Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 1265 / 02.12.2019

Fotografin führt durch die Ausstellung „Blutiger Boden“

Die Fotografin Regina Schmeken führt durch ihre Ausstellung „Blutiger Boden. Die Tatorte des NSU“ und erläutert, wie die Fotografien an den Tatorten der rechtsextremen Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) entstanden sind. Ihr Rundgang beginnt am Sonntag, 8. Dezember 2019, um 16 Uhr im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände, Bayernstraße 110.
 
Der NSU ermordete von 2000 bis 2007 insgesamt zehn Menschen: Die Opfer waren neun Männer türkischer und griechischer Abstammung sowie eine Polizistin. Von 2013 bis 2016 fotografierte Regina Schmeken die Tatorte. Ihre großformatigen Schwarzweißaufnahmen zeigen die verstörende Normalität der Schauplätze von Hass und Gewalt inmitten deutscher Städte – auch in Nürnberg, ganz in der Nähe des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes. Für Regina Schmeken ist die Ausstellung ein Versuch, Fassungslosigkeit, Ratlosigkeit und Ohnmacht, aber auch Wut zu kanalisieren und umzusetzen. Ihre Bilder halten das Gedenken an die Opfer aufrecht und rufen in Erinnerung: Die Attentate waren nicht nur Angriffe auf Mitbürger, es waren Angriffe auf universelle Menschenrechte und die Gesellschaft als solche.
 
Gemeinsam mit der Fotografin begeben sich die Betrachter auf Spurensuche: Was ist auf den Bildern zu sehen, was ist verborgen oder erschließt sich erst bei genauerer Betrachtung? Bildausschnitt, Perspektive sowie Kontrastierung treffen eine bestimmte Aussage, sie wirken bisweilen distanzierend und rufen zugleich Emotionen hervor. Der Ausstellungsort verweist dabei auf die Verbindungslinien der menschenverachtenden NS-Ideologie zu gegenwärtigem Rassismus.

Die Führungsgebühr beträgt 3 Euro, 2 Euro ermäßigt. Der Eintritt in die Sonderausstellung ist frei. Sie ist noch bis 23. Februar 2020 im Dokumentationszentrum zu sehen.    alf

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