Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 1196 / 21.11.2017

Paula-Maurer-Preis ehrt Kunstprojekte an Schulen

Bei der zwölften Verleihung des Paula-Maurer-Preises ist die Grundschule Gebersdorf für ihr Marc-Chagall-Projekt mit dem ersten Preis in Höhe von 3 000 Euro geehrt worden. Zudem gab es zwei zweite Preise von je 1 750 Euro: für das „Kreativ (ist) Klasse!“-Projekt an der Dr. Theo-Schöller-Mittelschule und das Theater-Film-Projekt „Schokokrimi International“ an der Michael-Ende-Schule. Die Auszeichnungen sind am heutigen Dienstag, 21. November 2017, in der Kulturwerkstatt Auf AEG verliehen worden.

Der Paula-Maurer-Preis wird für besondere Projekte der Zusammenarbeit von Kultur und Schule vergeben – ganz im Sinne der Stifterin. Der vom Amt für Kultur und Freizeit (Kuf) und „Verein zur Förderung innovativer Kulturarbeit e.V.“ ausgelobte Preis will jungen Menschen Teilhabemöglichkeiten an Musik, Spiel, Theater, Tanz, Rhythmik, bildender Kunst, Literatur, Medien und Zirkus bieten. Das mit dem ersten Preis ausgezeichnete Projekt „Meine Hand spielt eine Rolle in einem Gemälde des Künstlers Marc Chagall“ erarbeitete die Grundschule Gebersdorf mit der Grafik-Designerin Silke Hartmann. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich nicht nur theoretisch, sondern auch bildnerisch mit der Kunst Chagalls und entwickelten ihren individuellen Umgang und ihre persönliche Formensprache und Rolle. Die Kinder waren stolz auf ihre Arbeiten, die bei der anschließenden Ausstellung im Zuge der Kulturtage in der Kulturwerkstatt Auf AEG zu sehen waren.

Dieses Jahr gab es zwei zweite Preise: Einer ging an „Kreativ (ist) Klasse!“. Kooperationspartner waren die Dr. Theo-Schöller-Mittelschule mit dem KinderKunstRaum (Kuf) mit den Künstlerinnen und Künstlern Barbara Engelhard, Stefan Schwarzmann, Inge Gutbrod, Anke Hellmich und dem FabLab. Bei Übergangsklassen steht das Lernen der deutschen Sprache im Vordergrund. Ziele sind die Integration in eine Regelklasse, in das neue Lebensumfeld und der Übergang in die Berufswelt. Die Jugendlichen entdeckten handwerkliche und kreative Fähigkeiten. Sie drückten sich sprachunabhängig aus und erlebten Selbstwirksamkeit – ein wichtiger Beitrag zur Entwicklung der Persönlichkeit und des Selbstbewusstseins in der neuen Lebenssituation.

Auch das Theater-Film-Projekt „Schokokrimi International“ erhielt eine zweite Auszeichnung. Kooperiert haben die Michael-Ende-Schule mit dem Medienpädagogen Andres Müller und den Stadtteilpartnern „Kinder- und Jugendmuseum Nürnberg“ und Villa Leon. Die Kinder schlüpften in selbstgewählte Rollen und entwickelten eine Spielhandlung. Sie erkundeten (Kinder-)Kulturorte in der Nachbarschaft der Schule, die als Drehorte dienten. Sie verwirklichten sich mit Kreativität und Schauspiel. In der szenischen Interaktion und der Auseinandersetzung mit ihren Herkunftsländern erfuhren sie ihre Verschiedenheit als Bereicherung.

17 Bewerbungen aus Grund- und Mittelschulen gingen dieses Jahr ein. Eine unabhängige Jury legte bei ihrer Entscheidung ein besonderes Augenmerk auf die Partizipation und Integration sowie individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler. Das Kriterium „Bildung von Netzwerken im Sozialraum der Schule“ spielte ebenfalls eine bedeutende Rolle. Denn dadurch entstehen nachhaltige Kooperationen auf institutioneller Ebene.

Das Wohl, die Bildung und Chancengerechtigkeit von Kindern und Jugendlichen waren für die Stifterin Paula Maurer (1909 bis 2009) eine Herzensangelegenheit. Mit ihrem Mann Hans, Sohn des Nürnberger Automobilbauers Ludwig Maurer, bedachte sie die Stadt Nürnberg mit einer großzügigen Schenkung. Der Preis wird seit 2006 jährlich vergeben. Gemeinsam mit dem „Verein zur Förderung innovativer Kulturarbeit e.V.“ entwickelte Kuf das Konzept des Preises für kulturelle Bildungsprojekte in Nürnberg. Der Preis ist zudem ein Anlass, die Bedeutung kultureller Bildung für die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen und die Vernetzung von Kultur und Schule in die Öffentlichkeit zu tragen.

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