Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 628 / 21.06.2019

Podiumsgespräch zum Luppe-Streicher-Prozess 1925

Das Podiumsgespräch „Ein Prozess der Superlative: Der LuppeStreicher-Prozess 1925“ beleuchtet den Beleidigungsprozess, den der liberale Nürnberger Oberbürgermeister Hermann Luppe gegen den späteren „Frankenführer“ Julius Streicher anstrengte. Das Gespräch beginnt am Donnerstag, 27. Juni 2019, um 19 Uhr im Memorium Nürnberger Prozesse, Saal 600, Bärenschanzstraße 72.

Er war ein Prozess der Superlative und blieb trotzdem vergleichsweise unbekannt: Wie in einem Brennglas bündeln sich 1925 im LuppeStreicher-Prozess Zeitgeist und politische Kultur im Nürnberg der Weimarer Republik. Die Öffentlichkeitsstrategie der jungen Nationalsozialisten, die besonders aus gezielten Tabubrüchen, Provokationen und Verleumdungen des politischen Gegners bestand, weist dabei aber auch eine erkennbare Ähnlichkeit mit der Gegenwart auf. Historikerin Kerstin Gardill, die auch die Moderation des Gesprächs übernimmt, ordnet mit einem Impulsreferat die Relevanz des Gerichtsverfahrens historisch ein. Ewald Behrschmidt, Vizepräsident des Oberlandesgerichts a. D., erläutert die Dimension der juristischen Mechanismen. Historiker Dr. Daniel Roos macht sichtbar, wie die Nationalsozialisten diesen Prozess benutzten, um öffentlichkeitswirksam ihre perfide Hetze zu betreiben und die sogenannten etablierten politischen Eliten unglaubwürdig zu machen.

Kerstin Gardill ist Historikerin mit besonderem Fokus auf die Stadtgeschichte Nürnbergs und hat sich publizistisch mit Luppes Anwalt Max Süßheim sowie dem Prozess beschäftigt. Ewald Behrschmidt war Vizepräsident des Oberlandesgerichts Nürnberg und forscht zu bedeutenden Prozessen der Justizgeschichte Nürnbergs. Dr. Daniel Roos ist Historiker und Mitarbeiter der Bayerischen Staatskanzlei. Er hat mit seinem 2014 erschienenen Doppelporträt „Julius Streicher und ‚Der Stürmer‘ 1923-1945“ eine Forschungslücke geschlossen.

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Der 600er. Ein Saal schreibt Geschichte“, mit der das Memorium Nürnberger Prozesse den Sitzungssaal 600 und seine abwechslungsreiche Geschichte in den Mittelpunkt rückt. Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung unter Telefon 09 11 /2 31-2 86 14 oder per E-Mail an memorium@stadt.nuernberg.de wird gebeten. alf

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