Stadt Nürnberg
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Nr. 502 / 02.05.2008

Bürgermedaille der Stadt Nürnberg 2008

 
In nichtöffentlicher Sitzung hat der Nürnberger Stadtrat am heutigen Freitag, 2. Mai 2008, einstimmig über die diesjährige Verleihung der Bürgermedaille der Stadt Nürnberg entschieden. Nach Vorschlägen des Oberbürgermeisters und der Fraktionen ehrt die Stadt Nürnberg heuer folgende Bürger mit ihrer zweithöchsten Auszeichnung:

Toni Burghart
Prof. Dr. Hermann Glaser
Ursula Heublein
Lothar Wittmann

Die Verleihung der Bürgermedaille findet in einer festlichen Sondersitzung des Ältestenrats am Stadtgründungstag, Mittwoch, 16. Juli 2008, statt.

Mit der Bürgermedaille der Stadt Nürnberg werden seit 1960 Nürnberger Bürgerinnen und Bürger geehrt, die sich besondere Verdienste um die Stadt Nürnberg erworben haben. Sie ist aus Gold und hat die Form einer Münze. Auf der Vorderseite ist das große Nürnberger Stadtwappen mit der Umschrift „Stadt Nürnberg“ eingeprägt, auf der Rückseite der Name des oder der Geehrten mit den Worten „Für hervorragende Verdienste“. Bislang wurden 179 Personen mit der Bürgermedaille ausgezeichnet.

Im Folgenden redaktionell bearbeitete Auszüge aus den Begründungen der Vorschläge:

Toni Burghart
hat sich als Künstler in jeder Phase seines Schaffens mit seiner Heimatstadt Nürnberg identifiziert. In seinen Arbeiten nehmen Bild und Geschichte Nürnbergs einen breiten Raum ein.

Toni Burghart ist am 14. Juni 1928 in Nürnberg geboren. Während seiner Ausbildung als Lithograph, die er 1942 begann und 1946 mit dem Gesellenbrief abschloss, wurde sein Leben – wie das vieler junger Menschen seiner Generation – durch Brüche infolge des Nationalsozialismus bestimmt. Die Erfahrungen dieser Zeit, etwa während des Arbeitsdienstes, bestimmten für die Zukunft seine kritische Haltung gegenüber der „Obrigkeit“.

Von 1947 bis 1950 absolvierte Toni Burghart eine Grafikerausbildung, danach studierte er in der damals ins Ellinger Schloss ausgelagerten Nürnberger Akademie. Nach Abschluss des Studiums begann er 1952 seine Tätigkeit als frei schaffender Künstler. In seiner künstlerischen Karriere bestritt Burghart unzählige Einzel- und Gruppenausstellungen, unter anderem in Barcelona, London und Ljubljana. Vor allem aber in Nürnberg standen seine Werke im Mittelpunkt des Interesses oder waren Thema kontroverser Diskussionen.

Toni Burghart kann als Nonkonformist sowohl in der Kunst als auch in seiner Beurteilung der Gesellschaft bezeichnet werden. Er ist ein universeller Künstler, der sein malerisches Können in Verbindung mit seinen literarischen Fähigkeiten brillant zur künstlerischen Darstellung umsetzt.

Mit der Bürgermedaille für Toni Burghart würdigt die Stadt Nürnberg einen Künstler, der sich an der Gestaltung der Stadt stets kritisch, mahnend und ironisch beteiligt hat.

Prof. Dr. Hermann Glaser
ist seit Jahrzehnten einer der bedeutendsten und einflussreichsten Intellektuellen und Kulturpolitiker der Bundesrepublik.

Prof. Dr. Hermann Glaser ist am 28. August 1928 in Nürnberg geboren. Als Kulturhistoriker ist er durch zahlreiche Publikationen zur modernen deutschen Kultur- und Geistesgeschichte hervorgetreten, die teilweise zu Standardwerken geworden sind. Als Kulturtheoretiker gilt Hermann Glaser als einer der „Väter der Soziokultur“. Er öffnete den Kulturbegriff inhaltlich und versuchte breitere Bevölkerungsschichten in das Kulturleben einzubeziehen (Industriekultur, Museumspädagogik). Die Soziokultur ist mittlerweile Standard städtischer Kulturpolitik geworden.

1964 wurde Hermann Glaser Schul- und Kulturreferent der Stadt Nürnberg und damit jüngster Referent der Bundesrepublik. 26 Jahre lang, bis 1990, verlieh er als Referent Nürnberg eine kulturpolitische Ausstrahlung mit Vorbildfunktion in der ganzen Bundesrepublik. Mit Leidenschaft trat er für die freiheitliche Demokratie ein, was sich zum Beispiel 1981 nach den Massenverhaftungen im damaligen „Komm“ zeigte.

Einfluss auf das neue Kulturverständnis der Bundesrepublik nahmHermann Glaser auch durch zahlreiche Veröffentlichungen und inüberregionalen Gremien, etwa als Vorsitzender des Kulturausschussesdes Deutschen Städtetags, als Gründungsmitglied der überregionalen „Kulturpolitischen Gesellschaft“ oder als Mitglied des Goethe-Instituts.

Seit seinem Abschied aus der aktiven Kulturpolitik 1990 widmet sich Hermann Glaser verstärkt der publizistischen Tätigkeit und der Lehre. Er ist Honorarprofessor am Institut für Kommunikationswissenschaften der Technischen Universität Berlin, lehrt am Fachbereich Kultur und Management der Dresden International University und übernimmt Gastprofessuren im In- und Ausland.

Weit über die Berufstätigkeit hinaus hat sich Hermann Glaser immer für „seine“ Stadt Nürnberg eingesetzt und mithin das Fundament für den guten kulturpolitischen Ruf der Stadt gelegt. Dafür gebühren ihm Dank und Anerkennung in Form der Bürgermedaille der Stadt Nürnberg.

Ursula Heublein
ist Leiterin des Seniorenclubs mit rund 500 Mitgliedern beim Postsportverein Nürnberg e.V. (Post-SV), des mit etwa 16 000 Mitgliedern größten Sportvereins der Region.

Ursula Heublein ist am 24. Juli 1937 in Nürnberg geboren. Seit über 40 Jahren engagiert sie sich für den Sport in Nürnberg, davon seit mehr als 30 Jahren in leitender Funktion. In den 1960er Jahren begann sie beim Post-SV als Übungsleiterin für Kinder- und Jugendsport und organisierte Jugendfreizeitprogramme. Als 1974 die ersten Seniorensportstunden stattfanden, wurde sie stellvertretende Leiterin dieser Gruppe. Nachdem 1976 das Angebot um Wandern, Freizeit- und gesellige Veranstaltungen erweitert worden war, übernahm Ursula Heublein 1977 die Leitung. Federführend war sie auch, als sich 1981 der Seniorenclub als eigenständige Abteilung des Post-SV gründete. Seitdem entwickelte der Seniorenclub das Angebot auf sportlichem, gesellschaftlichem und sozialem Gebiet ständig weiter.

Heute nehmen rund 500 Mitglieder des Seniorenclubs an dem umfangreichen Programm – von Tischtennis über Schwimmen und Venengymnastik bis zu Ausflügen und Tanznachmittagen – teil. 1997 erhielt der Seniorenclub des Post-SV als einziger bayerischer Verein eine Auszeichnung des Bundesfamilienministeriums beim Bundeswettbewerb „Bewegung, Spiel und Sport für Senioren“.

Die Abteilung des Post-SV ist d e r Vorzeige-Seniorenclub in Nürnberg, dank der jahrzehntelangen engagierten und fachkundigen Arbeit von Ursula Heublein. Dafür ehrt die Stadt Nürnberg sie mit der Bürgermedaille.

Lothar Wittmann
war maßgeblich an der Gründung des Computer Clubs Nürnberg (CCN) 50plus beteiligt und führt den Verein als 1. Vorsitzender.

Lothar Wittmann wurde am 25. Dezember 1937 in Nürnberg geboren. Der Elektroingenieur, der zuletzt als Vertriebsleiter eines großen Softwarehauses tätig war, engagiert sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich in Vereinen und Verbänden seiner Heimatstadt, so zum Beispiel 1973 bis 1976 als Elternbeiratsvorsitzender in der Schule seines Sohnes. Von 1981 bis 1995 war er 1. Vorsitzender der Spvgg Zabo-Eintracht, der er seit 1975 angehört, und baute dort die erfolgreiche Schachabteilung auf.

Die Entstehung des CCN 50plus geht auf einen Aufruf des Seniorenamts der Stadt Nürnberg zurück. Am 7. Dezember 2000 wurde der Verein gegründet und Lothar Wittmann zum 1. Vorsitzenden gewählt. Im April 2001 begann der Kursbetrieb. Der Verein ermöglicht älteren Menschen den Zugang zu den neuen Medien und leistet eine unschätzbare Arbeit für die Teilhabe von Seniorinnen undSenioren an der Kommunikation mit den komplexen elektronischen Medien. Er betreibt das Internetcafé „Mausklick“, führt Technik- und Kaufberatungen durch, bietet jährlich 165 PC-Kurse an, veranstaltet für seine Mitglieder Gruppenprogramme, wie zum Beispiel digitale Fotografie, und organisiert ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm mit Kulturfahrten oder Werksbesichtigungen.

Lothar Wittmann gilt als „Pionier der elektronischen Medien“ für die Nürnberger Senioren. Die erfolgreiche Arbeit des CCN 50plus beruht nicht zuletzt auf seiner unermüdlichen Arbeit, seinen Fachkenntnissen und seinem organisatorischen Geschick. In Kooperation mit dem Seniorenamt hat er gemeinsam mit den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Vereins eine unverzichtbare Säule der Erwachsenenbildung etabliert. 2007 verzeichnete der Verein mehr als 10 000 Besucher und 1 400 Mitglieder. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter leisteten über 15 000 Arbeitsstunden. Für seine Verdienste um den Schachsport und die Seniorenbildung erhält Lothar Wittmann die Bürgermedaille der Stadt Nürnberg. boe