Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 398 / 25.04.2017

Wissenschaftliche Biografie über Hermann Kesten

Anlässlich des Todestags von Hermann Kesten (1900-1996) gedenkt die Stadtbibliothek Nürnberg mit einer besonderen Buchpremiere des am 3. Mai 1996 in Basel verstorbenen Autors: Die erste wissenschaftliche Biografie über den weltbekannten Schriftsteller und Nürnberger Ehrenbürger wird bei einer Lesung vorgestellt. Ihr Verfasser, Dr. Albert M. Debrunner, hat in das Werk „Zuhause im 20. Jahrhundert – Hermann Kesten“ 25 Jahre Forschungsarbeit investiert. Er präsentiert seine Neuerscheinung am Mittwoch, 3. Mai 2017, um 11.15 Uhr in der Stadtbibliothek Zentrum, Gewerbemuseumsplatz 4, Lernwelt (Ebene L0). Der Eintritt ist frei.

Vorab um 11 Uhr nimmt Prof. Dr. Julia Lehner, Kulturreferentin der Stadt Nürnberg, eines der ersten in Deutschland auf den Markt kommenden Exemplare der Biografie vom Autor an der Kesten-Statue im Innenhof der Stadtbibliothek Zentrum, Gewerbemuseumsplatz 4, Ebene K1, entgegen. Als Gast wird an dieser Zeremonie auch Marian Houston teilnehmen. Die Nichte von Hermann Kesten ist aus den USA angereist. Gemeinsam mit Manfred Schreiner, Vorsitzender der Hermann-Kesten-Gesellschaft e.V., André Knabel, Direktor des Bildungscampus, und Elisabeth Sträter, Direktorin der Stadtbibliothek im Bildungscampus, werden in Gedenken an Hermann Kesten Blumen an der Statue niedergelegt.

Zahlreiche Veröffentlichungen über Hermann Kesten sind bereits erschienen, aber bislang fehlte eine zusammenhängende Darstellung seines Lebens. Diese Lücke hat Dr. Albert M. Debrunner aus Basel mit seiner Biografie über eine der großen Persönlichkeiten der deutschen Literaturgeschichte geschlossen. Die „Jahrhundertgestalt“ Hermann Kesten (1900-1996) verbrachte seine Kindheit und Jugend in Nürnberg. 1927 zog er nach Berlin, wo er als Lektor für den Kiepenheuer Verlag tätig war. 1933 sah er sich gezwungen, Deutschland zu verlassen:
Zunächst lebte er sieben Jahre im Pariser Exil, 1940 emigrierte er in die USA, wo er zusammen mit Thomas Mann vom Nazi-Regime verfolgte Schriftsteller rettete. Kesten prägte die Literaturszene in der Weimarer Republik und trug wesentlich zu den Debatten der jungen Bundesrepublik bei. Er verfasste zahlreiche Romane und Erzählungen, als Essayist machte er sich vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg einen Namen. Unvergessen sind seine Portraits zahlreicher berühmter Kollegen, die unter dem Titel „Meine Freunde, die Poeten“ mehrfach aufgelegt wurden. Kestens Werke wurden in mehr als 30 Sprachen übersetzt, neben Thomas Mann und Lion Feuchtwanger gehörte er zu den meistgelesenen deutschen Schriftstellern in den USA.

In der Stadtbibliothek Nürnberg sind Kestens Werke in unterschiedlichen Ausgaben und auch in Übersetzungen verfügbar. Neben Briefen und Lebensdokumenten des Nürnberger Ehrenbürgers befinden sich im Bestand der Stadtbibliothek ein Original-Manuskript mit eigenhändigen Anmerkungen des Nürnberger Ehrenbürgers sowie seine Totenmaske.

Der 1964 geborene Albert M. Debrunner ist Gymnasiallehrer und lebt in Basel. Er studierte Englisch, Deutsch und Philosophie und promovierte mit einer Arbeit über den Schweizer Aufklärer Johann Jakob Bodmer. Von 2006 bis 2014 war er Präsident der Allgemeinen Lesegesellschaft Basel. Seit 2010 ist er Stiftungsrat der dortigen Hebelstiftung. Er publizierte verschiedene Bücher, darunter „Freunde, es war eine elende Zeit! René Schickele in der Schweiz 1915-1919“ (2004), „Literaturführer Thurgau“ (2008), „Literarische Spaziergänge durch Basel“ (2011) sowie zahlreiche Artikel zu literaturhistorischen Themen. In den 1990er Jahren ist er Hermann Kesten noch persönlich in Basel begegnet. alf

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