Nachrichten aus dem Rathaus

Nr. 164 / 23.02.2023

Ukraine verstehen – Themenschwerpunkt am
Bildungszentrum

Am 24. Februar jährt sich der russische Überfall auf die Ukraine. Die Ukraine ist nach Russland der zweitgrößte Staat Europas und der größte, dessen Gebiet vollständig innerhalb des Kontinents liegt. Trotzdem ist das Wissen über das Land und seine Geschichte meistens bruchstückhaft, voll weißer Flecken oder Stereotype. In einer Veranstaltungsreihe lädt das Bildungszentrum (BZ) Nürnberg zu Gesprächen mit Expertinnen und Experten ein, die sich seit mehreren Jahren mit Geschichte und Gegenwart des Landes beschäftigen. Alle Veranstaltungen finden im Bildungszentrum, Gewerbemuseumsplatz 2, Vortragssaal 3.11 statt, der Eintritt kostet jeweils 8 Euro. Voranmeldung sind möglich über bz.nuernberg.de.

Am Mittwoch, 1. März 2023, um 19.30 Uhr findet ein Gespräch mit Florian Kellermann zum Thema „Überfall auf die Ukraine: Auf der Suche nach glaubwürdigen Informationen“ (Kurs-Nummer 20403) statt: Wie berichtet man aus Moskau, auf welche Quellen kann man vertrauen? Welche Informationen gibt es aus dem Kriegsgebiet und wie werden sie überprüft? Florian Kellermann gilt als exzellenter Kenner der Region, ihrer Kulturen und Sprachen, hat mehrere Jahre als Korrespondent für Deutschlandradio in Warschau gearbeitet und ist seit Mai 2021 Russlandkorrespondent für den Sender. Kellermann studierte in Nürnberg und Krakau Philosophie und Slawistik und war vor seiner Zeit in Warschau viele Jahre als freier Autor tätig, unter anderem für die „Süddeutsche Zeitung“, den WDR und die Austria Presse Agentur.

Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 haben viele Menschen begonnen, ein Tagebuch zu schreiben – ob in Charkiw, Mariupol, Kiew, Lemberg, Warschau oder Berlin. So verschieden wie die persönlichen Situationen der Schreibenden sind auch die Stile der Dokumentationen – doch immer handelt es sich dabei um persönliche Emotionen gemischt mit einer Chronik des Krieges. Bei einem Gespräch mit Juri Durkot am Mittwoch, 15. März, um 19.30 Uhr geht es um die Frage „Warum schreibt man ein Tagebuch?“ (Kurs-Nummer 20407). Der Journalist und Übersetzer stellt fest: „Offenbar fördert der Krieg die Tagebuchproduktion”. Sein „Kriegstagebuch“ erscheint in der Tageszeitung „Die Welt“. Es ist eher eine Kolumne, in der persönliche Erinnerungen, Porträts verschiedener Menschen, kulturgeschichtliche Exkurse und politisch gefärbte Texte zu einem breiten Panorama der heutigen Ukraine vor dem Hintergrund des brutalen russischen Angriffskriegs verschmelzen. Juri Durkot studierte Germanistik in Lemberg und Wien. Er lebt und arbeitet in Lemberg als freier Journalist und Literaturübersetzer. Zuletzt ist in seiner Übersetzung (zusammen mit Sabine Stöhr) „Der Himmel über Charkiw“ von Serhij Zhadan erschienen. Die Veranstaltung am BZ findet in Zusammenarbeit mit dem Partnerschaftsverein Charkiw-Nürnberg e. V. statt.

Um das Thema „Ukraine verstehen: Nationale Identität“ geht es bei einem Infoabend mit Gespräch am Mittwoch, 17. Mai, um 19.30 Uhr (Kurs-Nummer 20405) mit Prof. Dr. Diether Götz – Slawist und Vorstandsmitglied des Partnerschaftsvereins Charkiw-Nürnberg: Seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine wird viel über die Geschichte des Landes diskutiert: Was macht Ukraine aus? Welche sind die nationalen Mythen? Ist Stepan Bandera ein Nationalheld? Welche Rolle spielen Nationalisten und Rechtsradikale? Götz lehrte Slavistik an der Universität Würzburg und hielt Lehrveranstaltungen für Geschichte und Kulturwissenschaft an Hochschulen in Lemberg. Das BZ lädt zum Gespräch mit dem exzellenten Kenner des Landes und seiner Geschichte ein, wohlwissend, dass sich in 90 Minuten das weitläufige Thema nur anreißen lässt. Vorgesehen ist – wenn möglich – auch eine Liveschaltung in die Ukraine umzusetzen, um ein Gespräch mit Oleksandr Komarov zu führen. Komarov ist Philosoph, aktuell Soldat und hat gemeinsam mit einem Historiker eine Arbeit über die ukrainische Identität geschrieben.

Ein Überblick zu den vielfältigen Veranstaltungen des BZ im Bereich „Politik, Gesellschaft und Zeitgeschehen“ befindet sich hier: https://bz.nuernberg.de/themen/demokratie-im-gespraech.    jos

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