Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 98 / 28.01.2016

Die sowjetische Anklagestrategie im Nürnberger Prozess

Die Historikerin Lilia Antipow erläutert in ihrem Vortrag „Die wahrhaft räuberischen Pläne der hitlerischen Angreifer gegen die Sowjetunion“ die Strategie des sowjetischen Chefanklägers Roman Rudenko im Nürnberger Prozess. Im Mittelpunkt der sowjetischen Anklage standen die Verbrechen, die in Osteuropa während des Zweiten Weltkriegs auf Anweisung der NS-Führung von deutschen Soldaten begangen wurden. Die Veranstaltung der Reihe „Alliierte Anklageperspektiven im Nürnberger Prozess“ beginnt am Donnerstag, 4. Februar 2016, um 18.30 Uhr im Memorium Nürnberger Prozesse, Bärenschanzstraße 72.

Der sowjetische Chefankläger Roman Rudenko bezog sich in seiner Eröffnungsrede der sowjetischen Anklage auf die Anklagepunkte 2 „Verbrechen gegen den Frieden“, 3 „Kriegsverbrechen“ und 4 „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ in Osteuropa. Seine Anklageabteilung hatte sich in der Vorbereitung mit den Verbrechen in der Sowjetunion, in Polen, in der Tschechoslowakei und in Jugoslawien beschäftigt. Wichtig war es dem sowjetischen Anklageteam, etwaige Vergleiche der totalitären Systeme unter Hitler und Stalin nicht aufkommen zu lassen. In diesem Zusammenhang wurde auf eine klare Differenzierung der Unterschiede in den beiden Einparteienherrschaften geachtet. Laut Rudenko besaß der Krieg gegen die Sowjetunion eine Schlüsselstellung im NS-Plan zur Führung der Angriffskriege gegen weitere Länder. Lilia Antipow geht in ihrem Vortrag auf die zentralen Positionen Rudenkos ein und sucht zugleich die sowjetische Strategie aus heutiger Sicht in den gesamtpolitischen Kontext der Jahre 1945 und 1946 einzuordnen.

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung unter Telefon 09 11 / 3 21-7 93 72 oder per E-Mail an memorium@stadt.nuernberg.de ist erforderlich. alf

Stadt Nürnberg

Presse- und Informationsamt

Leitung: Dr. Siegfried Zelnhefer

Fünferplatz 2
90403 Nürnberg
www.presse.nuernberg.de