Stadt Nürnberg
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Nr. 1368 / 19.12.2008

Trauer um Hermann von Loewenich

 
Die Stadt Nürnberg trauert um Dr. Hermann von Loewenich. Der ehemalige Landesbischof (1994 bis 1999) der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern ist in der vergangenen Nacht im Alter von 77 Jahren gestorben. 2001 war der gebürtige Nürnberger wegen seiner großen Verdienste mit der Bürgermedaille der Stadt Nürnberg geehrt worden. Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly sagte in einer ersten Reaktion auf die Todesnachricht: „Hermann von Loewenich hat mit seinen Leistungen für Kirche und Gesellschaft als unüberhörbar bekennender Franke auch das Ansehen unserer Stadt gemehrt. Er war nicht nur ein herausragender Mann der Kirche und warmherziger Seelsorger, sondern auch ein leidenschaftlicher ‚homo politicus’. Als Vorsitzender der ‚Bürgerbewegung für Menschenwürde in Mittelfranken’ hat er den Einsatz der Stadt Nürnberg für Frieden und Menschenrechte besonders unterstützt.

Hermann von Loewenich hat die Rolle der evangelischen Kirche als moralisch-ethische Stimme in unserer Stadt nachhaltig gestärkt. Die Stadt Nürnberg wird ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Unser Mitgefühl gehört in diesen Stunden seiner Familie.“

Dr. Hermann von Loewenich wurde am 26. Oktober 1931 in Nürnberg geboren. Er studierte in Erlangen, Tübingen und Heidelberg Theologie. 1958 wurde er ins geistliche Amt ordiniert. Von 1962 bis 1967 war er Studentenpfarrer und Gemeindepfarrer an St. Egidien in Nürnberg. 1969 wurde er mit 38 Jahren in Kulmbach jüngster Dekan in Bayern. 1976 kehrte er als Dekan in seine Heimatstadt Nürnberg zurück. Die „Kirche in der Großstadt“ wurde zu seinem Lebensthema. Von 1972 bis 1985 war Dr. Hermann von Loewenich Mitglied der kirchenleitenden Gremien, namentlich der Landessynode und des Landessynodalausschusses. 1985 bis 1994 war er Regionalbischof im Kirchenkreis Nürnberg. 1994 wurde Hermann von Loewenich von rund 2,7 Millionen Angehörigen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern zum Landesbischof gewählt. Dieses Amt hatte er bis zu seinem Ruhestand im November 1999 inne.

Schwerpunkte seiner Amtszeit waren neben seinem Einsatz für die Ökumene seine Präsenz in den Gemeinden und sein erfolgreiches Eintreten für die gleichberechtigte Rolle von Frauen in der Kirche, insbesondere für die Ordination von Frauen.

Hermann von Loewenich hat sich durch seine hervorragende Amtsführung und die zahlreichen Impulse, die er gegeben hat, Anerkennung und Achtung verschafft. Geehrt wurde von Loewenich unter anderem 1996 mit dem Bayerischen Verdienstorden und 1997 mit der theologischen Ehrendoktorwürde der Augustana Hochschule in Neuendettelsau.

Seiner Heimatstadt bliebt er stets verbunden. Seit seinem Ruhestand lebte er wieder in Nürnberg. sz
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