Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 81 / 29.01.2020

Umfrage „Leben in Nürnberg ab 60“ – erste Informationen

Die ersten Ergebnisse der Befragung „Leben in Nürnberg ab 60“ liegen vor: Wie gestalten Nürnberger Seniorinnen und Senioren ihre Freizeit? Wie oft nutzen sie digitale Medien? Wie steht es um ihre Gesundheit und sozialen Kontakte? Wie wohnen sie und was halten Sie von ihrem Wohnumfeld? Was wünscht man sich in Nürnberg für eine hohe Lebensqualität im Alter? Das sind nur einige der Fragen, die mit der Repräsentativumfrage des Seniorenamts aus dem Sommer 2019 beantwortet werden können. Damals erhielten 10 000 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger ab 60 Jahren in Privathaushalten einen Fragebogen.

Reiner Prölß, Referent für Jugend, Familie und Soziales, zeigt sich vor allem mit der Beteiligung sehr zufrieden: „Der Rücklauf hat mit fast 50 Prozent unsere Erwartungen übertroffen und die Befragung ist in jeder Hinsicht repräsentativ. Das bedeutet, dass die Ergebnisse auf alle in Nürnberg lebenden Menschen ab 60 übertragen werden können. Damit haben wir eine sehr gute Grundlage, um die Lebensverhältnisse der Seniorinnen und Senioren genau zu untersuchen und die Ergebnisse für die Weiterentwicklung der Nürnberger Seniorenpolitik zu nutzen“, sagt er und betont mit Blick auf die bislang vorliegenden Auswertungen: „Dem allerersten Eindruck nach scheint es den älteren Menschen in Nürnberg gut zu gehen. Fast alle leben gerne hier, die Mehrheit erfreut sich offenbar guter Gesundheit und auch die persönlichen Zukunftsperspektiven werden weit überwiegend positiv beurteilt.“

Im Sozialausschuss werden nun einige Ergebnisse vorgestellt. „Aus der Fülle der Themen haben wir zuerst auf drei Dinge geschaut: digitale Teilhabe, Einsamkeit und Nutzung spezifischer Seniorenangebote“, sagt Dieter Rosner, Leiter des Seniorenamts. Selbstverständlich werde im weiteren Verlauf auch das Augenmerk auf Probleme gerichtet und das, was verbessert werden kann. Für 2020 sei zum Beispiel die Konzeption eines Modellprojekts geplant, mit dem Senioreninnen und Senioren über digitale Plattformen Dienste und Angebote zur Teilhabe erhalten können. „Nicht alle Stadtteile sind dafür gleich gut geeignet und wir wollen herausfinden, wie und womit wir die älteren Menschen bedarfsgerecht ansprechen können“, so Rosner.

So zeigt die Befragung, dass etwa zwei Drittel einen Computer, ein Tablet oder ein Smartphone mindestens einmal in der Woche nutzen. Das Internet wird von etwa 60 Prozent mindestens einmal pro Woche genutzt. Umgekehrt bedeutet dies, dass fast 40 Prozent der Seniorinnen und Senioren damit (noch) zu den „Offlinern“ gehören. Deutschlandweite Befragungen ergeben ein ähnliches Bild.

Einsamkeit ist im Alter – wie auch in jüngeren Jahren – ein Problem, mit dem die Stadt die Menschen nicht allein lassen will. Etwa 13 Prozent bewerten die Aussage „Ich fühle mich oft einsam“ mit „trifft genau zu“ oder mit „trifft eher zu“. Auch dieser Wert ist vergleichbar mit Daten aus überregionalen Umfragen.


Zur Nutzung von seniorenspezifischen Angeboten kann vorläufig gesagt werden: Ein beachtlicher Teil wünscht sich mehr Informationen darüber und zwei Drittel bevorzugen generationsübergreifende beziehungsweise nicht altersgebundene Angebote. „Mehr als die Hälfte der Befragten fühlt sich zu jung für seniorenspezifische Angebote, insbesondere die Gruppe der 60- bis 69-Jährigen. Darauf muss die Stadt in ihren Planungen reagieren“, kommentiert Rosner.

Im Laufe des Jahres werden die Auswertungen kontinuierlich fortgesetzt und die städtischen Gremien entsprechend darüber informiert. Mit einem kompletten Abschlussbericht inklusive Handlungsempfehlungen ist Ende des Jahres zu rechnen. boe

Stadt Nürnberg

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