Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 375 / 08.04.2019

Broschüre: 50 Jahre Gemeinschaftshaus Langwasser

Zur Halbzeit der Sanierung des Gemeinschaftshauses Langwasser bringt das Amt für Kultur und Freizeit (Kuf) die 40-seitige Broschüre „50 Jahre Gemeinschaftshaus Langwasser“ mit einem historischen Rückblick und vielen Zeitzeugeninterviews heraus. Die Publikation erscheint in einer Auflage von 2 000 Stück. Sie ist ab dem heutigen Montag, 8. April 2019, im Übergangsbüro, Breslauer Straße 350, zu den Bürozeiten montags von 14 bis 18 Uhr und donnerstags von 10 bis 13 Uhr sowie nach Vereinbarung zu bekommen. Dank der Förderung der wbg Nürnberg GmbH ist sie gratis erhältlich.

Die Broschüre zeigt nicht nur die Geschichte des Hauses, sondern vermittelt auch die Entwicklung des Stadtteils. Man erfährt, mit welch gestalterischem Mut und kommunalpolitischer Weitsicht vor 50 Jahren geplant wurde. Es gab Erfolge zu feiern, auch die Herausforderungen der ersten Jahre sind genannt. Die Publikation wirft einen Blick in die Aufbruchszeit der späten 1960er Jahre, begleitet den Wechsel vom Jugendamt in die Kulturladenkette und gibt einen Ausblick in die Zukunft.

Zu Wort kommen der damalige Bauleiter Eberhard Grabow, der langjährige Leiter Joachim Renisch, ein ehemaliger Techniker und Filmvorführer, die Stadtteilbibliotheks-Leiterin sowie Politiker und Besucherinnen und Besucher, die in Erinnerungen kramen. Das Gemeinschaftshaus Langwasser ist auch nach 50 Jahren ein sozialer und kultureller Mittelpunkt des Stadtteils. Von hier gehen wichtige Anstöße aus, die das Zusammenleben fördern und Vernetzungen herstellen, etwa für ein friedliches Miteinander von Alteingesessenen und Zugewanderten.
Die Broschüre kann telefonisch unter 09 11 / 2 31-1 57 00 oder per E-Mail unter glw@stadt.nuernberg.de bestellt werden. Weitere Informationen gibt es unter
www.kuf-kultur.de/langwasser, hier steht die Broschüre auch zum Download bereit.

Schließung für Sanierung – trotzdem viel los
Seit 1. Januar 2018 ist das Gemeinschaftshaus Langwasser wegen der Generalsanierung geschlossen. Die Stadtbibliothek Langwasser ist während der Bauzeit in einem Container gleich hinter dem Gemeinschaftshaus untergebracht und wie gewohnt Dienstag bis Freitag von 11 bis 18 Uhr mit einem breiten Medienangebot und Veranstaltungen für die Menschen im Stadtteil da.

Im März 2018 ist das Team des Kulturladens in ein Büro in der Breslauer Straße gezogen. Der Betrieb steht aber nicht still: Kuf hat lange vorab geplant. Ein Großteil der Kurse und Gruppen konnte in andere Einrichtungen ausweichen. Das Stadtteilforum ebenso wie das Geschichtsarchiv werden weiterhin unterstützt. 2018 und 2019 fanden und finden die beliebten Stadtteilführungen „Langwasser entdecken“ statt. Im September 2018 wurde ein Stadtteilpicknick mit dem Bürgerverein und dem Helferkreis Flüchtlingshilfe veranstaltet. Das Gemeinschaftshaus Langwasser beteiligte sich am „Tag der Demokratie“ im Vorfeld der Landtagswahl 2018.

Zeitgleich startete die Reihe „Kindertheater ums Eck“ im Gemeindesaal der Passionskirche. Außerdem standen ein Workshop für die Kulturhauptstadtbewerbung, ein Hiphop-Workshop für Jugendliche im Rahmen der Partnerschaft mit dem Krakauer Kulturzentrum NCK und die Ausstellung „Bäume für die Menschenrechte“ auf dem Programm. Intern wird die Zeit für die Neukonzeptionierung genutzt. Dies reicht von Beteiligungskonzepten, einer neuen Gastronomie, der Programmstruktur, der Hausorganisation über die Erschließung neuer Zielgruppen bis zu Marketing und Öffentlichkeitsarbeit.

Ausblick auf #LNGWSSR
Das Gemeinschaftshaus Langwasser macht seit Oktober 2018 bei einem Projekt mit. „UTOPOLIS – Soziokultur im Quartier“ wird im Rahmen des Förderprogramms „Soziale Stadt“ von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur für Medien sowie dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat ermöglicht. In vierjährigen Entwicklungsprozessen erproben soziokulturelle Zentren mit neuen Beteiligungsformaten, wie Kunst und Kultur für das Zusammenleben in den Stadtteilen genutzt werden kann. Ein Fokus liegt darauf, gerade auch Bewohnerinnen und Bewohner, die wenige Berührungspunkte mit Kunst und Kultur hatten, zur Mitgestaltung ihres Wohn- und Lebensumfelds anzuregen. Verschiedene soziokulturelle Angebote und künstlerische Aktionen sollen die Möglichkeit zur Partizipation geben.

Dabei spielt die Vernetzung mit Initiativen und Institutionen vor Ort eine große Rolle – mit dem Quartiersmanagement ebenso wie mit sozialen Vereinen, kommunaler Verwaltung oder auch Wirtschaftsunternehmen. Das Gemeinschaftshaus Langwasser ist die einzige bayerische und eine von zwölf bundesweiten Einrichtungen, die für das Projekt ausgewählt wurden. In Nürnberg heißt das Projekt #LNGWSSR. Die Sanierung soll als Chance genutzt werden, um gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern die Lebensqualität im Quartier zu verbessern. Dafür finden eine Reihe von Beteiligungsaktionen statt sowie ein Streetart-Event. Weitere Informationen sind unter www.lngwssr.nuernberg.de zu finden.

Umfassende Sanierungsmaßnahmen
Das städtische Hochbauamt plant von Januar 2018 bis Mai 2020 die Modernisierung der gesamten technischen Ausstattung des Gemeinschaftshauses Langwasser, der Gaststätte und der Nebengebäude. Dazu gehören zum Beispiel die LED-Beleuchtung und Lüftung mit Wärmerückgewinnung, die den heutigen Standards angepasst werden, sowie die Berücksichtigung der Vorgaben für Arbeitssicherheit und Brandschutz. Die Decken- und Wandbekleidungen und Innentüren werden erneuert. Die Charakteristik der beiden Veranstaltungssäle, der Foyers mit Lichthof, der Gruppen- und Werkräume bleibt im Wesentlichen erhalten.

„Wichtige Bestandteile und Ziele der Sanierung sind die barrierefreie Erschließung der Geschosse durch neue Aufzüge in das Untergeschoss zur Kegelbahn, in die Stadtbibliothek im Obergeschoss und die Bereitstellung eines Rückgabeautomaten für Medien im Erdgeschoss“, erklärt Planungs- und Baureferent Daniel F. Ulrich.

Zusätzlich ist die Sanierung aller Sanitärbereiche, insbesondere der Toiletten im Hauptgebäude und den Nebengebäuden einschließlich einer Neugestaltung der Außentoiletten, geplant. Die Freibereiche und Außenanlagen mit Flächen für einen Biergarten werden revitalisiert und in das vielfältige Gesamtnutzungskonzept eingebunden. Die voraussichtlichen Gesamtkosten betragen rund 12,7 Millionen Euro. Daran beteiligen sich Bund und Freistaat Bayern durch die beiden Städtebauprogramme „Investitionspakt Soziale Stadt im Quartier“ und „Bund-Länder-Städtebauförderungsprogramm II – Soziale Stadt“ mit einer Förderung von rund 5,7 Millionen Euro. maj

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