Markenzeichen der Stadt Nürnberg

Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 1065 / 01.10.2026

Fünf neue Baudenkmäler in Nürnberg

Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am Mittwoch, 30. September 2026, das Benehmen zur Fortschreibung der Denkmalliste der Stadt Nürnberg hergestellt. Seit der letzten Benehmens-Herstellung im September 2025 sind bis August dieses Jahres zwölf Gebäude und Gebäudegruppen vom Landesamt für Denkmalpflege besichtigt und überprüft worden. Fünf Gebäude sind neu in die Denkmalliste für die Stadt Nürnberg aufgenommen worden. Löschungen aus der Denkmalliste gab es nicht.

„Wer Nürnberg für die Zukunft gestalten will, muss wissen, woher diese Stadt kommt. Und diese Geschichte findet sich nicht nur in der Altstadt: Auch Wohnhäuser, Schulen oder Gebäude der Nachkriegszeit erzählen davon, wie Nürnberg geworden ist, was es heute ist. Dieses Wissen hilft uns, den Charakter unserer Stadt zu verstehen und ihre Zukunft verantwortungsvoll weiterzuentwickeln“, so Nürnbergs Bürgermeister für Wohnen, Bauen und Stadtentwicklung, Dr. Nasser Ahmed.

Zu den neuen Baudenkmälern unserer Stadt gehört ein Wohnhaus am Aussiger Platz 8 in Zerzabelshof. Das zweigeschossige Gebäude wurde im barockisierenden Heimatschutzstil errichtet. Die bauzeitliche Fassadengliederung ist ebenso nahezu vollständig erhalten wie zahlreiche Fenster und große Teile der Innenausstattung. In der Schmausenbuckstraße 64 wurde eine ehemalige Direktorenvilla ausgewiesen, die der Nürnberger Architekt Fritz Mayer 1950 im Stil einer konservativen Nachkriegsmoderne für MAN entworfen hatte und die bis heute kaum verändert wurde. Ebenfalls aus den 1950er-Jahren stammt das Geschäftshaus in der Vorderen Sterngasse 2. Der Nürnberger Architekt Wolfgang Crimmann errichtete es 1957/58. Charakteristisch sind das auskragende Flugdach, die Wendefenster und die Fassade aus großen Travertinplatten.

Das größte neu aufgenommene Gebäude ist die Berufliche Oberschule Nürnberg in der Rollnerstraße 15 / Ecke Pirckheimerstraße 62. Es wurde 1931/32 als Wilhelm-Löhe-Schule für Höhere Töchter errichtet und 1951/52 baugleich nach Norden erweitert. Besonders prägend sind der verglaste Treppenhausturm, das Staffelgeschoss und die steinernen Fensterrahmungen. Eher klein ist hingegen eine Neuausweisung, die zu einer bereits seit langer Zeit unter Denkmalschutz gestellten baulichen Anlage gehört: Das August-Meier-Heim in der Regensburger Straße 376-392 besitzt im hinteren Bereich des Komplexes ein Leichenhaus, welches 1958 im Zuge des Umbaus des ehemaligen Arbeiterlagers zu einem Altenpflegeheim errichtet wurde. Auch dieses wurde nun in die Denkmalliste aufgenommen.

Nach dem Bayerischen Denkmalschutzgesetz erfolgt sowohl das Untersuchen als auch das rein deklaratorische Eintragen neu erkannter Baudenkmäler durch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege in München im Benehmen mit der jeweiligen Gemeinde. Bürgerinnen und Bürger können dabei eine Eintragung in die Denkmalliste bei der Unteren Denkmalschutzbehörde anregen. Oft kommen die Hinweise auf noch nicht entdeckte Denkmale auch von Bürgervereinen oder der Stadtheimatpflegerin. Nach entsprechender Bauaktenprüfung und Terminvereinbarung mit den jeweiligen Eigentümerinnen und 
Eigentümern durch die Untere Denkmalschutzbehörde, erfolgt eine Vorortbegutachtung.

Wird ein Objekt als Denkmal erkannt, kommt es zur Nachtragung des Objekts in die Denkmalliste. Im Bayerischen Denkmalatlas ist diese Liste in einer interaktiven Online-Karte mit allen Informationen hinterlegt. Dieser Atlas informiert über den aktuellen Stand der Bau- und Bodendenkmäler sowie Ensembles in ganz Bayern und ist für alle zugänglich unter www.geoportal.bayern.de/denkmalatlas/.   maj