Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 646 / 21.06.2018

Ausbau des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände bis Jahresende 2021

Mit Hilfe von Bund und Freistaat Bayern baut die Stadt Nürnberg das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände ab Herbst 2019 aus. Zur Verfügung stehen dafür insgesamt 15,3 Millionen Euro. Am Donnerstagvormittag, 21. Juni 2018, stellten Kulturreferentin Prof. Dr. Julia Lehner und Planungs- und Baureferent Daniel F. Ulrich gemeinsam mit Bundesminister a.D. Dr. Oscar Schneider als Sprecher des Kuratoriums des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände die Planungen der Öffentlichkeit vor. Am Nachmittag werden die Pläne den Mitgliedern des Baukunstbeirats präsentiert.

Das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände wurde 2001 im nördlichen Kopfbau der unfertigen Kongresshalle der Nationalsozialisten eröffnet. Damals ausgelegt auf eine maximale Besucherzahl von 100 000 Personen im Jahr, waren es 2017 bereits 275 000.

Was ist geplant?
Diese Entwicklung macht einen Ausbau des Dokumentationszentrums in allen Bereichen ebenso notwendig wie eine Modernisierung der Technik und Serviceeinrichtungen. Der Ausbau wird in erster Linie innerhalb der Kongresshalle stattfinden. Durch eine Verlagerung des Eingangsbereichs soll künftig ein barrierefreier Zugang ermöglicht werden. Ebenso sollen Ausstellungs-, Veranstaltungs- und Lernbereiche problemlos erreichbar sein. Weiterhin sind folgende Baumaßnahmen vorgesehen:

  • Erweiterung des Lern- und Veranstaltungsbereichs (Veranstaltungssaal für rund 200 Personen, zusätzlicher Seminarraum, neues Medien- und Recherchezentrum)
  • Ertüchtigung und Erweiterung von Ausstellungsflächen
  • Ertüchtigung und Erweiterung des allgemeinen Besucherbereichs (Sanitäranlagen, Gastronomie, Aufenthaltsmöglichkeiten)
  • Schaffung von Funktionsflächen für wissenschaftliches Arbeiten (Büros, Bibliothek, Depot usw.)

Gemeinsame Verantwortung
Wie schon bei der Einrichtung des Dokumentationszentrums teilen sich der Bund, der Freistaat Bayern und die Stadt Nürnberg die Baukosten. Darin kommt die dauerhafte gemeinsame Verantwortung zum Ausdruck, am weltweit bekanntesten Ort der Selbstinszenierung der Nationalsozialisten auch künftige Generationen über Etablierung, Darstellungs- und Propagandaformen und des Gesellschaftsbilds des NS-Regimes sowie seiner Folgen zu informieren. Die Kosten teilen sich wie folgt auf:

  • 7 Millionen Euro als Förderung von Seiten des Bunds im Rahmen des Programms „Nationale Projekte des Städtebaus“
  • 3 Millionen Euro als Förderung von Seiten des Freistaats Bayern durch das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus
  • 1 Million Euro von Seiten des Freistaats Bayern durch Mittel der Städtebauförderung des Bezirks Mittelfranken
  • 4,3 Millionen Euro aus Eigenmitteln der Stadt Nürnberg

Zeitplan
Der Beginn des Ausbaus ist für Herbst 2019 vorgesehen und soll bis Jahresende 2021 abgeschlossen sein. Etwaige Beeinträchtigungen für Besucherinnen und Besucher werden rechtzeitig bekanntgegeben. Die Projektleitung liegt beim Hochbauamt der Stadt Nürnberg. Weitere Beteiligte sind:

Objektplanung Architekturbüro Fritsch, Knodt, Klug + Partner, Nürnberg
Tragwerksplanung Wetzel + von Seht, Hamburg
Projektsteuerung Büro Rheform, München, Hr. Axel Müller
Brandschutzplanung Oehmke + Herbert, Nürnberg
Visualisierungen: © www.tschopoff.de alf

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