Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 355 / 02.04.2020

Umweltpreis 2020: „Urbanes Grün für Klima & Ernährung“

In seiner Sitzung am 1. April 2020 hat der Nürnberger Stadtrat den diesjährigen Umweltpreis vergeben. Der Umweltpreis 2020 der Stadt Nürnberg steht unter dem Motto „Urbanes Grün für Klima & Ernährung“. Mit ihrem Umweltpreis zeichnet die Stadt Nürnberg alle zwei Jahre herausragende Leistungen zum Schutz der Umwelt und zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung aus, die im Stadtgebiet wirksam werden oder einen Bezug zu Nürnberg haben. Die Preisverleihung war für Dienstag, 28. April 2020, geplant. Jedoch musste das Referat für Umwelt und Gesundheit diesen Termin wegen der Coronakrise verschieben. Das Referat hofft im Herbst einen geeigneten Nachholtermin zu finden und wird dazu zu gegebener Zeit herzlich einladen.
 
Im Jahr 2020 liegt der Schwerpunkt des Umweltpreises auf dem Thema „Urbanes Grün für Klima & Ernährung“. Dr. Peter Pluschke, Referent für Umwelt und Gesundheit der Stadt Nürnberg: „Es ist sehr erfreulich, dass es 2020 so viele Bewerbungen gibt. Das zeigt, dass das Thema Grün viele Menschen beschäftigt und auf vielfältige Weise aktiv werden lässt.“
 
Beim Referat für Umwelt und Gesundheit gingen über 60 Bewerbungen und/oder Vorschläge von Personen, Schulen, Vereinen und Verbänden ein. Es bewarben sich drei Unternehmen, an die laut Satzung Anerkennungsurkunden verliehen werden können. In ihrer Sitzung am 17. Februar 2020 diskutierte und bewertete die Jury die Bewerbungen und beschloss einstimmig einen Vorschlag für den Stadtrat.
 
Aufgrund der vielen preiswürdigen Initiativen erachteten es Jury und Stadtrat als sinnvoll, mehrere Preisträger auszuzeichnen und das Preisgeld breit gefächert auf die sich bewerbenden Schulen und andere Organisationen zu verteilen.

Insgesamt werden 9 000 Euro Preisgeld ausbezahlt. Hauptpreisträger ist der Multifunktionale Garten von Wolfsherz, dotiert mit 3 000 Euro. Weiterer Preisträger ist der Bund Naturschutz mit einer Vielzahl von Projekten in folgenden Bereichen: Streuobstinitiativen, Imkern im Biotop und Gärtnern mit Kindern, dotiert mit 2 000 Euro. Der Interkulturelle Garten Nürnberg wurde mit 1 000 Euro ausgezeichnet.
 
Auch drei Schulen wurden ausgezeichnet: die Berufsschule 11, für die Begrünung des Flachdachs (1 000 Euro), das Johannes-ScharrerGymnasium für seinen Schulgarten auf der Dachterrasse und die geplante Fassadenbegrünung (1 000 Euro) und die Friedrich-HegelSchule für ihren Bioacker und Schulgarten (1 000 Euro).
 
Einen nicht dotierten Umweltpreis erhalten folgende Unternehmen: Meister Küfner Nusseckenmanufaktur, Bildung und Wissen Verlag und Software GmbH sowie Felix Schneider.
 
Hauptpreisträger Multifunktionaler Garten von Wolfsherz e. V.
Wolfsherz hat es sich zum Ziel gesetzt, den ehemaligen Hochseilgarten in der Reutersbrunnen Straße im Stadtteil Gostenhof in ein naturnahes, kulturelles Stadtteilzentrum und Veranstaltungsgelände umzugestalten, zur Aufwertung des Stadtteils beizutragen, die Bewohner zu vernetzen aber auch einen Ort und Raum zur Entfaltung und Begegnung zu schaffen. Das Gelände soll im April 2020 eröffnet werden.
 
Würdigung weiterer Initiativen
Der Bund Naturschutz Kreisgruppe Nürnberg e. V. wird für sein langfristiges und vielfältiges Engagement in folgenden Bereichen ausgezeichnet: Streuobstinitiativen (Scheinauer Buck, Eibach, Reutles und Kleingründlach, Fischbach), Imkern im Biotop (Reutles, Schlestein, Tierbeobachtungshaus Metthingweiher, Dürer Gymnasium) und Gärtnern mit Kindern (Projekt auf der Mauer, Gemüseacker, Schulgarten Amberger Schule).
 
Der Interkulturelle Garten Nürnberg-Langwasser e.V. hat sich trotz anfänglicher Widerstände im Stadtteil zu einem festen Bestandteil entwickelt. Auf rund 20 Beeten und Gemeinschaftsflächen, gärtnern Menschen und Familien mit Wurzeln aus zehn verschiedenen Nationen und tauschen ihre Erfahrungen im Gärtnern aus. Er ist ein Ort der Begegnung, Stärkung von sozialer Kompetenz und Konfliktlösung.
 
Die Berufsschule 11 wird einen frei bewetterten Teil des Flachdachs der Schule begrünen, um die Artenvielfalt in der Stadt zu unterstützen. Dafür werden die Klassen der Rohrleitungsbauer die Flachdächer professionell vorbereiten und abdichten, um daraufhin die entstandene Fläche zu begrünen und erblühen zu lassen. Es ist geplant, dass außerdem die Schreinergrundklassen noch Laufwege aus Holz herstellen und Übergangsquartiere für verschiedene Tierarten zu diesem Projekt beisteuern. Das Projekt wird in diesem Schuljahr umgesetzt.
 
Die Fachschaft Biologie des Johannes-Scharrer-Gymnasiums hat das Konzept des „Urban Gardening“ in Form eines unkonventionellen Schulgartens umgesetzt. Auf der Dachterrasse werden Zierpflanzen mit Bienenfutterpflanzen, Kräuter, Gemüse und Obst angebaut. Dadurch ist eine grüne Oase geschaffen worden, die zum einen die Biodiversität im innerstädtischen Bereich erhöht und gleichzeitig den Schülerinnen und Schülern aus der Stadt eine direkte Naturerfahrung ermöglicht. In den nächsten Jahren soll außerdem eine Begrünung des ganzen Gebäudes erfolgen.  
 
Seit Jahren bewirtschaftet die Friedrich-Hegel-Schule einen Bioacker im Knoblauchsland. Die Ausflüge auch bei Wind und Wetter zum Bio-Acker und das Buddeln in der Erde machen den Kindern sehr viel Freude. Die Schülerinnen und Schüler machen Erfahrungen in der Natur, die sie ohne den Acker nicht machen würden. Zudem betreibt die Schule seit vielen Jahren einen Schulgarten. Dieser musste wegen dem An- und Neubau des Horts verlegt und umgestaltet werden. Das alles war nur mit der Mithilfe der Schüler in ihrer Freizeit möglich.
 
Anerkennungsurkunden
Die Meister Küfner Nusseckenmanufaktur in Nürnberg Großgründlach stellt mit momentan vier Mitarbeitern Nussecken handwerklich so nachhaltig wie möglich her. Bio, meist vegan hergestellt, grundsätzlich palmfettfrei, wenn möglich regional, und fairtrade, alles handgemacht, verpackungsfrei in den Handel gebracht. Vor der Backstube wurde 2019 der weltweit erste verpackungsfreie Nusseckenautomat aufgestellt. Dort kann man sich rund um die Uhr seine Nussecken verpackungsfrei in Pfandbehältnissen kaufen.  
 
Bei ihrem Azubi-Projekt siedelte Bildung und Wissen Verlag und Software GmbH in Kooperation mit dem Südwestpark-Management vier Bienenvölker auf den Grünflächen des Südwestparks an. Azubis organisierten eine Informationsveranstaltung zum Einzug der Bienen für alle interessierten Mitarbeitenden des Gewerbeparks, sie planten Marketingmaßnahmen und verkauften den produzierten Honig beim Nikolausmarkt des Südwestparks. Dieses Jahr folgt außerdem eine Pflanzaktion, damit die Bienen noch mehr Nahrung finden. Die Azubis leisten so einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz und lernen gleichzeitig selbstständiges Projektmanagement. Das Projekt wurde im Frühjahr 2019 ins Leben gerufen. Die Azubis aus dem 2. und 3. Ausbildungsjahr haben die neuen Azubis bereits motiviert und in das Projekt eingearbeitet.
 
Felix Schneider verfolgt eine in die Zukunft gerichtete, nachhaltige Gastronomie. Seine Orientierung entsteht aus den Bedürfnissen und Erfordernissen, die eine zukünftige Ernährung im Einklang mit Natur und Umwelt erfordert. Sein Maßstab ist ein möglichst Ressourcen schonender Einsatz von lokalen Produkten, die durch handwerkliche Kochkunst zum Spitzenprodukt werden. Tier- und Pflanzenwohl, der gebotene Respekt vor dem Lebensmittel und die natürlichen Abläufe im Jahreszyklus liegen allen Gerichten zu Grunde.    let

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