Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 886 / 20.08.2015

Verzögerung beim Zentralhort in der Welserstraße

Die Stadt Nürnberg baut derzeit drei weitere Zentralhorte für Kinder aus verschiedenen Grundschulen in der Ahornstraße (Eibach), der Zugspitzstraße (Langwasser) und der Welserstraße (Nürnberg-Nord). Die Arbeiten an den Standorten Ahorn- und Zugspitzstraße befinden sich im Zeitplan, die geplante Inbetriebnahme der Horte kann voraussichtlich gehalten werden.

Bei der Realisierung des dreigruppigen Zentralhorts in der Welserstraße kommt es zu zeitlichen Verzögerungen. Ursprünglich war geplant, den Betrieb in der Herbstferien aufzunehmen. Die Eröffnung kann jedoch leider erst in den Faschingsferien 2016 erfolgen. Die Gründe für die Verzögerungen sind vielfältig. „Wir haben auf einem sehr engen Grundstück begonnen, eine dauerhafte und zudem wirtschaftliche Lösung zu errichten. Im Bauablauf haben uns dann Altlasten stärker beeinträchtigt als erwartet, zudem war die Enge der Baustelle am Ring ein deutlich größeres Hindernis als wir kalkuliert hatten“, sagt Baureferent Daniel F. Ulrich.

Der Standort ist wegen der Enge der Baulücke und der sich daraus ergebenden zwingenden Dreigeschossigkeit des Gebäudes für Container kaum geeignet, daher wird erstmals in Nürnberg ein Hort in Modulbauweise erstellt. Das Gebäude ist damit eine Art Fertighaus, allerdings mit allen Anforderungen an Brandschutz, Schadstofffreiheit und Komfort wie jeder andere Kinderhort in Nürnberg auch. Zudem ist eine eventuelle Folgenutzung, wenn das Gebäude nicht mehr als Zentralhort gebraucht werden sollte, durch konsequente Planung schon jetzt gesichert: In das Gebäude könnte später sowohl eine Jugendhilfeeinrichtung als auch eine Schule oder eine Seniorenbetreuungseinrichtung einziehen.

Das Grundstück selbst galt jahrzehntelang als unbebaubar, aber der hohe Druck, in der ganzen Stadt optimale Betreuungsverhältnisse anzubieten, machte es nötig, sich auch solchen Flächen zu widmen. „Die noch verbleibenden Grundstücke in Nürnbergs Kernstadt sind leider alle sehr kompliziert, seien darunter Altlasten, seien es schlechte Erschließungsverhältnisse oder ökologische Restriktionen wie alte Bäume – alle ‚guten‘ Bauflächen sind weg“, erklärt der Baureferent. Die Kosten der Maßnahme sind weiter im Rahmen.

„Die Leistungsfähigkeit der Modulbauweise ist unstrittig, allerdings waren wir alle, sicher auch unter dem hohen Erwartungsdruck der Eltern, zu optimistisch“, sagt Georg Reif, stellvertretender Leiter des Jugendamts. „Wir sind aktuell im Kontakt mit allen Eltern, die bereits Plätze für den Hort gebucht hatten, und bieten diesen Alternativen an, die die Zeit bis zur endgültigen Fertigstellung überbrücken.“

Das Jugendamt der Stadt Nürnberg hat auf die angekündigte verspätete Inbetriebnahme bereits reagiert, die betroffenen Familien über die zeitliche Verzögerung schriftlich informiert und diesen Familien eine Zwischenlösung in einem Containergebäude am Schulstandort Thoner Espan angeboten. Dieses Bauwerk kann kurzfristig ab Herbst 2015 bis zur Inbetriebnahme des Zentralhorts Welserstraße als Zwischenlösung genutzt werden. Das Personal für den Zentralhort Welserstraße wird den Hortbetrieb am Interims-Standort Thoner Espan starten und später in der Welserstraße fortführen. Den notwendigen täglichen Transfer zwischen Schule und Zentralhort organisiert das Jugendamt, die entstehenden Kosten für erforderliche Bus- beziehungsweise Taxifahrten trägt die Stadt Nürnberg. Aktuell betrifft dies circa 25 Familien.

Baureferent Ulrich zeigt sich betroffen: „Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie problematisch Verzögerungen oder Ausfälle gerade bei der Kinderbetreuung sind, daher schmerzt mich diese Verzögerung. Wir setzen alles daran, die Baumaßnahme mit den Kollegen im Hochbauamt, dem Architekten und der beteiligten Baufirma, die alle gerade jetzt Herausragendes leisten, schnellstmöglich, unbedingt aber bis Februar 2016 fertigzustellen. Trotz dieser unerfreulichen Verzögerung bei einer Baustelle ist das Hortprogramm der letzten Jahre für Nürnberg bisher ein voller Erfolg. Alle anderen Einrichtungen konnten ohne große Probleme übergeben werden, das trotz enormen Zeitdrucks und oft größter logistischer Probleme vor Ort.“

Aktuell sind beim Jugendamt noch 60 Familien mit Bedarf für eine nachschulische Betreuung ihres Kindes für das kommende Schuljahr 2015/2016 gemeldet. Das Jugendamt berät und unterstützt diese Familien bei der Suche nach einer bedarfsgerechten und individuellen Lösung, entweder schulortnah durch frei werdende Nachrückerplätze in den Kinderhorten, durch mögliche Aufstockungen in bestehenden Kinderhorten, durch noch vorhandende Kapazitäten in der Mittagsbetreuung oder durch die Aufnahme in bestehende Zentralhorte. boe

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