Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 497 / 14.05.2019

Fest des Schreibens und der Literatur in Nürnberg

Das Bildungszentrum im Bildungscampus lädt von Freitag bis Sonntag, 31. Mai bis 2. Juni 2019, zu den „texttagen.nürnberg“ ein. Bei dem Event am Gewerbemuseumsplatz kann man bekannten Autorinnen und Autoren über die Schulter blicken, mit ihnen in die Welt des Textens eintauchen und sich selbst beim Texten ausprobieren.

Im Mittelpunkt der „texttage.nürnberg“ stehen die Literatur und der Prozess ihrer Entstehung. Zehn bekannte Autorinnen und Autoren, die bereits Bestseller geschrieben haben oder mit ihren Texten in anderen Formaten Erfolge gefeiert haben, gewähren Einblicke in ihre Methoden und Werkstattgeheimnisse. Der Prozess des Schreibens wird in einer Mischung aus geschlossenen Formaten (Workshops mit Bewerbung) und offenen Publikumsformaten (Lesungen/Vorträge) aus mehreren Perspektiven beleuchtet. Die „texttage.nürnberg“ bieten die Gelegenheit von den Besten zu lernen, sich professionelles Feedback zu holen, Netzwerke zu bilden und zu erweitern. Das Projekt will gleichzeitig berühmte Namen nach Nürnberg holen und die hiesige Literaturszene stärken.

Parallel zu den Workshops und Lesungen, die in den Räumen des Bildungszentrums stattfinden werden, wird auf dem Gewerbemuseumsplatz ein Textualienmarkt entstehen: ein attraktives temporäres Begegnungszentrum im öffentlichen Raum mitten in der Stadt. Der Platz wird in Zusammenarbeit mit dem gemeinnützigen Unternehmen Urban Lab in eine einladende Verweil- und Mitmachinsel verwandelt und ein Pendant zur Bildung in geschlossenen Räumen darstellen. Der Textualienmarkt soll Raum für Selbstentfaltung schaffen und für eine kurze Zeit einen neuen Ort kreieren, an dem sich Menschen treffen, austauschen und experimentieren können. Alle Angebote des Textualienmarkts werden kostenlos und niederschwellig zugänglich.

Der Platz wird einladend gestaltet, mit mehreren Aufenthalts- und Sitzplätzen, einer Anschlagtafel und einer Bühne – beide werden für die Veröffentlichung der eigenen Texte zur Verfügung stehen. „Manifeste und Appelle“ der Stadtbewohnerinnen und -bewohner (vorher eingeschickt und/oder während der Aktionstage spontan verfasst, an beliebige Empfänger adressiert) werden in verschiedenen Formen veröffentlicht. Auf diese Weise wird die Stadtgesellschaft angeregt, sich zu äußern und gleichzeitig unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen. Auf der Bühne wird ein Programm mit Partizipationsmöglichkeiten und Austauschformaten angeboten, mitgestaltet von den eingeladenen Schriftstellerinnen und Schriftstellern, Performenden, Poetry-Slammerinnen und -Slammern, Schauspielenden, Musikerinnen und Musikern. Das Publikum wird zum kollaborativen Schreiben, Power Writing, Übersetzermeetings und vielen anderen Aktionen eingeladen.

Länderschwerpunkt 2019: Polen
Ein Länderschwerpunkt soll explizit Offenheit für andere Sprachen, Kulturen und Hintergründe sichtbar machen. Länderschwerpunkt der ersten Ausgabe der „texttage.nürnberg“ ist Polen. Zu Gast werden neben Schriftstellern mit biografischen Bezügen zu Polen auch Autoren sein, die sich in ihrer Arbeit mit dem Land auseinandersetzen. Als besonderer Gast kommt Olga Tokarczuk, Trägerin des Man Booker International Prize 2018, nach Nürnberg.

Teilnehmende Autorinnen und Autoren
Folgende Autorinnen und Autoren nehmen an den „texttagen.nürnberg“ teil: Susanne Fritz ist Autorin, Regisseurin und Bühnenkünstlerin. Ihr jüngstes Buch „Wie kommt der Krieg ins Kind“ wurde für den Deutschen Buchpreis 2018 nominiert. Olga Grjasnowa erregte mit ihrem Romandebüt „Der Russe ist einer, der Birken liebt“ auf Anhieb viel Aufsehen. Es folgten mehrfach ausgezeichnete Romane, zuletzt 2017 „Gott ist nicht schüchtern“. Franziska Hauser gelangte 2018 mit ihrem zweiten Roman „Die Gewitterschwimmerin“ auf die Longlist des Deutschen Buchpreises. Sie unterrichtet Kreatives Schreiben für „schreibwerk berlin“. Matthias Nawrat erhielt für seinen Roman „Die vielen Tode unseres Opas Jurek“ den Förderpreis des Bremer Literaturpreises sowie die Alfred Döblin-Medaille.Britta Sabbag kann auf mehr als zehn äußerst erfolgreiche Kinder- und Jugendbücher zurückblicken, die sich monatelang auf den „Spiegel“-Bestsellerlisten hielten und mit Publikumspreisen ausgezeichnet wurden. Emilia Smechowski arbeitet als freie Autorin und Reporterin, unter anderem für „Geo“, „Süddeutsche Zeitung“ und „Die Zeit“. Ihr autobiografisches Buch „Wir Strebermigranten“ wurde in zahlreichen Feuilletons diskutiert und gewürdigt. Leonhard F. Seidl verknüpft in seinen Romanen Regionalgeschichte mit fiktiver Kriminalhandlung. Sein aktueller Roman „Fronten“ erhielt eine Nominierung für den Crime Cologne Award. Timur Vermes, geboren in Nürnberg, ist Autor eines der erfolgreichsten deutschen Debüts der vergangenen Jahrzehnte. „Er ist wieder da“ wurde verfilmt, in über 40 Sprachen übersetzt und drei Millionen Mal verkauft. Olga Tokarczuk ist Trägerin des Man-Booker-Preises 2018 für das Buch „Unrast“, erschienen im Kampa Verlag im Februar 2019. Die Verfilmung ihres Buchs „Gesang der Fledermäuse“ („Die Spur“) wurde 2017 bei der Berlinale mit einem Silbernen Bären ausgezeichnet. jos

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