Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 526 / 22.05.2017

Start frei für den neuen Abschnitt der U3 Nordwest

Der neue Streckenabschnitt der U3 Nordwest zwischen Klinikum Nord und Nordwestring ist betriebsbereit: Am heutigen Montag, 22. Mai 2017, hat Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly im Beisein zahlreicher Ehrengäste die 1,1 Kilometer lange Trasse mit einem symbolischen Akt eröffnet. Der fertige Bauabschnitt 3 umfasst neben der Station Klinikum Nord und dem neuen Endbahnhof Nordwestring samt anschließender Wendeanlage auch die dazugehörigen Tunnelstrecken. „Die Erfolgsgeschichte des U-Bahnbaus in Nürnberg wird um ein weiteres Kapitel fortgeschrieben. Wir sind auf einem guten Weg, den Nahverkehr noch attraktiver zu machen und dabei möglichst viele Menschen zu erreichen“, sagte OB Maly beim Festakt.

Die neue Strecke wurde in Anwesenheit des Stadtoberhaupts und von Joachim Herrmann, Bayerischer Staatsminister des Innern, für Bau und Verkehr, Dorothee Bär, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, Daniel F. Ulrich, Planungs- und Baureferent der Stadt Nürnberg, und Josef Hasler, Vorsitzender des Vorstands der VAG, sowie weiteren Gästen feierlich in Betrieb genommen. Die kirchliche Weihe erfolgte durch Christopher Krieghoff, Dekan der evangelisch-lutherischen Kirche Nürnberg, und Martin Battert, Pfarrer der katholischen Stadtkirche Nürnberg. Auch interessierte Bürgerinnen und Bürger waren zur Eröffnungsfeier am neuen U-Bahnhof Nordwestring eingeladen.

Im Juni 2012 hatten die Rohbauarbeiten für den Bauabschnitt Klinikum Nord bis Nordwestring begonnen. Im Oktober 2012 konnte mit dem Tunnelanschlag der Startschuss für die eigentlichen Vortriebsarbeiten des U-Bahntunnels gegeben werden. Nachdem im Januar 2014 der Tunneldurchschlag gefeiert werden konnte, konnte nun heute der neue Bauabschnitt in Betrieb genommen werden. Der vorherige zweite nördliche Bauabschnitt 1.3 der U3 – Kaulbachplatz bis Friedrich-Ebert-Platz – endet kurz vor dem Bahnhof Klinikum Nord. Die Inbetriebnahme des Abschnitts war im Dezember 2011 erfolgt.

Zum Schutz der angrenzenden Bebauung vor Erschütterungen und sekundärem Luftschall durch den U-Bahnbetrieb sind die Gleise auf dem Bauabschnitt 3 entsprechend dem Schallschutzgutachten durch den Einbau eines Masse-Feder-Systems gedämmt worden. Die Baukosten für den Bauabschnitt 3 Klinikum Nord bis Nordwestring – ohne fahrerlosen Betrieb – betragen rund 79 Millionen Euro. Für den fahrerlosen Betrieb kommen rund 7 Millionen Euro hinzu. Insgesamt haben Bund und Freistaat Bayern das Bauprojekt mit rund 66 Millionen Euro bezuschusst.

Bahnhof Klinikum Nord in warmem Goldton
Der Bahnhof Klinikum Nord liegt in einem dicht bebauten Wohngebiet in der Heimerichstraße. Er erschließt in der eng besiedelten Nordstadt im 500-Meter-Umkreis einen Einzugsbereich von rund 12 000 Anwohnerinnen und Anwohnern sowie Beschäftigten. Es gibt zwei direkte Zugänge zum Bahnsteig, bestehend aus jeweils einer Festtreppe und einer Fahrtreppe. An beiden Zugängen gibt es insgesamt 52 Fahrradabstellplätze. Die Aufgänge wurden zum Schutz vor der Witterung überdacht. Für mobilitätseingeschränkte Personen steht zusätzlich ein entsprechend ausgestatteter Aufzug zur Verfügung, dieser liegt östlich der Einmündung der Prof.-Ernst-Nathan-Straße. Der Zugang zum Bahnsteig erfolgt über zurückhaltende, mit satiniertem Glas eingekleidete Eingangsbauwerke. Die Wandgestaltung ist in einem warmen Goldton gehalten und auf dem Bahnsteig ertönen leise sphärische Klänge. Beides soll – insbesondere im Hinblick auf das Klinikum – eine beruhigende Wirkung auf die Fahrgäste haben und während der Wartezeit die Möglichkeit zur Entspannung bieten.

Tunnelstrecke zwischen Klinikum Nord und Nordwestring
Die zwischen den beiden neuen U-Bahnhöfen Klinikum Nord und Nordwestring liegende Tunnelstrecke ist insgesamt circa 440 Meter lang. Die Trasse verläuft zunächst unter der Heimerichstraße bis zur Einmündung der Prießnitzstraße in Form von zwei eingleisigen Röhren. Daran schließt sich ein Teilstück von circa 240 Metern als zweigleisige Tunnelröhre an, die sich dann wieder vor dem Bahnhof Nordwestring in zwei eingleisige Röhren teilt. Die Trasse der Tunnelstrecke wird bestimmt durch die Lage der U-Bahnhöfe und verläuft unter der Heimerichstraße. Die Tunnelröhre ist in bergmännischer Spritzbetonbauweise aufgefahren worden. Als Anfahrschacht diente die Baugrube des U-Bahnhofs Nordwestring. An der tiefsten Stelle des Tunnels, auf Höhe der Heimerichstraße 78, sind ein Notausstieg und eine Tiefpunktentwässerung eingerichtet worden.

Bahnhof Nordwestring
Der Bahnhof Nordwestring liegt zwischen der Bielefelder Straße und der Heimerichstraße. Er erschließt mit seiner Lage im 500-Meter-Umkreis einen Einzugsbereich von circa 8 000 Anwohnerinnen und Anwohnern sowie Beschäftigten. Der Bahnsteig verfügt über zwei direkte Zugänge, bestehend aus jeweils einer Festtreppe und einer Fahrtreppe. Beide Aufgänge sind ebenfalls zum Schutz vor der Witterung überdacht. Der östliche Aufgang liegt in der Freifläche zwischen Nordwestring und Heimerichstraße, der westliche Aufgang im Bereich der Bielefelder Straße. Für mobilitätseingeschränkte Personen stehen zusätzlich zwei entsprechend ausgestattete Aufzüge zur Verfügung.

Die Aufgänge sind mit einer filigranen Stahlkonstruktion überdacht, die auf der Südseite auch den Aufzug und die Bushaltestelle mit einbeziehen. „Der Bahnhof Nordwestring beeindruckt durch sein klares Design und nimmt die gute Tradition der Schlichtheit der Gebäude auf der Linie der U1 wieder auf“, so Ulrich. Die Wände sind mit grünen und roten Streifen in wachsenden und kleiner werdenden Abständen gestaltet, was für Verzögerung und Beschleunigung stehen soll. Die Decken sind mit Spiegeln, die den Raum höher wirken lassen, verkleidet. An den beiden Zugängen gibt es insgesamt 120 Fahrradabstellplätze.

Wendeanlage Nordwestring
Die an den Bahnhof Nordwestring anschließende Tunnelstrecke verläuft als zweigleisiger Tunnel unter der Bielefelder Straße. Dieser Abschnitt wurde in offener Bauweise erstellt, er ist als Wendeanlage zur Betriebsabwicklung erforderlich. Inklusive der dazu am Beginn des Bauwerks erforderlichen Weichenverbindung ergibt sich eine Gesamtlänge von circa 170 Metern. Am Bauwerksende, westlich der Kreuzung Bielefelder/Dortmunder Straße, wurde ein für das Betriebspersonal erforderlicher Notausstieg angeordnet.

Sowohl die Arbeiten in den offenen Bereichen der Baugrube als auch in den unterirdischen Tunnelstrecken waren nicht ohne Beeinträchtigungen für Anliegerinnen und Anlieger, Geschäftsleute sowie Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer durchführbar. Das Planungs- und Baureferat bedankt sich an dieser Stelle für das entgegengebrachte Verständnis und die gute und konstruktive Zusammenarbeit mit allen Betroffenen. maj

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