Auftakt des Kongresses konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei sechs Exkursionen konkrete Nürnberger Projekte kennenlernen. Auf dem Programm standen unter anderem der Energiecampus Nürnberg und das Klärwerk 1. Damit erhielten die Gäste einen unmittelbaren Einblick in unterschiedliche Ansätze für nachhaltige Sanierung, Energieeffizienz, Mobilitätswende, Forschung und den Umgang mit bestehender Bausubstanz.

Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber betont: „In unseren Kommunen wird Politik sichtbar und konkret. Auch Klimaschutz geschieht zu einem großen Teil in den Kommunen. Wichtige energiepolitische Maßnahmen werden auf kommunaler Ebene umgesetzt: kommunale Wärmeplanung, energetische Sanierung öffentlicher und privater Gebäude sowie der Ausbau erneuerbarer Energien. Unsere Energiezukunft ist erneuerbar: Erneuerbare sind Freiheitsenergien, stärken unsere Energieunabhängigkeit, machen uns krisenfester. Unsere Kommunen sind ein wesentlicher Teil der Lösung.“

Beim Podiumsgespräch „Einfaches Bauen – Sparwut oder clever gemacht?“ wurde unter anderem darüber diskutiert, wie Bau- und Sanierungsvorhaben angesichts steigender Kosten, knapper kommunaler Haushalte und wachsender Anforderungen an den Klimaschutz umgesetzt werden können. Einigkeit bestand darin, dass Vereinfachung nicht mit Qualitätsverlust gleichzusetzen ist. Vielmehr können eine ganzheitliche Planung, weniger Kleinteiligkeit, eine sinnvolle Flächennutzung und effiziente Betriebsstrukturen dazu beitragen, kommunale Gebäude dauerhaft wirtschaftlicher und nachhaltiger zu machen. „Für mich ist deshalb ein Gedanke besonders wichtig: Nachhaltiger Bau und Betrieb, das ist sozial. Denn jeder Euro, den wir dauerhaft bei Energie und Betriebskosten sparen, steht an anderer Stelle zur Verfügung – für Bildung, Wohnungen, soziale Infrastruktur, Feuerwehr und Bevölkerungsschutz“, so Wohnungs- und Baubürgermeister Dr. Nasser Ahmed.

„Der große Wert eines solchen Fachkongresses liegt darin, dass Kommunen nicht nur über Ziele sprechen, sondern ihre Erfahrungen miteinander teilen“, erklärt Björn Weber vom DIfU, der den Kongress an beiden Tagen moderierte. „Die Beispiele aus Nürnberg und den anderen teilnehmenden Städten zeigen: Kommunales Energiemanagement ist längst eine Querschnittsaufgabe. Es verbindet Planung und Bau mit Gebäudebetrieb, Digitalisierung, Wärmeplanung, erneuerbaren Energien und der Frage, wie Kommunen ihre Infrastruktur resilient aufstellen können. Gerade der Austausch über konkrete Lösungen hilft dabei, aus einzelnen guten Projekten übertragbare Ansätze für viele Städte und Gemeinden zu entwickeln.“

Der zweite Kongresstag startete mit einem Impulsvortrag zum Thema „Kommunale Gebäude im Wandel: Strategien für Planung, Bau und Betrieb“ von Christa Heckel, Leiterin des Direktoriums Planen und Bauen der Stadt Nürnberg. Dabei wurden auch Fragen des zirkulären Bauens, der Flächensuffizienz und des Verhältnisses von Neubau und Sanierung aufgegriffen. Für Nürnberg steht dabei eine ganzheitliche Betrachtung im Vordergrund: Stadtplanung, Nachhaltigkeitsstrategie, Kreislaufwirtschaft und kommunales Energiemanagement sollen stärker zusammengedacht werden.

In insgesamt vier Workshop-Runden an beiden Tagen wurden zahlreiche praktische Fragestellungen vertieft. Das Spektrum reichte von „Einfaches Bauen und Klimaneutralität“ über die „Inbetriebnahme“ bis hin zur „Resilienten Energieversorgung“. Auch die Frage, wie Kommunen schnelle und messbare Einsparerfolge erzielen können, wurde aufgegriffen. Ein weiterer Schwerpunkt war die Digitalisierung des Energiemanagements.

Der 28. Deutsche Fachkongress für kommunales Energiemanagement hat deutlich gemacht: Klimaneutrale und nachhaltige kommunale Gebäude entstehen nicht durch eine einzelne technische Lösung, sondern durch das Zusammenspiel von guter Planung, effizientem Betrieb, Digitalisierung, erneuerbaren Energien, resilienten Strukturen und einem konsequenten Erfahrungsaustausch zwischen den Kommunen. Nürnberg konnte dabei zahlreiche eigene Praxisbeispiele vorstellen und zugleich von den Erfahrungen anderer Städte und Gemeinden profitieren.  maj

1 Anhang