Nr. 1156 / 19.10.2026
Die Stadt Nürnberg gehört bundesweit zu den Vorreitern bei der nachhaltigen Papierbeschaffung. Beim Papieratlas 2026 wurde sie mit der Sonderauszeichnung „Mehrfachsieger“ für fünf Jahre Spitzenleistung beim Einsatz von Recyclingpapier geehrt. Nürnbergs Referent für Finanzen und IT Thorsten Brehm nahm am 6. Oktober 2026 den Preis am im Bundesumweltministerium in Berlin von der Parlamentarischen Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter entgegen.
Bereits 2022 hatte Nürnberg den ersten Platz als „Recyclingpapierfreundlichste Stadt Deutschlands“ erreicht. Seit fünf Jahren verwendet die Stadtverwaltung ausschließlich Recyclingpapier mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“. Auch in den städtischen Schulen und der Hausdruckerei beträgt die Recyclingpapierquote 100 Prozent.
„Die Auszeichnung zeigt, dass sich konsequentes und langfristiges Handeln auszahlt. Nachhaltigkeit muss in einer modernen Verwaltung selbstverständlich sein. Besonders freut mich, dass wir mit unserem Engagement seit Jahren bundesweit Maßstäbe setzen“, erklärt Stadtkämmerer Thorsten Brehm, in dessen Geschäftsbereich das Zentrale Beschaffungsmanagement der Stadt liegt.
Papierverbrauch seit 2012 um mehr als zwei Drittel reduziert
Neben dem konsequenten Einsatz von Recyclingpapier hat die Stadt Nürnberg auch ihren Papierverbrauch langfristig deutlich verringert. Während im Jahr 2012 noch rund 73,8 Millionen Blatt Papier in den Formaten DIN A4 und DIN A3 verbraucht wurden, waren es 2025 nur noch rund 24,1 Millionen Blatt. Das entspricht einem Rückgang um mehr als 67 Prozent. Gleichwohl werden in der Stadtverwaltung noch immer rund 96 000 Blatt Papier pro Arbeitstag benötigt.
Der Einsatz von Recyclingpapier bringt dabei erhebliche ökologische Vorteile. Allein im Jahr 2025 hat die Stadt Nürnberg gegenüber der Verwendung von Frischfaserpapier rund 4,84 Millionen Liter Wasser und 1,09 Millionen Kilowattstunden Energie eingespart. Die Wassereinsparung entspricht dem täglichen Trinkwasserbedarf von rund 39 600 Menschen, die Energieeinsparung dem jährlichen Stromverbrauch von 311 Drei-Personen-Haushalten.
Verbindliche Vorgaben sichern nachhaltige Beschaffung
Grundlage des Erfolgs ist eine zentral organisierte Beschaffung. Die Stadt bündelt ihre Papierbedarfe, schließt Rahmenvereinbarungen ab und stellt durch eine verbindliche dienstliche Anordnung die Verwendung von Recyclingpapier sicher. Über den städtischen E-Shop können die Dienststellen das Papier einheitlich und unkompliziert bestellen. Zugleich erfasst die Stadt ihren Papierverbrauch in ihrer Treibhausgasbilanzierung. Die Verbrauchszahlen machen Entwicklungen transparent und helfen dabei, weitere Einsparpotenziale zu erkennen. Durch die fortschreitende Digitalisierung ihrer Verwaltungsabläufe will die Stadt den Papierbedarf weiter reduzieren.
„Als öffentliche Hand können wir durch unsere Beschaffungsentscheidungen ganz konkret zum Klima- und Ressourcenschutz beitragen. Entscheidend ist, dass Nachhaltigkeit nicht nur von Einzelentscheidungen abhängt, sondern durch verbindliche Standards dauerhaft zum Maßstab wird. Unser Anspruch ist es, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit auch in anderen Beschaffungsbereichen miteinander zu verbinden“, so Brehm.
Am Papieratlas-Städtewettbewerb 2026 beteiligten sich bundesweit 114 Groß- und Mittelstädte. Ihre durchschnittliche Recyclingpapierquote lag bei über 91 Prozent. Der Papieratlas wird von der Initiative Pro Recyclingpapier gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium, dem Umweltbundesamt und den kommunalen Spitzenverbänden durchgeführt. jos
Weitere Informationen: www.papieratlas.de/presse/pressefotos/