Nr. 202 / 25.02.2020
Nach der üblichen Winterpause im Januar und Februar sind die Mittelalterlichen Lochgefängnisse in den Kellergewölben des Rathauses ab 1. März 2020 wieder geöffnet. Bis 31. Dezember können Besucherinnen und Besucher die Kerker aus dem 14. Jahrhundert mit einer Medienguide-Führung oder bei begleiteten Rundgängen des Kunst- und Kulturpädagogischen Zentrums der Museen in Nürnberg (KPZ) erkunden. Geschlossen ist vom 22. bis 26. Juli sowie am 24. und 25. Dezember 2020. Der Zugang zu den Lochgefängnissen erfolgt über die Ehrenhalle des Rathauses, Rathausplatz 2.
Das „Nürnberger Loch“ ist der älteste Teil des Rathauses und eines der größten erhaltenen Stadtgefängnisse des Mittelalters. Ursprünglich boten hier Bäcker ihre Waren an. Als die Nürnberger ab 1332 mit dem Hauptmarkt ihre neue Stadtmitte schufen, bauten sie das Brothaus zum Rathaus um. Das Gelände ringsum schütteten sie auf – das Erdgeschoss wurde zum Keller und die Läden zum Gefängnis. Das „Loch“ war vor allem Untersuchungsgefangenen und Todeskandidaten vorbehalten. Der wohl bekannteste Insasse war der Bildhauer Veit Stoß, der wegen Fälschung eines Schuldscheins einsaß. Zellen, Folterkammer, Schmiede, Gefängnisküche und Brunnenraum vermitteln noch heute ein eindringliches Bild damaliger Gerichtsbarkeit.
Führungen Der Besuch der Lochgefängnisse ist nur mit Führung möglich. Pro Tag finden insgesamt sieben Rundgänge mit einem Medienguide statt, die um 10, 11, 12, 13, 14, 15 und 16 Uhr beginnen und jeweils etwa 30 Minuten dauern. Der Medienguide ist verfügbar in den Sprachen Deutsch, Englisch, Spanisch und Italienisch sowie in Leichter Sprache und Gebärdenspräche. Daneben ist auch der von Museumspädagogen geführte Rundgang „Für Recht und Ordnung“ im Angebot, der in etwa 60 Minuten das Rathaus und die Lochgefängnisse vorstellt. Er startet um 14 Uhr jeweils an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen in den bayerischen Schulferien, in den Monaten Juni bis Oktober sowie während des Christkindlesmarkts (ausgenommen 7. und 8. November sowie 26. Dezember). Im Juli, August, während des Christkindlesmarkts sowie am 27. Dezember gibt es eine zusätzliche Führung um 15 Uhr.
Ergänzend findet an den Sonntagen 19. April, 31. Mai, 21. Juni, 19. Juli, 11. Oktober und 8. November 2020 jeweils um 11 Uhr der Rundgang „Nürnbergs erste Adresse“ statt. Er führt in etwa zwei Stunden durch die besonderen Räumlichkeiten des Alten Rathauses und begibt sich auf die Spuren von sieben Jahrhunderten Rathausgeschichte.
Alle Termine stehen im Internet unter www.lochgefaengnisse.de.
Der Eintritt beträgt 4 Euro, ermäßigt 1,50 Euro. Die Führung „Für Recht und Ordnung“ kostet zusätzlich 3 Euro, die Führung „Nürnbergs erste Adresse“ zusätzlich 4 Euro. Tickets können nur für den jeweiligen Tag erworben werden in der Zeit von 9.30 bis 16 Uhr. Die Plätze sind begrenzt, Reservierungen sind nicht möglich. Vom Besuch durch Kinder unter 10 Jahren wird abgeraten. Die Lochgefängnisse sind nicht barrierefrei. Gruppenführungen und Schulklassenprogramme können gebucht werden über das KPZ unter Telefon 09 11 / 13 31-2 41 oder per E-Mail an schulen@kpz-nuernberg.de. alf
Leitung: Dr. Siegfried Zelnhefer
Fünferplatz 2
90403 Nürnberg
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