Markenzeichen der Stadt Nürnberg

Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 1160 / 20.10.2026

„Anberaumt!“: 2. Raumkompass-Festival feiert die Raumvielfalt der Nürnberger Kunst- und Kulturszene

Der Raumkompass im Amt für Kultur und Freizeit (Kuf) lädt von Mittwoch bis Sonntag, 11. bis 22. November 2026, zum zweiten „Anberaumt!“-Festival ein. Auf dem Programm stehen eine Konferenz und 25 kostenfreie Veranstaltungen, darunter eine Subkultur-Radtour, drei Exkursionen im Dunkeln, ein Konzert in einer leeren Lagerhalle, eine Wanderausstellung, 17 offene Türen noch unbekannter Nürnberger Kulturorte und drei Termine über die Stadtgrenzen hinweg. Zur Teilnahme an der Fachkonferenz „Zur Zukunft der Zwischennutzung“ am Mittwoch, 11. November, von 15 bis 19 Uhr in der Kulturwerkstatt Auf AEG, Fürther Straße 244d, ist eine formlose Anmeldung mit Namen und Teilnehmendenzahl bis Freitag, 6. November, unter raumkompass@stadt.nuernberg.de erforderlich.

Die Konferenz in Kooperation mit dem bundesweiten Netzwerk Zwischennutzung richtet sich an Immobilieneigentümerinnen und -Eigentümer, Kunstschaffende, Menschen aus Politik und Verwaltung, Vereine und Initiativen. Zum Auftakt sprechen Akteurinnen und Akteure aus der Kulturszene wie Paul Heinritz (ueber:ton) und Josua Herzberg (Konsum), die mithilfe des Raumkompasses künstlerische Zwischennutzungen realisierten, über ihre Erfahrungen bei der Erschaffung von Räumen. Danach diskutieren auf dem Podium „Von der Zwischennutzung zur Kulturwerkstatt Auf AEG“ Stefanie Dunker, Initiatorin der städtischen Zwischennutzung „Kulturwerkstatt 141 Auf AEG“ und heutige Leiterin des Künstlerhauses, Thomas Müller, ehemaliger wissenschaftlicher Mitarbeiter im Kuf, Bertram Schultze, Geschäftsführer der Projektentwicklungsgesellschaft MIB AG, und Daniela Drechsler-Dorst, heutige Leiterin des Kulturbüros Muggenhof in der Kulturwerkstatt Auf AEG. Sie berichten über die Vorgeschichte des Ortes aus ihrer persönlichen Perspektive und diskutieren kleine und große Utopien für die Zukunft.

Anschließend erörtern apl. Prof. Dr. Michael Hirsch, Philosoph und Politikwissenschaftler, und Maria Trunk, Kulturraumvermittlerin beim Raumkompass, bei der Podiumsdiskussion „Achtung, Zukunftsschutzgebiet! Kulturelle Zwischennutzungen als Praktiken sozialökologischer Transformation“, wie selbstverwaltete Räume als gelebte gesellschaftliche Zukunft denk- und sprechbar werden. Von Mittwoch bis Samstag, 11. bis 14. November, ist die Raumkompass-Wanderausstellung im Foyer der Kulturwerkstatt Auf AEG zu sehen. Hintergründe, Geschichte, Mehrwert für Immobilieneigentümerinnen und -Eigentümer, Best Practice: Die Ausstellung zeigt den Ansatz des Raumkompasses von der Konzepterarbeitung bis zur etablierten Beratungs- und Vermittlungsstelle für vielfältige Kunst- und Kulturräume.

Offene Türen in der ganzen Stadt
Neu im Programm mit offenen Türen in der ganzen Stadt sind sogenannte „Specials“. Das sind besondere Kultur-Abenteuer, die junge und engagierte Kulturraumgestalterinnen und -Gestalter ausgeklügelt haben. Dazu müssen sich Teilnehmende wetterangepasst kleiden, vorher anmelden und Spaß am Entdecken mitbringen. Am Sonntag, 15. November, führt eine Kultur-Radtour vom Heizhaus zu diversen subkulturellen Räumen, während man beim Active-Listening-Workshop einen der akustisch interessantesten Orte Nürnbergs erkundet und ein Environmental-Noise-Konzert erlebt. Am Samstag, 21. November, öffnen das Atelier Kiss the Muse und die Galerie Anzo in der Bonhoefferstraße ihre Türen zum Stöbern und Mitmachen. Anschließend nimmt eine Taschenlampen-Exkursion die Teilnehmenden mit durch Wald und Flur zu einem experimentellen Konzert in Altenfurt-Nord.

Zudem gibt es neue Veranstaltungsformate: „Für die ganze Familie“ lockt mit Werkstattbesuchen und offenen Workshops, „Über den Tellerrand“ führt Interessierte bis nach Fürth und Hersbruck und zeigt, dass Solidarität und Zusammenarbeit im Kulturbereich auch über Stadtgrenzen hinaus wirken. Auch inhaltlich geht „Anberaumt!“ im Denken um Kulturräume einen Schritt weiter als bei der ersten Ausgabe 2024. In Zusammenarbeit mit dem Institut für moderne Kunst fragen die Teilnehmenden des Podiums „Rettende Räume“ am Sonntag, 15. November, im Atelier- und Galeriehaus Defet nicht nur nach der Zukunft von Kulturräumen, sondern auch nach ihren oft übersehenen Leistungen im gesellschaftlichen Gesamtgefüge. 

Der Raumkompass ist eine Vermittlungs- und Beratungsstelle für Eigentümer, die offen für Kulturnutzungen ihrer Räume und Gebäude sind, sowie Kulturschaffende auf Raumsuche. Seine Arbeitsweise unterstützt solidarische Netzwerke, die Wissensweitergabe und die Selbstermächtigung von Menschen, die ihre Stadt mit ihren Kulturräumen und ihrem künstlerischen Wirken mitgestalten. Das Raumkompass-Festival „Anberaumt!“ findet alle zwei Jahre an verschiedenen Orten statt.   maj

Das ganze Festival-Programm online unter
www.raumkompass.nuernberg.de