Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 1431 / 29.12.2015

Neujahrsgruß von Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly

Liebe Nürnbergerinnen, liebe Nürnberger,

kaum je zuvor in meiner Amtszeit sind rein kommunale Themen so sehr im Hintergrund geblieben wie im zurückliegenden Jahr. Das Flüchtlingsthema hat uns alle auch in Nürnberg tief bewegt. Es war global, in Europa, national und kommunal das prägende Thema.

Kriege und Bürgerkriege, Naturkatastrophen und Diktaturen treiben Millionen Menschen in die Flucht. Und Deutschland als reiches und sicheres Land ist für viele der Sehnsuchtsort. Wir mussten schmerzlich lernen, was wir eigentlich längst hätten wissen können: Die um uns herum liegenden EU-Staaten würden nicht länger als „Schutzschirm“ für das EU-außengrenzenlose Deutschland fungieren. Die Probleme dieser Welt sind mit aller Wucht vor unserer Haustüre gelandet.

Auch in Nürnberg haben Behörden und unzählige Ehrenamtliche Herausragendes geleistet, um die uns zugewiesenen Menschen – derzeit rund 8 000 in über 90 Unterkünften – halbwegs ordentlich aufzunehmen. Ihnen allen gelten mein Dank und mein Respekt. Nicht alle Flüchtlinge werden in Deutschland bleiben dürfen, viele werden aber als Asylberechtigte anerkannt und mutmaßlich, solange für ein Ende von Verfolgung und Terror keine große Aussicht besteht, länger bei uns bleiben.

Wir stehen also vor der Aufgabe, einige Tausend Neubürger zu integrieren. Kindergarten, Schule, Arbeit und Wohnung – das sind neben der Vermittlung der deutschen Sprache und Kultur die Felder, die geregelt werden müssen. So werden wir zum Beispiel den Wohnungsbau stark forcieren, und zwar nicht nur für Flüchtlinge, sondern für alle Bevölkerungskreise, die bezahlbare Wohnungen suchen.

Wir werden darauf achten, dass Maßnahmen zur Integration in den Arbeitsmarkt nicht zulasten von Langzeitarbeitslosen gehen und Sorge tragen, dass Schulen und Kindertagesstätten ausgebaut werden. Das Angebot an Sprach- und Integrationskursen wird erweitert.

Deutschland – auch Nürnberg – hat nach 1945 vieles, zum Teil Gewaltiges geschafft. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich dieses Land Wohlstand erarbeitet, zu einer stabilen Demokratie entwickelt und beispiellose Herausforderungen – denken Sie allein an die Wiedervereinigung – gemeistert.

Auch diese neue Integrationsaufgabe können und werden wir meistern. Mit Vertrauen in unsere Kraft, mit der notwendigen Dosis fränkischer Gelassenheit und der Kreativität der Menschen in der Stadt.

Nürnberg wächst (auch schon ohne Flüchtlinge), wird jünger (mit weiter steigenden Geburtenzahlen) und ökonomisch immer stabiler (mit weiter sinkender Arbeitslosenzahl).

Unsere Stadt ist und bleibt attraktiv!

Zu alledem brauchen wir Sie, liebe Nürnbergerinnen und Nürnberger, Ihr Wohlwollen, Ihr Engagement, Ihre Ideen. Ich wünsche Ihnen wie immer von Herzen Glück und Gesundheit, der Rest kommt von selbst.

Stadt Nürnberg

Presse- und Informationsamt

Leitung:
Dr. Siegfried Zelnhefer

Fünferplatz 2
90403 Nürnberg
www.presse.nuernberg.de