In der Reihe „Original Dürer!“ geht es diesmal um Albrecht Dürers Experimente in einer damals neuen künstlerischen Technik: der Eisenradierung. Ausgestellt sind aus dem Bestand der Grafischen Sammlung der Stadt Nürnberg alle sechs Eisenradierungen Dürers. Als zusätzliches Highlight ist die einzige weltweit erhaltene Radierplatte Dürers zu sehen. Die Präsentation läuft von Freitag, 16. Oktober 2026, bis zum 14. Februar 2027 im dritten Obergeschoss des Albrecht-Dürer-Hauses, Albrecht-Dürer-Straße 39.
Als süddeutsche Erfindung revolutionierte die Technik der Eisenradierung die Kunstwelt, ohne die auch die weltberühmten Radierungen von Rembrandt, Goya und Käthe Kollwitz undenkbar wären. Ihre Wurzeln liegen in den Werkstätten der Waffenschmiede und Harnischmacher, die schon im Mittelalter Verzierungen mit Säure in Metall ätzten. Im späten 15. Jahrhundert erreichte das Verfahren in süddeutschen Reichsstädten wie Nürnberg und Augsburg seine Blüte. Das Besondere der damals neuen Technik lag in der Linie. Die Metallplatte wird mit einem säurefesten Ätzgrund überzogen und die Zeichnung anschließend mit einer Nadel eingeritzt, sodass das Metall freiliegt. Die Säure ätzt diese Linien in die Platte. Die Vertiefungen nehmen die Farbe auf und geben sie beim Drucken an das Papier ab. Anders als der Stichel beim Kupferstich braucht die Radiernadel keine Kraft: Das Radieren ähnelt eher dem Zeichnen auf Papier und erlaubt so eine viel freiere, spontanere Linienführung.
Als einer der ersten erprobte Albrecht Dürer die Technik. Seine sechs Eisenradierungen schuf er zwischen 1515 und 1518. Die Bildthemen sind vielfältig: christliche Andachtsbilder, mythologische Begebenheiten, Landschaft, auffallend viele Nachtszenen. Im Charakter unterscheiden sie sich deutlich von Dürers präzise durchgearbeiteten Kupferstichen. Mit ungewöhnlich dynamischen Kompositionen schuf Dürer ausdrucksstarke Bilder.
Als besonderes Highlight ist Dürers einzige erhaltene Radierplatte ausgestellt: die Eisenplatte zu „Christus am Ölberg“ von 1515, eine Leihgabe der Staatsbibliothek Bamberg. Sie ist – neben einer Kupferplatte – eine von nur zwei erhaltenen Druckplatten Dürers weltweit.
Kuratorin Susanna Szikal M. A. führt durch die Präsentation am Samstag, 31. Oktober 2026, sowie an den Sonntagen, 17. Januar und 14. Februar 2027, jeweils um 13 Uhr.
Weitere Informationen sowie das vollständige Begleitprogramm gibt es online unter https://museen.nuernberg.de/duererhaus/kalender-details/duerer-eisenradierungen-2654.
Der Besuch der Präsentation ist im Museumseintritt von 7,50 Euro, ermäßigt 2,50 Euro, bereits inbegriffen. Die Teilnahme an einer Führung kostet 5 Euro, ermäßigt 2 Euro zuzüglich Museumseintritt. Eine Anmeldung per E-Mail an albrecht-duerer-haus@stadt.nuernberg.de wird empfohlen. ja