Nr. 1148 / 16.10.2026
Schüler des Johannes-Scharrer-Gymnasiums haben ihre Erfahrungen zu Fairtrade und Nachhaltigkeit bei der International Fairtrade Town Conference in Belgien auf die internationale Bühne gebracht. Die vier Schüler des P-Seminars Fairtrade und weitere 25 Teilnehmende aus der Metropolregion haben sich dort Anfang Oktober mit Engagierten aus verschiedenen Ländern intensiv ausgetauscht. Fairer Handel, Nachhaltigkeit und globale Gerechtigkeit standen dabei im Fokus.
Die Nürnberger reisten jedoch nicht nur als Teilnehmer an, sondern konnten ihr Wissen weitergeben: So organisieren sie an ihrer Schule regelmäßig Aktionen zu fairem Handel und nachhaltigem Konsum, darunter einen jährlichen Fairtrade-Tag, Projekttage oder fairen Verkauf auf Schulfesten. Für ihr Engagement wurden sie in diesem Jahr mit dem Sonderpreis Fairtrade der Stadt Nürnberg ausgezeichnet. In Belgien stellten sie mithilfe eines Graphic Recordings, einer Methode, um Inhalte visuell aussagekräftig darzustellen, ihre Arbeit vor.
Besonders beeindruckend waren außerdem Einblicke in die Arbeit anderer Fairtrade-Städte. Bei einem Besuch in Gent erfuhren die Jugendlichen beispielsweise, wie fairer Handel vor Ort verankert wird und welche Rolle Hochschulen dabei spielen. Weitere Workshops beschäftigten sich mit den globalen Herausforderungen des Natursteinhandels, mit Elektroschrott als Rohstoffquelle und den Auswirkungen internationaler Finanzstrukturen.
„Die Konferenz hat uns gezeigt, dass fairer Handel und Nachhaltigkeit Menschen auf der ganzen Welt verbinden. Besonders spannend war es zu sehen, wie andere Städte diese Themen angehen. Wir konnten unsere eigenen Ideen einbringen, neue Perspektiven kennenlernen und viele Anregungen für unser Engagement in Nürnberg mitnehmen“, berichtet Paul Paszulewicz, Schüler des Johannes-Scharrer-Gymnasiums.
Auch aus Sicht der Fairen Metropolregion Nürnberg ist die Beteiligung junger Menschen zentral. „Es ist wichtig, jungen Menschen eine Stimme zu geben und sie aktiv an der Gestaltung einer fairen und nachhaltigen Zukunft zu beteiligen. Unsere Jugendbotschafter haben in Belgien eindrucksvoll gezeigt, wie engagiert sie sich für diese Themen einsetzen. Der internationale Austausch stärkt nicht nur ihre Arbeit vor Ort, sondern auch die Vernetzung der Fairtrade-Städte über Ländergrenzen hinweg,“ betont Brigitte Hanek-Ures, Fachliche Sprecherin der Fairen Metropolregion Nürnberg.
Die Nürnberger Umwelt- und Gesundheitsreferentin Britta Walthelm freut sich über dieses Engagement: „Die Jugendlichen leben ihre Mission für eine bessere Welt und setzen es inmitten ihres Alltags um. Damit haben sie Nürnberg in Belgien als engagierte und ideenreiche Fairtrade-Stadt vertreten. Zugleich bringen sie wertvolle Impulse mit nach Hause, die auch uns als Stadt Nürnberg inspirieren werden.“
Die Faire Metropolregion und die Jugendbotschafter
Die Faire Metropolregion Nürnberg ist ein Netzwerk aus Kommunen, Zivilgesellschaft und Wirtschaft, das sich aktiv für den Fairen Handel und eine nachhaltige Beschaffung in der Region einsetzt. Durch gezielte Kampagnen, Vernetzung und Bildungsarbeit stärkt sie das Bewusstsein für globale Gerechtigkeit und fördert den Konsum von fair gehandelten Produkten vor Ort. Das Projekt der Jugendbotschafter der Fairen Metropolregion wurde zu jeweils 50 Prozent finanziert durch das Referat für Umwelt und Gesundheit der Stadt Nürnberg sowie durch die Stiftung Zukunft & Innovation Nürnberg. let