Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 433 / 17.04.2013

Erfolgreicher Kursstart für Imam-Fortbildung am BZ

Der Kurs der Imam-Fortbildung am Nürnberger Bildungszentrum startete mit einem Besuch einer Stadtratssitzung im Rathaus am Mittwoch, 17. April 2013.

Sie wollen alles, was die Bundesrepublik betrifft, genau wissen, um es an ihre Landsleute weiter geben zu können: Imame in Deutschland. Aufgrund einer Empfehlung der Deutschen Islam Konferenz, wird seit Februar das Projekt WIN – Weltreligionen für Integration in Nürnberg vom Bildungszentrum durchgeführt. Über 60 Imame nehmen an der gesellschaftskundlichen und sprachlichen Fortbildungsveranstaltung teil. In 190 Unterrichtseinheiten beleuchten die Imame in Theorie und Praxis Themen aus den Bereichen Bildung, Arbeit, Politik, Asyl- und Ausländerrecht. Auf dem Programm stehen Exkursionen. Die Imame besuchten am Mittwoch, 17. April 2013, eine Stadtratssitzung im Nürnberger Rathaus und wurden von Bürgermeister Horst Förther empfangen.

Die Deutsche Islam-Konferenz wurde 2006 etabliert und ist ein Dialogforum zwischen deutschen Staatsvertreterinnen und Staatsvertretern und Muslimen in Deutschland. Religiöses Führungspersonal – wie Imame – werden als einflussnehmende Personen oftmals um Rat und Unterstützung, nicht nur in spirituellen Fragen, sondern auch in alltagsrelevanten Bereichen gefragt.

Um das religiöse Führungspersonal und alle aktiven Ehrenamtlichen als Mulitplikatoren auszubilden, sie in ihrer Brückenfunktion zu stärken und den Integrationsprozess ihrer Gemeindemitglieder positiv beeinflussen zu können, bietet das Bildungszentrum im Bildungscampus Nürnberg ein Fort- und Weiterbildungsprogramm an. Damit das Lernprogramm möglichst genau dem Bedarf der Teilnehmer vor Ort entspricht, haben sich die Betroffenen und die Fachteamleiterin für sozial-integrative Bildung am Bildungscampus Nürnberg, Dr. Ursula Klimiont, beim ersten Treffen auf eine Themenliste geeinigt. Im Vordergrund steht Deutschland als Aufnahmegesellschaft zu skizzieren, einen Überblick über die institutionellen Strukturen des öffentlichen Lebens in Deutschland zu vermitteln und einen deutschen Sprachkurs durchzuführen.

Die Nachfrage nach den Kursen im Februar war sehr groß, so dass zwei Kursgruppen gebildet wurden. Eine Gruppe trifft sich in der Eyüp Sultan Moschee Nürnberg und die andere in der Mevlana Moschee Fürth. Die Volkshochschule Fürth und DITIB, die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V., kooperieren hier mit dem Bildungscampus. Gefördert werden die Schulungen durch den Europäischen Integrationsfonds und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge mit je knapp 50 Prozent.

„Die Imame interessieren sich für alles“, stellt Dr. Klimiont immer wieder begeistert fest: „Jeden Montagabend gibt es einen Vortrag, zum Beispiel des Islamwissenschaftlers Professor Dr. Mathias Rohe von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg oder von einem Vertreter der Bundeszentrale für politische Bildung und anderen. Wir versuchen immer, hochkarätige Referenten zu bekommen. Das sind lebendige Veranstaltungen. Es werden viele Fragen gestellt und diskutiert. Auch ich lerne an diesen Abenden.“

Exkursionen wurden auf Wunsch der Teilnehmer zusätzlich vereinbart. So besuchen die Gruppen etwa die Stadtbibliothek, die Lochgefängnisse, das Dokumentationszentrum, eine Schule und eben den Nürnberger Stadtrat. Auch Fahrten zur Gedenkstätte nach Dachau oder ein Besuch des Erzbistums Bamberg stehen auf dem Programm. let

Stadt Nürnberg

Presse- und Informationsamt

Leitung:
Dr. Siegfried Zelnhefer

Fünferplatz 2
90403 Nürnberg
www.presse.nuernberg.de