Von Samstag, 31. Oktober 2026, bis Sonntag, 14. Februar 2027, präsentiert die Kunsthalle Nürnberg in der Lorenzer Straße 32 mit „Paper Moon“ eine umfassende Werkschau von Andreas Oehlert. Ausgewählte Zeichnungen treffen auf raumbezogene Arbeiten, die eigens für die acht Oberlichtsäle der Kunsthalle Nürnberg entstanden sind. Werke aus unterschiedlichen Schaffensphasen treten in einen aktuellen Dialog mit neuen Arbeiten.
Andreas Oehlerts Werk umfasst Aquarell, Fotografie, Skulptur und Installation. Im Zentrum stehen Arbeiten auf Papier, in denen sich Formen, Farben und Strukturen durch Wiederholung und Variation zu komplexen Ordnungen entwickeln. Ein Strich führt zum nächsten, Farben verdichten sich, Formen reagieren aufeinander und auf die Grenzen des Blatts. Die zweidimensionale Fläche beginnt, räumlich zu wirken. Präzision und Schönheit verbinden sich mit Irritation, das Geordnete gerät ins Wanken.
Diese Spannung zwischen Fläche und Raum, Ordnung und Störung, Wirklichkeit und Illusion prägt die Ausstellung „Paper Moon“. Der Titel verweist auf Papier als grundlegenden Werkstoff Oehlerts und zugleich auf das künstlich Erzeugte, das Wirklichkeit vortäuscht: einen Papiermond, dessen künstlicher Charakter sichtbar bleibt. Vertraute Formen und Materialien werden transformiert und eröffnen neue Wahrnehmungen.
Eine Retrospektive ist „Paper Moon“ ausdrücklich nicht. Arbeiten aus verschiedenen Schaffensphasen treffen auf neue Werke, die unmittelbar auf die Architektur der Kunsthalle reagieren. Besonders deutlich wird die Verbindung von Zeichnung und Raum in der Installation „Für D.“ (2026): 13 Aquarelle sind auf einer vom Künstler entworfenen schwefelgelben Metallkonstruktion im Raum montiert. Die Zeichnungen lösen sich von der Zweidimensionalität und werden Teil einer räumlichen Komposition, die sich erst beim Durchqueren des Raums vollständig erschließt.
„Paper Moon“ zeigt eine zentrale Qualität von Andreas Oehlerts Kunst: Sie präsentiert nicht nur Bilder und Objekte, sondern schafft Situationen, in denen Werk, Material, Raum und Betrachtende miteinander in Beziehung treten. Die Kunsthalle Nürnberg wird zum Erfahrungsraum eines offenen Wahrnehmungsprozesses – zwischen Präzision und Zufall, Schönheit und Irritation, Wirklichkeit und Illusion.
Die Kunsthalle ist am Dienstag und von Donnerstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Am Mittwoch kann die Ausstellung zwischen 11 und 20 Uhr besucht werden. Der Eintritt kostet 6 Euro, ermäßigt 4 Euro. ja
Weitere Informationen unter:
www.kunsthalle.nuernberg.de