Stadt Nürnberg
Nachrichten aus dem Rathaus
   
Nr. 800 / 06.09.2011

Radwegenetz soll bis 2014 noch dichter werden

 

Nürnbergs Radwegenetz soll dichter und attraktiver werden: Bau- und Planungsreferent Wolfgang Baumann schlägt dem Verkehrsausschuss am Donnerstag, 15. September 2011, das Radwegebauprogramm bis 2014 vor, das gemeinsam mit dem Servicebetrieb Öffentlicher Raum (SÖR) entwickelt wurde. Insgesamt sollen dabei 4,5 Millionen Euro bis 2014 in die Radverkehrsinfrastruktur in der Stadt investiert werden.

Weniger Lärm und Schadstoffe, mehr Raum und Platz in der Stadt – das sind nur einige der Gründe, warum der Stadtrat im Jahr 2009 die Radverkehrskampagne „Nürnberg steigt auf“ mit einem ganzen Bündel an Maßnahmen und dem Ziel, den Anteil der mit dem Rad zurückgelegten Wege auf 20 Prozent zu steigern, beschlossen hat. Schon heute werden elf Prozent aller Wege mit dem Rad zurückgelegt. Vorausgesetzt alle Fahrten wären stattdessen mit dem Kfz zurückgelegt worden, entspräche das einer täglichen Einsparung von 103 Tonnen an CO2-Emmissionen.

„Eine der Maßnahmen hin zu einem stadtverträglichen Verkehr ist der Ausbau der Radinfrastruktur“, so betonen Baumann und Ronald Höfler, Werkleiter des SÖR: „Bis 2014 stehen uns dafür 3,5 Millionen Euro zur Verfügung. Die gilt es gezielt und effektiv einzusetzen.“ Der Stadtrat hatte 2009 beschlossen, den Radwegebauetat für die Jahre 2009 bis 2014 auf insgesamt 4,5 Millionen Euro zu erhöhen. In den ersten beiden Jahren dieses Zeitraums ist bereits eine Million Euro in den Ausbau des Radwegenetzes investiert worden. So wurden in den vergangenen beiden
Jahren in folgenden Bereichen Radfahrstreifen angelegt: Katzwanger Straße zwischen der Nerzstraße und der Conradtystraße, Marienstraße zwischen Bahnhofstraße und Gleißbühlstraße, Thumenberger Weg zwischen der Kieslingstraße und der Erlenstegenstraße, in der Ostendstraße zwischen Teutonenstraße und Cheruskerstraße und Fürther Straße zwischen der Hasstraße und der Maximilianstraße. Letztere Maßnahme hat auch zur Entschärfung des Konfliktpunkts am Knoten Fürther Straße / Maximilianstraße beigetragen.

Im laufenden Jahr konnte der Bau des Radwegs entlang der Straße „An der Radrunde“ zwischen Herpersdorf und Worzeldorf abgeschlossen werden. Außerdem wurden Radstreifen entgegen der Einbahnrichtung in der Mögeldorfer Hauptstraße markiert, damit der Radverkehr die vielbefahrene Ostendstraße umgehen kann. Der Schutzstreifen in der Königstraße ermöglicht es, die südöstliche Altstadt mit dem Rad auf kurzem und direktem Weg zu verlassen und das Konfliktpotential zwischen Fußgängern und Radfahrern, das sich durch das illegale Befahren des Gehwegs einstellte, zu entschärfen. Gerade fertig gestellt werden konnten noch die Radstreifen in der Virnsberger Straße zwischen der Sigmundstraße und der Rothenburger Straße. „Erfreulich ist“, so Baumann und Höfler, „dass es sich um wichtige Lückenschlüsse im Radwegenetz entlang von viel befahrenen Hauptverkehrsstraßen handelt und das – obwohl im Bau aufwändig – in einer Gesamtlänge von 4,5 Kilometer“.

Weitere notwendige Ergänzungen stehen 2011 entlang der Staatsstraße 2225 nach Wendelstein an, wo mit den Bauarbeiten begonnen wurde. Auch die Erlanger Straße wird umfassend ergänzt. Auch in den folgenden Jahren gilt es, empfindliche Lücken im Radwegenetz zu schließen: Umgesetzt werden sollen 2012 die Planungen unter anderem in der Rothenburger Straße zwischen der Schweinauer Straße und der Berthavon- Suttner-Straße und in der Oedenberger Straße zwischen dem Thumenberger Weg und der Kieslingstraße. Mit dem Bau der nicht nur vom Bürgerverein lange ersehnten Radstreifen in der Äußeren Bayreuther Straße zwischen der Kilianstraße und der Ziegelsteinstraße kann in Abhängigkeit von der Förderfähigkeit 2012 oder 2013 begonnen werden.

Ebenfalls hergestellt werden soll die für ein komfortables Radwegenetz wichtige Fuß- und Radwegverbindung zwischen dem Großhabersdorfer Weg und der Gutenstetter Straße. Ein Radweg auf der Ostseite des Laufertorgrabens könnte den stark frequentierten Fuß-/Radweg entlang der Laufertormauer entlasten. Am Spittlertorgraben soll der Radverkehr nördlich des Ludwigstors künftig auf einem eigenen Radweg geführt werden, um die für Fußgänger und Radfahrer sehr beengte Situation im Bereich des U-Bahnzugangs zu entschärfen. Außerdem soll im Jahr 2012 mit der Umsetzung des im Januar 2008 beschlossenen Radabstellanlagenkonzept an den Standorten Dr.-Kurt-Schumacher-Straße, Adlerstraße, Hallplatz und Bauhof begonnen werden.

Weitere Informationen zur Nürnberger Radverkehrskampagne sind auf dem seit Mai 2010 zugänglichen Internetauftritt des Verkehrsplanungsamts www.nuernberg-steigt-auf.de abrufbar. maj