Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 297 / 30.03.2021

Wässerwiesen in Franken sind Immaterielles Kulturerbe Deutschlands

In der Kultusministerkonferenz der Länder im März 2021 wurde die „Traditionelle Bewässerung der Wässerwiesen in Franken“ in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Gemäß dem UNESCO Übereinkommen von 2003 hat die Eintragung das Ziel, überall auf der Welt überliefertes Wissen und Können als sogenanntes Immaterielles Kulturerbe zu erhalten und zu fördern.
 
Umwelt- und Gesundheitsreferentin Britta Walthelm unterstreicht: „Das Expertengremium würdigt damit die traditionelle Form der Grünlandnutzung, die seit dem Mittelalter im Flusssystem der Rednitz, Regnitz und Wiesent zwischen Nürnberg/Schwabach und Forchheim praktiziert wird.“
 
Mit Hilfe dieser historischen Kulturtechnik werden Wiesen in der vergleichsweise niederschlagsarmen Region durch die energieunabhängige Staubewässerung mit Wasser versorgt, teilweise werden von der Strömung angetriebene Wasserschöpfräder eingesetzt. Wässerwiesen zeichnen sich durch eine hohe Biodiversität aus und haben wichtige Funktionen für das Stadtklima ebenso wie für die Kulturlandschaft. In der modernen Landwirtschaft verliert diese arbeitsintensive alte Kulturform zunehmend an Bedeutung. Die heute noch vorhandenen Wässerwiesen in den Flusstälern der Rednitz, Regnitz und Wiesent gehören europaweit zu den noch am besten erhaltenen Bewässerungssystemen.
 
Bereits vor einem Jahr hatte der bayerische Ministerrat den gemeinsamen Antrag der entsprechenden Wasserverbände und -genossenschaften zwischen Nürnberg und Forchheim auf Anerkennung als Bayerisches Kulturerbe positiv entschieden. Am Bewerbungsverfahren war maßgeblich das Umweltamt der Stadt Nürnberg mit beteiligt.
 
Mit der Eintragung in das bundesweite Verzeichnis erfolgte auch die Empfehlung, dass sich Deutschland mit der traditionellen Wiesenbewässerung für die multinationale UNESCO-Nominierung beteiligen kann.      alf

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