Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 147 / 12.02.2015

„Lernort Zeppelinfeld“: Bauarbeiten und Symposium

Die Arbeiten am „Lernort Zeppelinfeld“ erreichen im Jahr 2015 wichtige Etappen: Während das Hochbauamt kurz vor dem Beginn der Instandsetzung zweier Musterflächen am Zeppelinfeld steht, plant das Kulturreferat eine Expertentagung zum künftigen Umgang. Für das Fachsymposium vom 16. bis 18. Oktober 2015 mit dem Titel „Erhalten! Wozu? Perspektiven für Zeppelintribüne/-feld und das ehemalige Reichsparteitagsgelände“ haben bereits renommierte Fachleute zugesagt.

Die Stadt Nürnberg ist überzeugt, dass das Zeppelinfeld und seine Bauten in ihrem heutigen Zustand als authentischer Lernort und nationales Erbe zu erhalten sind. In Leitlinien für den künftigen Umgang mit den Bauten auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände hat dies der Stadtrat bereits im Jahr 2004 einstimmig bekräftigt. Er hat damit seine Überzeugung zum Ausdruck gebracht, dass auch künftige Generationen die Chance zur Auseinandersetzung mit den Bauwerken der NS-Zeit haben sollen. Einen Wiederaufbau oder einen bewussten Verfall der baulichen Zeugnisse hat der Stadtrat ausgeschlossen. Nur solange die Bauten in ihrer heutigen Gestalt bestehen, wird das ehemalige Reichsparteitagsgelände als Lernort genutzt werden können. Nach dem Verlust der letzten Zeitzeugen werden solche authentischen Orte für die historisch-politische Bildungsarbeit immer wichtiger.

Die Haupttribüne und die Wallanlagen am Zeppelinfeld sind in einem sehr schlechten Zustand. Würde die Stadt keine Maßnahmen ergreifen, würden die Bauten über kurz oder lang verfallen. Im vergangenen Jahr hat die Stadt am südöstlichen Ende der Haupttribüne und an einem Turm in den Wallanlagen detaillierte Untersuchungen vorgenommen. Auf Basis der an diesen Musterflächen gewonnenen Erkenntnisse haben Baufachleute Konzepte für eine Instandsetzung entwickelt, die voraussichtlich ab April 2015 umgesetzt werden. Nach diesen Arbeiten Ende des Jahres werden Kosten für eine Instandsetzung der gesamten Anlage ermittelt werden können.

Nutzungs- und Vermittlungskonzept
Gleichzeitig werden zurzeit auch die Arbeiten für ein Nutzungs- und Vermittlungskonzept intensiviert. Wenn im kommenden Jahr die Kosten für einen Gesamterhalt ermittelt sind, soll dargelegt werden, wie Zeppelintribüne/-feld als Lern- und Freizeitort künftig genutzt und historisch-politisches Wissen mittels neuer Zugänge vermittelt werden können.

Basis ist das vom Kulturausschuss im Oktober 2011 einstimmig beschlossene Konzept „Das Zeppelinfeld in Nürnberg – ein authentischer Lernort zur Geschichte des Nationalsozialismus“. Dies wird nun weiter vertieft.

Das Kulturreferat geht dabei in vier Schritten vor. Zunächst erfolgte eine Abstimmung mit verwaltungsinternen Experten. In einem nächsten Schritt wurden bereits erste Besprechungen mit den im Studienforum des Dokumentationszentrums zusammengeschlossenen Bildungsträgern, wie zum Beispiel dem Kreisjugendring Nürnberg-Stadt, dem Caritas-Pirckheimer-Haus oder Geschichte Für Alle e.V. – Institut für Regionalgeschichte, geführt. Diese werden 2015 intensiviert und methodisch fortgesetzt.

In einem dritten Schritt wird überregionales Fachwissen eingeholt. Hierzu dient das nachstehend näher beschriebene Fachsymposium „Erhalten! Wozu? Perspektiven für Zeppelintribüne/-feld und das ehemalige Reichsparteitagsgelände“.

In einem vierten Schritt soll auch die interessierte Bürgerschaft in die Diskussion mit einbezogen werden. Alle Anregungen und Erkenntnisse fließen in die Überlegungen für ein Nutzungs- und Vermittlungskonzept, das 2016 vorgestellt werden soll.

Expertise international anerkannter Fachleute
Zeppelintribüne und Zeppelinfeld sind ein nationales Erbe mit internationaler Bekanntheit. Die Diskussion um deren Zukunft kann daher nicht allein auf Nürnberg beschränkt bleiben. Aus diesem Grund veranstaltet das Kulturreferat gemeinsam mit dem Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände vom 16. bis zum 18. Oktober 2015 das Symposium mit international anerkannten Fachleuten zu dem Thema „Erhalten! Wozu? Perspektiven für Zeppelintribüne/-feld und das ehemalige Reichsparteitagsgelände“.

Dabei werden die Bereiche Denkmalpflege, Kunst, Bildungsarbeit sowie Erinnerungskultur betrachtet. Die Tagung findet bei freiem Eintritt im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände statt. Die Referentenauswahl bildet einen fachlichen und altersmäßigen Querschnitt. Jüngere Experten sollen ebenso zu Wort kommen wie diejenigen, die schon länger mit der Thematik vertraut sind.

Als Diskutanten zugesagt haben unter anderem die Historiker Professor Neil Gregor von der Universität Southampton und Professor Ulrich Herbert von der Universität Freiburg, der Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora Professor Volkhard Knigge, der Gründungsdirektor des NS-Dokumentationszentrums München Professor Winfried Nerdinger, Generalkonservator Mathias Pfeil als Leiter des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege sowie der Denkmalpfleger Professor Paul Zalewski von der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder.

Weitere Informationen erhalten Sie beim
Kulturreferat, Telefon 09 11 / 2 31-23 90,
oder beim Baureferat, Telefon 09 11 / 2 31-48 00.

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