Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 1323 / 28.12.2007

Neujahrsgruß von Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly

Anbei übermitteln wir den Neujahrsgruß von Oberbürgermeister
Dr. Ulrich Maly an die Bürgerinnen und Bürger:

Liebe Nürnbergerinnen, liebe Nürnberger,
zunächst möchte ich Ihnen von Herzen alles Gute für 2008 wünschen. Die Zeit „zwischen den Jahren“ soll man durchaus nutzen – für einen Blick zurück und fürs Nachdenken über das, was kommt.

Weltweit gab es wohl nur ein Thema, das 2007 überwölbend prägte: der Klimaschutz. In diesem Thema kommen viele Komponenten der Weltpolitik zum Ausdruck – von der Rolle der Vereinigten Staaten über das Verhältnis zu den ärmsten Ländern bis hin zu Gerechtigkeitsfragen zwischen den USA, Europa einerseits und China oder Indien andererseits. Klar ist: Wenn umgesteuert werden muss, dann möglichst schnell, möglichst global ebenso wie lokal.

Wir haben in Nürnberg erste Schritte unternommen: Die Umstellung des Heizkraftwerks Sandreuth auf modernste Gas- und Dampftechnik erspart jährlich 145 000 Tonnen CO2-Ausstoß, der Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs, Logistik-Konzepte, die Lkw-Fahrten insbesondere innerhalb der Stadt verringern, und die ökologische Modernisierung bei Altbauwohnungen tun ein Übriges dazu. Der Umstieg der Stadtverwaltung auf Öko-Strom ist in diesem Zusammenhang ein deutliches Signal. Der Klimaschutz bleibt auch auf lokaler Ebene eine der zentralen Zukunftsaufgaben.

In Deutschland war die öffentliche Debatte des abgelaufenen Jahres nicht frei von Widersprüchen: Einerseits ist viel über Armut gesprochen worden, vor allem am Beispiel von Mindestlöhnen. Andererseits erlebte unser Land einen nachhaltigen Aufschwung. In unserer Stadt ist es nicht anders: Wir wissen, dass viele Menschen arm oder von Armut bedroht sind. Das darf uns nicht ruhen lassen, die Ursachen zu bekämpfen. An aller erster Stelle kann die Stadt mit der notwendigen Infrastruktur bessere Bedingungen schaffen – mit Kinderkrippen und Kindergärten, damit Mütter und Väter Familie und Beruf vereinbaren können und damit Kinder schon vor der Schule gleiche Chancen bekommen. Dazu haben wir im Rathaus bereits ein gewaltiges Bauprogramm aufgelegt. Und noch nie in der Geschichte der Stadt haben wir soviel in die Schulen investiert wie in den letzten Jahren, denn wir wollen jeden Schatz heben, der in den Köpfen unserer Kinder ruht.

Die nüchternen Zahlen am Arbeitsmarkt freuen mich besonders: In Nürnberg sind heute über 10 000 Mitmenschen weniger arbeitslos als noch vor zwei Jahren. Das ist auch im bundesweiten Städtevergleich eine bemerkenswerte Entwicklung. Chancen geben, Chancen nutzen – das wird auch in Zukunft eine der zentralen Aufgaben der Stadtpolitik sein. Eine Zahl aber ist beunruhigend: Mehr als 20 Prozent der Bürgerinnen und Bürger, die Hartz-IV-Leistungen erhalten, sind sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Es darf nicht sein, dass Menschen zwar fest angestellt sind, aber trotzdem öffentliche Unterstützung brauchen. Deshalb bin ich für einen Mindestlohn, damit jeder von seiner Arbeit auch leben kann.

Viele Aufgaben liegen vor uns, ich greife nur wenige heraus. Wir müssen mit einer intelligenten Verkehrspolitik aus einem Mix von Verkehrsberuhigung in Wohngebieten, weiterem Ausbau des Netzes mit Bussen und Bahnen und einem Logistikkonzept, das den Schwerverkehr schon an der Stadtgrenze abfängt, am Ausbau der Lebensqualität arbeiten. Nur an einigen wenigen Stellen – am Hafen, Flughafen und Frankenschnellweg – müssen wir neue Straßen bauen, um die Verkehrsprobleme zu lösen.

Unser Blick wird sich auch noch stärker in die Stadtteile richten, weil in den einzelnen Vierteln über die Frage entschieden wird, ob unsere Gesellschaft alle Menschen einbindet oder manche ausgrenzt. Wir arbeiten im Rathaus daran, dass alle Bürgerinnen und Bürger gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Das ist auch das Ziel der vielen tausend Ehrenamtlichen, die sich in Kirchen, Sportvereinen, Sozialverbänden und Hilfsorganisationen für unseren Sozialstaat engagieren. Ihnen gilt mein besonderer Dank.

Es wird aber auch weiter darauf ankommen, unsere Stadt national und international ins richtige Licht zu rücken, sei es durch das Kulturangebot, sei es durch die neu gewonnene Stärke im Verbund mit unseren Nachbarn in der Metropolregion Nürnberg. Auch im Wettbewerb von Städten und Regionen gehört Klappern zum Handwerk. Sollte der Club auch 2008 wieder positive Schlagzeilen machen, wäre das für dieses „neue Nürnberg-Gefühl“ sicher kein Schaden. Wir hoffen darauf.

Neben den harten Daten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung werden es vor allem die Lebensqualität und das Lebensgefühl sein, mit denen eine Region im weltweiten Wettbewerb wird bestehen können. Und da stimmt es zuversichtlich, wenn in einer Umfrage in 15 deutschen Kommunen bei der Frage, wie zufrieden die Bürger mit ihrem Heimatort sind, Nürnberg den zweiten Platz belegte – noch vor Städten wie Freiburg, Heidelberg, Köln oder Stuttgart. Das heißt nicht, dass alles in bester Ordnung ist, aber es drückt – bei aller fränkischen Zurückhaltung – eine positive Grundstimmung aus. Darauf sollten wir aufbauen.

Liebe Nürnbergerinnen, liebe Nürnberger, lassen Sie uns miteinander an der guten Entwicklung unserer Stadt arbeiten, jeder an seinem Platz. Nehmen Sie den Aufschwung von 2007 ins neue Jahr mit. Viel Optimismus und viel Glück für 2008.

Stadt Nürnberg

Presse- und Informationsamt

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