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Nr. 449 / 04.05.2007
 

Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly gratulierte
Ehrenbürger Karl Diehl zum 100. Geburtstag

 
Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly hat heute dem Ehrenbürger Karl Diehl herzlichst zu seinem 100. Geburtstag gratuliert und ihm die besten Wünsche der Stadt Nürnberg überbracht. Im Namen der Bürger bedankte er sich auch für sein jahrzehntelanges mäzenatisches Wirken und seine nachhaltige Hinwendung zu seiner Heimatstadt.

Das Stadtoberhaupt ließ in einer sehr persönlich gehaltenen Rede bei
 einer von der Familie und dem Unternehmen Diehl im Historischen Rathaussaal veranstalteten Geburtstagsfeier mit rund 400 Gästen das ganze Leben des Jubilars von seinem Geburtstag am 4. Mai 1907 bis heute Revue passieren. Er würdigte dabei den Menschen und die Unternehmerpersönlichkeit.

Dabei sparte Dr. Maly auch die Rolle der Firma in der NS-Zeit nicht aus.
 Der Oberbürgermeister hob hervor, dass die Familie Diehl ihre Firmengeschichte auf eigene Veranlassung von unabhängigen Historikern habe untersuchen lassen. Dr. Maly verwies auf das Urteil des Geschichtsprofessors Gregor Schöllgen, wonach die Familie Diehl das getan habe, was jeder Unternehmer getan hätte, nämlich zu versuchen, das Unternehmen über die Runden zu bringen. Dabei habe sich die Firma Diehl schneller und umfassender zu ihrer Verantwortung bekannt, etwa durch Entschädigungen für ehemalige Zwangsarbeiter, als andere Unternehmen. Dr. Maly warnte davor, dass die Nachgeborenen im Blick zurück ein voreiliges Urteil ziehen könnten. „Keiner von uns weiß, was er selbst damals gemacht hätte.

Dr. Maly erinnerte an die von Karl Diehl geprägte Unternehmenskultur, die den Menschen und Mitarbeiter in den Vordergrund stellt. Er habe sich selbst immer als erster Mitarbeiter unter Mitarbeitern gefühlt. „Die Hinwendung zu den Beschäftigten ist beispielhaft“, meinte Dr. Maly. Sie zeige sich unter anderem in einer eigenen Pensionskasse, in einem Notfonds oder in einer „vorbildlichen Lehrlingsausbildung“.

„Die Spuren Ihres Wirkens ziehen sich durch die ganze Nürnberger Altstadt. Sie haben der Stadt Teile ihrer Seele zurückgegeben, die in den Bombennächten des Zweiten Weltkriegs zerstört worden ist. Dafür gebührt Ihnen der Dank der ganzen Bürgerschaft und aller Menschen, die die Stadt heute besuchen“, sagte Dr. Maly. Er nannte beispielhaft den Wiederaufbau des Stadtmauerturms „Blaues A“ (Tratzenzwinger), die Fenster in der Ostseite des Historischen Rathausaales, die Türflügel am Hauptportal der Lorenzkirche, den Grübelbrunnen am Inneren Laufer Platz, das Irrerbad, viele Häuserprojekte der Altstadtfreunde und die jüngste 500 000-Euro-Spende für den Pellerhof.

„Wie kann man in Worte fassen, was tausende Mitarbeiter und viele Bürger in Nürnberg heute denken? Vermutlich gar nicht. Deshalb tue ich es mit den schlichtesten aller möglichen Begriffe: Lieber Karl Diehl. Danke für Alles. Alles Gute zum Geburtstag“, sagte Dr. Maly. sz