Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 423 / 26.04.2019

Vortrag über „Trostfrauen“ in Asien

Mina Watanabe, Direktorin des Tokioter Frauenmuseums, spricht über die Sexualverbrechen an Mädchen und Frauen in Asien, die während des Zweiten Weltkriegs begangen wurden. Sie hält ihren Vortrag „‚Trostfrauen‘ in Asien. Zivilgesellschaftliches Engagement für Gerechtigkeit und Gedenken“ am Freitag, 3. Mai 2019, um 19 Uhr im Memorium Nürnberger Prozesse, Saal 600, Bärenschanzstraße 72.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden unzählige Mädchen und Frauen in Asien Opfer systematischer sexueller Gewalt. Sie wurden gezwungen, als Prostituierte für Angehörige der japanischen kaiserlichen Armee zu arbeiten und euphemistisch als „Trostfrauen“ bezeichnet. Lange Zeit schwiegen die Opfer, bevor ein langer Kampf um die Anerkennung ihres Leids begann. Mina Watanabe berichtet von den bis heute anhaltenden Herausforderungen im Kampf um die gesellschaftliche und politische Anerkennung dieser Verbrechen.

Auf Initiative einer weltweiten Bewegung, die sich für eine Wiederaufnahme des Tokioter Kriegsverbrechertribunals (IMTFE) einsetzt, fand im Jahr 2000 das „Women‘s International War Crimes Tribunal on Japan‘s Military Sexual Slavery“ statt. Es machte auf das Schicksal der „Trostfrauen“ aufmerksam, das im Prozess vor dem IMTFE 1946 bis 1948 kaum Beachtung gefunden hatte. Im gleichen Sinn wurde 2005 das Frauenmuseum „Women‘s Active Museum on War and Peace“ (WAM) in Tokio gegründet. Unterstützt durch Spenden und getragen durch zivilgesellschaftliches Engagement, setzt sich das WAM für eine vollständige Aufarbeitung der sexualisierten Gewalttaten durch die japanische Armee im Zweiten Weltkrieg ein.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Memoriums Nürnberger Prozesse mit der Stabsstelle Menschenrechtsbüro & Frauenbeauftragte, Frauen in der Einen Welt, Zentrum für interkulturelle Frauenalltagsforschung und Internationalen Austausch e.V. und dem Nürnberger Menschenrechtszentrum e.V.

Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung unter Telefon 09 11 / 2 31-2 86 14 oder per E-Mail an memorium@stadt.nuernberg.de wird gebeten. Der Vortrag findet in englischer Sprache statt. Eine deutsche Übersetzung steht zur Verfügung. let

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