Klimaschutz allein genügt nicht. Nürnberg muss sich auch an die zu erwartenden Auswirkungen des Klimawandels auf die Stadt – insbesondere Hitze und Trockenheit – anpassen. Das Umweltamt führt dazu ein Forschungsprojekt durch.
Nürnberg ist eine von neun Städten und Gemeinden im Bundesgebiet, die mit einem Projekt an einem Modellvorhaben des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) und des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) teilnehmen. Im Rahmen des „Experimentellen Wohnungs- und Städtebaus“ (ExWoSt) sollen im Forschungsfeld „Urbane Strategien zum Klimawandel“ Handlungskonzepte zur Anpassung an den Klimawandel entwickelt werden. Das Projekt mit dem Titel „Die Nürnberger Anpassungsstrategie zum Klimawandel – am Beispiel von innerstädtischen Gebieten“ läuft unter Federführung des Umweltamts Nürnberg seit Dezember 2009 und wird bis März 2012 fortgeführt.
Gegenstand des Projekts ist eine Handlungs- und Anpassungsstrategie für den Klimawandel. Diese Strategie ist vor allem auf die Auswirkungen der prognostizierten Temperaturerhöhung in den nächsten Jahrzehnten ausgerichtet. Ziel ist eine dauerhafte Verbesserung der lokalklimatischen Situation. Die Strategie ist damit eine planerische Maßnahme gegen die Überhitzung verdichteter Stadtgebiete. Sie soll zum einen Möglichkeiten aufzeigen, wie die Anpassung an den Klimawandel in städtische Planungsprozesse integriert werden kann. Zum anderen sollen für die Bereiche Stadtentwicklung und Landschaftsplanung konkrete Maßnahmen und Aktionen sowie Umsetzungsvorschläge erarbeitet werden.
Eine immer älter werdende Bevölkerung wird von den Folgen des Klimawandels wie lang anhaltender Hitze stärker denn je betroffen sein. Im Hinblick auf den demographischen Wandel müssen daher auch gesundheitliche Aspekte mit einbezogen werden. Die individuelle Betroffenheit Nürnberger Einwohner ist hier von großer Bedeutung. Deshalb ist vorgesehen, die Bürgerschaft in das Projekt einzubinden.