Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 1137 / 13.11.2020

Wo sind die Frauen? Straßennamen als Teil der Erinnerungskultur

In Nürnberg sind 1 324 Straßen nach Personen benannt, davon beziehen sich nur 44 Namen auf weibliche historische Persönlichkeiten. Im OnlineVortrag „Frauen-Straßen-Netze“ des Bildungszentrums Nürnberg am Donnerstag, 26. November 2020, von 19 bis 20.30 Uhr stellt Referentin Nadja Bennewitz bereits mit einem Straßenamen gewürdigte Frauen vor. Außerdem entsteht eine „Wunschliste für die Zukunft“, um durch die Würdigung weiterer historischer Frauen den Weg in einen geschlechterdemokratischen städtischen Erinnerungsraum zu ebnen. Alle interessierten Personen können vorab per E-Mail Vorschläge einreichen, unabhängig davon ob sie den Vortrag gebucht haben.  
 
Erinnerungskultur ist ein offener Prozess, an dem viele Individuen beteiligt sind. Sie prägen das kollektive Gedächtnis einer Gesellschaft, agieren dabei aber innerhalb eines kulturell vorgegebenen Rahmens, der aktuell noch traditionell männlich geprägt ist. Doch Erinnerungskultur – und hierzu zählt auch die Benennung von Straßen nach historischen Persönlichkeiten – wird durch gegenwärtige Verhältnisse bestimmt.  
 
Aktuell sind in Nürnberg von 1 324 nach Personen benannten Straßen 103 nach Frauen benannt, was 7,8 Prozent ausmacht. Der tatsächliche Anteil von realen Frauen beträgt allerdings nur 3 Prozent, denn die meisten Straßen sind nach Frauen benannt, die nach katholischem Ritus als heilig gelten oder deren Namen auf einen althochdeutschen oder mythologischen Ursprung zurückgehen. Ohne diese bleiben lediglich 44 Frauen übrig, deren Leben historisch fassbar ist.

Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, sich zu beteiligen und Nürnberger Frauen vorzuschlagen, die sie für nennenswert halten. Die Ergebnisse werden in dem Online-Vortrag präsentiert, das Einsenden von Vorschlägen ist aber nicht an eine Teilnahme gebunden. Um bei der „Wunschliste für die Zukunft“ mitzumachen, reicht es, eine kurze E-Mail mit dem Betreff „Frauen-Straßennamen“ und dem Frauennamen, biografischen Stichpunkten und einer knappen Begründung für den Vorschlag an bz-info@stadt.nuernberg.de zu senden.
 
Nadja Bennewitz ist Historikerin und wissenschaftliche Angestellte am Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen die Erforschung der Frauen- und Geschlechtergeschichte (insbesondere die Lokal- und Regionalgeschichte) sowie die Arbeit mit Zeitzeugen und  -zeuginnen aus Deutschland und Italien über die Zeit des Nationalsozialismus, des Faschismus und die Nachkriegszeit.  
 
Die Teilnahme am Vortrag kostet 8 Euro, Informationen und Anmeldung unter www.bz.nuernberg.de, Kurs-Nr. 20322. Die Veranstaltung findet online im Livestream statt. Angemeldete Personen erhalten im Vorfeld per E-Mail ausführliche Informationen, wie sie von ihrem Gerät aus live am Kurs teilnehmen können. Technische Voraussetzungen für die Teilnahme sind ein Rechner, Tablet oder Notebook (notfalls Smartphone) mit Kamera, Mikrofon und Internetzugang sowie eine E-Mail-Adresse.   jos

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