Markenzeichen der Stadt Nürnberg

Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 1017 / 21.09.2026

„Bücher, die Angst machen“: Veranstaltungsreihe über Buchverbote und Meinungsfreiheit geht weiter

Wie frei ist der Zugang zu Büchern und Wissen – und was geschieht, wenn Literatur verboten, aus Bibliotheken entfernt oder politisch unter Druck gesetzt wird? Mit vier weiteren Veranstaltungen setzt die Reihe „Bücher, die Angst machen“ von Stadtbibliothek und Bildungszentrum im Bildungscampus Nürnberg von Ende September bis Anfang November ihre Auseinandersetzung mit Buchverboten, Meinungsfreiheit und demokratischer Teilhabe fort. Zum Auftakt der zweiten Hälfte wird am Montag, 28. September 2026, im Filmhaus Nürnberg der Emmy-prämierte Dokumentarfilm „The Librarians“ gezeigt. Es folgen eine ungewöhnliche Buchempfehlungsrunde, ein Vortrag zu Bücherverboten im historischen Kontext und zum Abschluss – am Tag der Midterm-Wahlen in den USA – ein gemeinsames Chorlesen aus verbotenen Büchern.

Hintergrund der Reihe sind internationale Entwicklungen rund um Buchverbote und den freien Zugang zu Wissen. Besonders in den USA hat die Zahl der sogenannten Book Bans in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Die Reihe greift diese Debatten auf und fragt, welche Rolle Bibliotheken und Bildungseinrichtungen für Meinungsfreiheit und demokratische Teilhabe spielen.

Die Veranstaltungen im Überblick
Am Montag, 28. September, um 19 Uhr zeigt das Filmhaus Nürnberg, Königstraße 93, den Dokumentarfilm „The Librarians“. Der Film rückt Menschen in den Mittelpunkt, die sich für den freien Zugang zu Büchern und Wissen einsetzen, und zeigt, wie Bibliothekarinnen und Bibliothekare in den USA mit zunehmenden Forderungen nach der Entfernung bestimmter Bücher umgehen. Der Film wurde 2026 mit einem Emmy in der Kategorie „Exceptional Merit in Documentary Filmmaking“ (Außergewöhnliche Leistung im Dokumentarfilm) ausgezeichnet. Im anschließenden Filmgespräch ist Johannes Neuer zu Gast, Generaldirektor der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig und ehemaliger Direktor der New York Public Library. Der Eintritt beträgt 9 Euro, 8 beziehungsweise 6 Euro ermäßigt.

Am Dienstag, 6. Oktober, um 19.30 Uhr geht es im Zeitungs-Café Hermann Kesten, Eingang über Peter-Vischer-Straße, um Bücher, die trotz – oder gerade wegen – ihrer Kontroversen lesenswert sind. Unter dem Titel „Bücher, die Angst machen (aber nicht uns!)“ stellen Menschen aus Kultur und Gesellschaft Werke vor, die zensiert, verboten oder als unbequem markiert wurden. So entsteht eine ungewöhnliche Empfehlungsliste und zugleich eine Einladung, darüber ins Gespräch zu kommen, welche Stimmen und Perspektiven in einer offenen Gesellschaft gehört werden sollten. Der Eintritt beträgt Eintritt 10 Euro, 5 Euro ermäßigt.

Einen Blick zurück in die Geschichte wirft Prof. Dr. Svenja Hagenhoff am Montag, 19. Oktober, um 18 Uhr im Bildungszentrum, Gewerbemuseumsplatz 2, Raum 3.11. In ihrem Vortrag mit anschließender Diskussion ordnet sie Bücherverbote in ihren historischen Kontext ein und zeigt, dass Versuche, den Zugang zu bestimmten Texten und Ideen zu beschränken, keineswegs ein neues Phänomen sind. Der Eintritt beträgt 10 Euro, 5 Euro ermäßigt.

Den Abschluss der Reihe bildet am Dienstag, 3. November, um 16 Uhr – dem Tag der Midterm-Wahlen in den USA – die Aktion „Gemeinsam Laut“. Im grünen Treppenhaus der Stadtbibliothek Zentrum, Gewerbemuseumsplatz 4, sind Besucherinnen und Besucher eingeladen, gemeinsam Texte aus verbotenen Büchern laut zu lesen und damit ein Zeichen für die Freiheit des Wortes und den freien Zugang zu Wissen zu setzen. Der Eintritt ist frei.    jos

Weitere Informationen und Karten unter
nuernberg.de/internet/stadtbibliothek/buecherangst.html