Markenzeichen der Stadt Nürnberg

Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 1139 / 15.10.2026

Kriminelles aus der Geschichte in der Reihe „Herzensstücke“

Ein brutaler Doppelmord aus dem Jahr 1820 und ein wiederentdecktes Schriftstück aus der Renaissance stehen im Mittelpunkt der nächsten beiden Vorträge der Reihe „Herzensstücke“ in der Stadtbibliothek Zentrum, Gewerbemuseumsplatz 4. Am Donnerstag, 22. Oktober 2026, und am Donnerstag, 19. November, werden jeweils um 17.30 Uhr im Lesesaal der Wissenschaftlichen Stadtbibliothek auf der Ebene L1 seltene und kostbare Bestände vorgestellt. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist unter stb-handschriftenabteilung@stadt.nuernberg.de möglich.

Am 22. Oktober rekonstruiert die Bibliothekarin Annette Englisch unter dem Titel „Kriminalfall von 1820“ einen brutalen Doppelmord, der sich am 20. September 1820 mitten in Nürnberg ereignete. Als Grundlage dienen die akribischen Aufzeichnungen des Juristen und Begründers der modernen Strafrechtslehre, P. J. Anselm von Feuerbach, eine Leichenpredigt für die Opfer und Gedichte, die der Verurteilte an die Wände seiner Gefängniszelle schrieb.

Am 19. November geht es unter dem Titel „Giftmorde, Kriegslisten und Liebestechniken“ um ein außergewöhnliches Schriftstück aus der Zeit um 1500. Es enthält eine Liste von Themen, die der junge Cesare Borgia, unehelicher Sohn von Papst Alexander VI. und später skrupelloser Feldherr, mit seinem Hauslehrer, dem Nürnberger Lorenz Behaim, erörterte. Dr. Christine Sauer stellt das erst 2024 wiederaufgefundene Blatt vor.

Ob historisch, einzigartig oder kurios: Einmal im Monat präsentieren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtbibliothek im Bildungscampus Nürnberg besondere Kostbarkeiten aus den Sammlungen. Weitere Informationen gibt es unter nuernberg.de/internet/stadtbibliothek/herzensstuecke.html.    jos