Stadt Nürnberg
Nachrichten aus dem Rathaus
   
Nr. 645 / 24.06.2007

Friedrich-Loeffler-Institut bestätigt Ausbruch der Geflügelpest

 
Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat am heutigen Sonntag, 24. Juni 2007, bestätigt, dass drei der im Nürnberger Stadtgebiet tot aufgefundenen Wasservögel (zwei Schwäne und eine Gans) am hoch pathogenen H5N1-Virus erkrankt waren. Damit hat sich der Verdacht auf Vogelgrippe bestätigt.

Der bereits am Samstag, 23. Juni 2007, von der Stadt Nürnberg und dem Veterinäramt Fürth festgelegte Sperr- und Beobachtungsbezirk bleibt bestehen. Die Stadt Nürnberg wird in den nächsten Tagen von einem Epidemieologenteam des Bundes unterstützt, das Ursachen
und Hintergründe der Infektionsfälle wissenschaftlich untersuchen wird.

Das Gesundheitsamt weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich bei der „Vogelgrippe“ um eine Tierseuche handelt. Im Normalfall infiziert sich der Mensch nur äußerst selten mit Vogelgrippeviren. Betroffene Vögel scheiden die Viren mit Körpersekreten aus, am höchsten ist die Konzentration im Kot. Menschen können den Erreger durch Einatmen kotverunreinigter Staubpartikel oder durch eine Schmierinfektion über die Hände aufnehmen.

Bei den meisten menschlichen Erkrankungen, die hauptsächlich in Asien auftraten, waren bisher nur Personen mit sehr engem Kontakt zu infiziertem Hausgeflügel betroffen. Um dennoch das Infektionsrisiko auf ein Minimum zu reduzieren, sollten als Vorsichtsmaßnahme keine Wasservögel angefasst oder gefüttert werden.

An den betroffenen Gewässern wurden Warnschilder aufgestellt. Die Umgebung wird regelmäßig auf verendete Wildvögel hin kontrolliert.

Sperr- und Beobachtungsgebiet dienen der Tierseuchenbekämpfung. Der Grenzverlauf des Sperrbezirks ist entlang der Straßen Am Tiergarten, Zum Steigacker, Rehhofstraße, Im Weller, Bacher Straße, Olgastraße, B14, Günthersbühler Straße, Stadtgrenze, Bayreuther Straße, Bierweg, Marienbergstraße, Erlanger Straße, Nordwestring B4R, Nopitschstraße, Ulmenstraße, Frankenstraße, Katzwangerstraße, Julius Lößmannstraße, Trierer Straße, Zollhausstraße, Breslauer Straße, Regensburger Straße, Stadtgrenze.

Die Geflügelhalter im Stadtgebiet Nürnberg haben ihr Geflügel ab sofort in geschlossenen Ställen oder in ähnlich geeigneter Weise zu halten.

Zudem gilt ab 23. Juni 2007 21 Tage lang das Verbot im Sperrbezirk des Verbringens der von Geflügel und in Gefangenschaft gehaltenen Vögeln anderer Arten stammenden tierischen Nebenprodukte aus Vogelhaltungen, das Verbot des Verbringens von Geflügel, in Gefangenschaft gehaltenen Vögeln anderer Arten und Bruteiern aus einer Vogelhaltung, von frischem Fleisch, Hackfleisch oder Separatorenfleisch, Fleischerzeugnissen und Fleischzubereitungen von Geflügel, in Gefangenschaft gehaltenen Vögeln anderer Arten oder von Federwild aus dem Sperrbezirk. Dies gilt nicht für Fleisch und Fleischzubereitungen, die im Einzelhandel an Verbraucher abgegeben worden sind.

Tierhalter sind zur Sicherstellung verpflichtet, dass an den Ein- und Ausgängen der Ställe oder sonstigen Standorte, in oder an denen Geflügel gehalten wird, Matten oder sonstige saugfähige Bodenauflagen ausgelegt werden und diese mit einem wirksamen Desinfektionsmittel getränkt und stets damit feucht gehalten werden. In Gefangenschaft gehaltene Vögel anderer Arten dürfen zur Aufstockung des Wildbestandes nicht freigelassen werden. Federwild darf nur mit Genehmigung der Stadt Nürnberg gejagt werden.

Ein innerhalb eines Sperrbezirk gelegener Stall oder sonstiger Standort, in dem oder an dem Geflügel gehalten wird, darf von betriebsfremden Personen nicht betreten werden. Dies gilt nicht für den den Stall oder sonstige Standorte betreuenden Tierarzt, dessen
jeweilige Hilfspersonen sowie die mit der Tierseuchenbekämpfung beauftragten Personen der zuständigen Behörde.

Im Sperrgebiet haben Halter von Hunden und Katzen dafür Sorge zu tragen, dass diese nicht frei umherlaufen.

Im Beobachtungsgebiet (Radius 10 Kilometer) gilt für die Dauer von 30 Tagen nach Festlegung des Beobachtungsgebietes: In Gefangenschaft gehaltene Vögel anderer Arten dürfen nicht zur Aufstockung des Wildbestandes freigelassen werden. Für die Dauer von 30 Tagen darf Federwild nur mit Genehmigung der Stadt Nürnberg gejagt werden. Während der ersten 15 Tage nach Festlegung des Beobachtungsgebietes dürfen Geflügel und in Gefangenschaft gehaltene Vögel anderer Arten nicht aus dem Beobachtungsgebiet verbracht werden.

Sperr- und Beobachtungsgebiet wurden durch eine Allgemeinverfügung der Stadt Nürnberg, Ordnungsamt, festgelegt, die im Internet unter www.nuernberg.de und in einem Sonderamtsblatt veröffentlicht wird.

Fragen zu gesundheitlichen Aspekten beantwortet das Gesundheitsamt unter der Telefonnummer 0911 / 231-81 00 zu den üblichen Bürozeiten, am Wochenende Samstag und Sonntag, 23. und 24. Juni 2007, auch zwischen 12 und 15 Uhr unter der Telefonnummer 0162 / 4 81 27 02. Allgemeine Informationen befinden sich auf der Internetseite des Gesundheitsamts (www.gesundheit.nuernberg.de/aktuelles/aktuelles.html) let

Informationen zur Vogelgrippe gibt es auf der Internetseite des Friedrich-Löffler-Institut (FLI) unter der Adresse www.fli.bund.de.

 
 

Weitere Informationen:

DownloadAllgemeinverfügung vom 24.06.2007
PDF-Datei / Dateigröße: 38065 Bytes

DownloadKarte mit Grenzverläufen von Sperrbezirk und Beobachtungsgebiet
PDF-Datei / Dateigröße: 260214 Bytes