Nr. 268 / 22.03.2021
Der Abfallwirtschaftsbetrieb Stadt Nürnberg (ASN) testet ab Montag, 22. März 2021, ein vollelektrisches Abfallsammelfahrzeug. Innerhalb der vierwöchigen Erprobung wird das Fahrzeug auf unterschiedlichen städtischen Restmüllsammeltouren eingesetzt. Ziel ist es, weitere Erkenntnisse zu Alltagstauglichkeit und Betriebskosten der neuen Antriebsart zu erlangen.
Für die Leerung der circa 85 500 Restmüllgefäße und rund 45 500 Biomüllgefäße sowie die Sperrmüllsammlung setzt der ASN täglich mehr als 40 Abfallsammelfahrzeuge ein. Da sich der ASN dem Klimaschutz verpflichtet fühlt, wird dementsprechend bei der Neubeschaffung stets der neueste Stand der Motor-, Fahrzeug- und Abgasreinigungstechnik ausgewählt. Vor diesem Hintergrund setzt der ASN vier Wochen lang das vollelektrische Abfallsammelfahrzeug der Firma Quantron auf verschiedenen städtischen Restmülltouren ein. Wenn in den nächsten Wochen von der Restmüllabfuhr kaum etwas hören ist, könnte es also am neuen Abfallsammelfahrzeug liegen, mit dem der ASN unterwegs ist.
Dabei ist es geht neben der Prüfung der Praxistauglichkeit (unter anderem Reichweite und Ausfallsicherheit) darum, auch weitere Erkenntnisse bezüglich der laufenden Betriebskosten (vor allem Stromverbrauch) unter realen Bedingungen zu erlangen und diese anschließend mit den vorliegenden Erfahrungswerten konventionell betriebener Abfallsammelfahrzeuge mit Verbrennungsmotor zu vergleichen. Die Anschaffung dieses neuartigen E-Fahrzeugs würde in etwa das Doppelte im Verhältnis zu einem herkömmlichen Dieselfahrzeug mit der bestmöglichen Abgasreinigungstechnik kosten.
„Als kommunaler Eigenbetrieb gehen wir mit gutem Beispiel voran und investieren bei unserer Fahrzeugflotte in emissionsoptimierte und möglichst lärmarme Fahrzeuge“, betont Umwelt- und Gesundheitsreferentin Britta Walthelm. Derzeit verfügen 94 Prozent der eingesetzten mittelschweren und schweren Nutzfahrzeuge mindestens über die Abgasnorm EURO V. Ziel ist es, den Anteil an Fahrzeugen, die mindestens den EURO VI-Standard erfüllen bis 2025 auf 80 Prozent und bis 2030 auf 100 Prozent auszuweiten. Der Pkw-Fuhrpark wird bereits aktuell zu fast 50 Prozent rein elektrisch betrieben. Auf Grund der ausschließlichen Nutzung von „Ökostrom“ (aus Wasserkraft) ist der Einsatz somit kohlendioxidfrei.
„Umweltfreundliche Fahrzeugtechnologien wie vollelektrische Antriebe können, wenn sie halten, was die Hersteller versprechen, einen deutlichen Beitrag zur lokalen Emissionsreduktion beitragen. Wir verfolgen die Entwicklungen auf dem Markt der mittelschweren und schweren Nutzfahrzeuge deshalb mit großem Interesse und freuen uns, dass wir das vollelektrische Abfallsammelfahrzeug der Firma Quantron in Nürnberg testen können“, sagt Umwelt- und Gesundheitsreferentin Britta Walthelm. maj
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