Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 1163 / 10.11.2017

Die Nürnberger Prozesse in Gebärdensprache erzählt

Das Memorium Nürnberger Prozesse bietet Gehörlosen eine in Gebärdensprache gedolmetschte Führung durch die Dauerausstellung und in den Saal 600 an. Der Rundgang mit Dr. Astrid Betz, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Hauses, und den beiden Gebärdendolmetscherinnen Sandra Blum und Nora Leuckfeld beginnt am Samstag, 18. November 2017, um 15 Uhr im Memorium Nürnberger Prozesse, Bärenschanzstraße 72.

Im Nürnberger Prozess mussten sich 1945/46 insgesamt 22 hochrangige Vertreter des NS-Staats vor einem internationalen Militärgericht verantworten – ein Novum. Der Prozess gilt daher heute als Geburtsstunde des Völkerstrafrechts. Die Führung beschäftigt sich sowohl mit zentralen Fragestellungen des „Hauptkriegsverbrecherprozesses“ als auch mit den zwölf Nachfolgeprozessen. So wurde beispielsweise 1947 das Urteil im Ärzteprozess gesprochen, in dessen Mittelpunkt Menschenversuche, Mord an Kranken und Behinderten sowie Massensterilisationen standen. Auch die Weiterentwicklung des Völkerstrafrechts nach dem Ende des Kalten Kriegs wird erläutert. Die Rundgangsteilnehmer diskutieren anschließend gemeinsam die Frage, welche Rolle die Nürnberger Prozesse in der Aufarbeitung der NS-Herrschaft spielten. Am Ende steht der Besuch des historischen Gerichtssaals.

Die Führungsgebühr beträgt 3 Euro, der Eintritt in die Dauerausstellung ist frei. Eine Anmeldung unter Telefon 09 11 / 3 21-7 93 72 oder per E-Mail an memorium@stadt.nuernberg.de ist erforderlich. alf

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